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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sesión 06: DID_2: Sitzung
Zeit:
Freitag, 29.03.2019:
11:00 - 12:30

Ort: KL 29/237
Kapazität: 25

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Präsentationen

Vernetzte Identität - mit mehrsprachigem Rap Sprachenbewusstheit fördern

Stefan Blutner

Thomas-Mann-Gymnasium Berlin

Im Workshop wird der Frage nachgegangen, wie die schulisch erlernte als auch lebensweltliche Mehrsprachigkeit im Spanischunterricht genutzt und gewertschätzt werden kann, um Sprachenbewusstheit kreativ zu fördern.

Zum Hintergrund: Lernende befinden sich im 21. Jahrhundert in mehrsprachigen, komplexen und dynamischen Räumen. Ihre Identitäten bilden sich und drücken sich auf ebenso komplexe Weise in der sozialen Interaktion mit ihren Familien, Mitschüler*innen, Lehrenden, Gemeinschaften, online, medial und von Angesicht zu Angesicht aus. Gerade in "superdiversen" Großstädten verwenden sie dabei ein sprachliches Repertoire, das entsprechend aktueller empirischer Forschung nicht mehr dem Konstrukt von standardisierten Nationalsprachen zuzuordnen ist. Die spanische Sprache findet dabei im Zuge der Globalisierung weltweite Verbreitung.

Die Projektidee: Mit einem Spoken-Word-Projekt soll es Schüler*innen ermöglicht werden, kreativ ihre individuelle Mehrsprachigkeit auszudrücken. Ihre Kultur- und Sprachhintergründe sind dafür essentieller Kern des Projekts. Sie werden dafür in die Lage versetzt, im Sinne der Idee des "Translanguaging" Herkunftssprachen, Amtssprache des Landes und in der Schule erlernte Sprachen sowie deren verschiedenste Dialekte, Stile und Hybridisierungen zu kombinieren. Damit entsteht ein Raum, in dem sie als mehrsprachige Individuen ihre Identitäten "performen". Diese kreative Aufgabe kann zu einer enormen Stärkung insbesondere der affektiven und identitäts-politischen Dimension von Sprachenbewusstheit führen. Die spanische Sprache integrieren sie dabei in ihre Sprachenidentität.

Der Workshop: Der Workshop wird den folgenden Verlauf nehmen, der Bestandteile und Übungen des vorgestellten Projektes aufgreift: Die Teilnehmer*innen lernen sich in einem mehrsprachigen Spiel kennen. Daraufhin analysieren wir vor dem Hintergrund eines kurzen theoretischen Inputs gemeinsam eine kurze, die spanische Sprache integrierende, mehrsprachige Spoken-Word-Performance und ihre identitätsstiftende und transformative Kraft. Anschließend wird vorgestellt, wie Schüler*innen dazu befähigt werden können, selbst solche Performances zu kreieren. Zuletzt können wir entweder über den Nutzen und die Durchführbarkeit solcher Projekte in unseren eigenen Bildungsräumen reflektieren, oder wir tasten uns als Gruppe - wenn die Zeit es zulässt - an eigene kleine Performance heran.

Auswahlliteratur

Creese, Angela; Blackledge, Adrian (2015): Translanguaging and Identity in Educational Settings. In: Annual Review of Applied Linguistics (35), S. 20–35.

Cummins, Jim; Bismilla, Vicki; Chow, Patricia; Cohen, Sarah (2005): Affirming Identity in Multilingual Classrooms. In: Educational Leadership 63 (1), S. 38–43.

Holmes, Sam (2015): Promoting multilingual creativity. Key principles from successful projects. In: King's College London (Working Papers in Urban Language & Literacies).

Krumm, Hans-Jürgen (2012): Sprachenbewusstheit in mehrsprachigen Kontexten und im Mehrsprachigkeitsunterricht. In: Eva Burwitz-Melzer, Frank G. Königs und Hans-Jürgen Krumm (Hg.): Sprachenbewusstheit im Fremdsprachenunterricht. Tübingen: Narr, S. 84–90.



 
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