26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:01:49 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen
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16:30 - 16:45
Buchpräsentation Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Musiktheorie im Barock, Komponieren im Barock, Generalbasspraxis, Kontrapunktlehre, implizite Theorie Komponieren im Barock (Handbuch der Musik des Barock, Band 4), Laaber: Lilienthal 2026 1: HfM Mainz; 2: Folkwang UdK Essen Das Wissen um die Lehre und Praxis des Komponierens im Barock erweitert sich ständig und nachhaltig. Vor dem Hintergrund aktueller Neuerungen beschäftigt sich Band 2 des Barock-Handbuchs mit den zentralen Themen der frühbarocken Kompositionspraxis und ihrer expliziten oder impliziten Bedeutung für die zeitgenössische Musiktheorie. So ergeben sich nicht nur spannende Einblicke in Aspekte barocken Kompositionshandwerks, sondern auch ein facettenreicher Überblick über die Musiktheorie und ihre Lehrwerke zwischen Gioseffo Zarlino und Jean-Philippe Rameau. In verständlicher und praxisorientierter Weise zeichnen prominente Autorinnen und Autoren die Spannungsfelder des Komponierens zwischen 1600 und 1750 nach und diskutieren das widersprüchliche Nebeneinander von Generalbasspraxis und Kontrapunktlehre, die Bedeutung musikalischer Rhetorik, Grundzüge einer neuen Theorie der Instrumentalmusik, Modelle der Improvisations- und Diminutionslehre sowie Aspekte schriftloser Theorie. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: MARKUS ROTH, geb. 1968. Studium (Gitarre, Musiktheorie) an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe, Promotion ebenda mit einer Arbeit über Hanns Eislers Hollywood-Liederbuch. Seit 2009 Professor für Musiktheorie an der Folkwang Universität der Künste. 2010-2014 Vizepräsident der GMTH; zahlreiche Publikationen und Kompositionen. Derzeitige Arbeitsschwerpunkte: Komponieren im 15.-17. Jahrhundert und heute. https://www.majuroth.de/ 16:45 - 17:00
Buchpräsentation Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: J. S. Bach, J. C. Kittel, Choralharmonisierung mit multiplen Bässen, Generalbassharmonik Realizing Multiple-Bass Chorales in the Circle of J. S. Bach: J. C. Kittel’s 24 Chorales Technische Universität Dortmund, Deutschland Dieser Band bietet einen umfassenden Zugang zur Generalbassharmonik des 18. Jahrhunderts und rückt dabei die wenig bekannte Tradition der Choralharmonisierung mit multiplen Bässen aus dem Bachkreis in den Fokus. Im Zentrum stehen Johann Christian Kittels 194 Sätze über 24 Choralmelodien, wobei jeder Melodie acht bis neun verschiedene bezifferte Bassstimmen zugeordnet sind. Die geforderten Realisierungen der multiplen Bässe innerhalb der gegebenen Außenstimmen-Gerüste reichen von schlichter diatonischer Homophonie bis hin zu avancierter Chromatik mit komplexen Diminutionen und verdeutlichen damit das reiche polyphone Potenzial des Choral-Cantus-firmus. Um diese Sätze praktisch nutzbar zu machen, verbindet das Buch die Aussetzungen der Mittelstimmen durch Derek Remeš mit frei verfügbaren digitalen Arbeitsblättern. So lassen sich zunächst eigene Realisierungen zu Kittels bezifferten Bässen erstellen und diese anschließend mit den Modellsätzen von Remeš vergleichen, was den Band auch zum Selbststudium geeignet macht. Eine ausführliche Einleitung ordnet die Sammlung historisch in die Pädagogik des Bachkreises ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der „chord-degree theory“ – der Verknüpfung spezifischer Akkordtypen mit bestimmten Bassstufen (der „Sitz der Akkorde“) –, die das Fundament der harmonischen Syntax des 18. Jahrhunderts bildet. Jede Aussetzung enthält zudem eine Analyse der Bassstufen, um den tonalen Kontext zu verdeutlichen und typische chord-degree-Kombinationen hervorzuheben. Durch die Verbindung historischer Erkenntnisse mit praktischen Übungen und Musterlösungen bietet diese Publikation einen praxisnahen Leitfaden zur Generalbassharmonik des 18. Jahrhunderts. Sie macht damit die lange vernachlässigte Tradition der Choralharmonisierung mit multiplen Bässen aus dem direkten Umkreis Bachs für die heutige Musikpraxis zugänglich. Erhältlich bei The Leupold Foundation in Print- und Digitalausgabe. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Univ.-Prof. Dr. phil. Derek Remeš, geboren 1986 in den USA, ist seit 2024 Professor für Musiktheorie an der Technischen Universität Dortmund. Er hat Komposition (Bachelor of Music) und Filmmusik (Bachelor of Music) am Berklee College of Music in Boston (USA, summa cum laude) sowie Musiktheorie-Pädagogik (Master of Arts) und Orgel-Kirchenmusik (Master of Music) an der Eastman School of Music in Rochester (USA) studiert, wo ihm für sein Orgelspiel das Performer’s Certificate für »outstanding performing ability« verliehen wurde. An der Hochschule für Musik Freiburg schloss er 2020 eine Promotion über J.S. Bachs Kompositionslehre ab (summa cum laude). 2019 bzw. 2021 erschienen seine Bücher »Realizing Thoroughbass Chorales in the Circle of J. S. Bach« und »The Art of Preluding: Deconstructing and Reconstructing the Preludes in J. S. Bach’s Well-Tempered Clavier I & II«. Seine Artikel sind unter anderem in Music Theory Online, Eighteenth-Century Music, Early Music, Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie und Musik & Ästhetik zu finden. Außerdem ist er seit 2019 Mitherausgeber des Journals Music Theory and Analysis. Als internationaler Referent hat Herr Remeš in den letzten Jahren zahlreiche Vorträge und Meisterkurse in Europa, den USA und China gehalten. Weitere Informationen finden Sie auf www.derekremes.com. 17:00 - 17:30
Lecture Recital Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Halle, Zachow, Partimento, Generalbass, Improvisation Friedrich Wilhelm Zachows Choralfugen „cum contrasubjecto“ – kontrapunktische Miniaturen Hochschule für Musik Freiburg, Deutschland Unter den Werken für Tasteninstrumente aus dem Schaffen des Lehrers Georg Friedrich Händels und Hallenser Marktkirchen-Organisten Friedrich Wilhelm Zachow (1663–1712) sticht eine Gruppe von Choralbearbeitungen besonders hervor, die in einer Abschrift aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Studium von Musiktheorie, Orgel & Cembalo in Freiburg, Basel & Hamburg (Konzertexamen Orgel), Lehraufträge für Musiktheorie an verschiedenen Hochschulen, Teilnehmer und Preisträger verschiedener Wettbewerbe (u. a. 3. Preis Buxtehude-Orgelwettbewerb Lübeck 2022, Finalist Bach-Wettbewerb Leipzig 2024), 2025 2. Preis beim Kompositionswettbewerb der GMTH, gegenwärtig Lehrauftrag in Freiburg für Historische Satzlehre, Partimento, Generalbass, Improvisation 17:30 - 18:30
Vortragspanel Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Kompositionslehre, 19. Jahrhundert Kompositionslehre im deutschsprachigen Raum der 1820er/30er Jahre: Zwischen Kontrapunkt, Generalbass und Klavierpraxis 1: HKB Bern; 2: HMT München; 3: HfM Freiburg Die kompositorische Ausbildung im deutschsprachigen Raum der 1820er und 1830er Jahre erfolgte üblicherweise im Rahmen individueller Unterrichtsverhältnisse und fand separat zur instrumentalpraktischen Ausbildung statt. Exemplarisch lässt sich anhand des Unterrichts von Clara Wieck bei Christian Theodor Weinlig bzw. von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Carl Friedrich Zelter zeigen, wie in dieser Zeit kompositionstechnische Grundlagen vermittelt wurden. Auch wenn direkte Unterrichtsaufzeichnungen Wiecks bzw. Mendelssohns fehlen, ermöglichen zeitgleiche Mitschriften anderer Schüler aus denselben Lehrkontexten Einblicke in Inhalte, Methoden und ästhetische Zielsetzungen des Unterrichts (so insbesondere von Franz Anton Morgenroth und Carl Borromäus Miltitz bei Weinlig bzw. von Gustav Wilhelm Teschner bei Zelter). Dabei zeigt sich die nach wie vor zentrale Bedeutung von Generalbass und Kontrapunkt als Fundament kompositorischer Schulung. Im Fall Weinligs verweist dies auf zwei Traditionslinien: Einerseits eine italienisch geprägte – Weinlig studierte bei Stanislao Mattei, der zentralen Figur der bolognesischen Partimento-Tradition –, andererseits die deutschsprachige Theorietradition. So finden sich in den Unterrichtsmitschriften explizite Verweise und inhaltliche Parallelen zu zentralen im deutschsprachigen Raum rezipierten musiktheoretischen Schriften, etwa von Mattheson, Fux, C. P. E. Bach, Kirnberger, Marpurg, Türk, Riepel, Koch und Albrechtsberger. Die Rolle solcher auch transnationalen Transferprozesse für den deutschsprachigen Unterrichtskontext ist bislang nur punktuell untersucht worden (Menke 2018). Neben dieser handwerklich-theoretischen Ausbildung, die meist in älterer Stilistik verhaftet blieb, erfolgte die Prägung einer aktuelleren Klangästhetik zusätzlich in der pianistischen Ausbildung. Das lässt sich exemplarisch an Mendelssohns Klavierunterricht bei Ludwig Berger zeigen, den er parallel zum Kompositionsunterricht bei Zelter erhielt. Berger, selbst anerkannter Pianist, Komponist und Klavierpädagoge, schulte einen lyrisch-poetischen sowie virtuosen Stil und förderte auch improvisatorische Fähigkeiten, wie sich anhandseiner Variations- und Etüdenwerke aufzeigen lässt. Das Panel stellt in drei Teilbeiträgen die kompositorische Ausbildung in ihrem Spannungsverhältnis zwischen älteren generalbass- und kontrapunktbasierten Lehrtraditionen, italienischen und deutschen Traditionslinien sowie einer klavierpraktisch geprägten musikalischen Ausbildungskultur im deutschsprachigen Raum dar. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Giovanni Michelini, geboren 1997 in Modena, studierte Klavier, Orgel, Cembalo, Historische Aufführungspraxis, historische Improvisation sowie Musiktheorie und Gehörbildung in Bologna, München, Salzburg, Berlin und Basel. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem DAAD-Preis, dem Deutschlandstipendium (2020/21) sowie Preisen bei internationalen Orgelwettbewerben. 2022 erhielt er den 2. Preis beim Aufsatzwettbewerb der Gesellschaft für Musiktheorie. Er arbeitete als Dozent für Generalbass- und Partiturspiel an der Hochschule für Musik und Theater München sowie für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Derzeit ist er Doktorand an der Hochschule der Künste Bern / Berner Fachhochschule in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er im Rahmen einer Promotion zu Robert Schumann forscht. | ||


