Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Workshops/Panels
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11:00 - 12:00
Workshop Themen: Sektion III: Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Stichworte: Intonation, Koordination, Balance, Algorithmus, Praxis „Ohrwerkstatt“: Automatisch generierte Übungen für eine praxisorientierte Gehörbildung Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Deutschland Als Unterrichtsbausteine für eine Praktische Gehörbildung, die sich vor allem an Dirigierstudierende richtet, haben sich die Kategorien „Intonation“, „Koordination“ und „Balance“ bewährt. Diese sind förderlich für eine präzise, effiziente Probenarbeit und bilden eine wichtige Ergänzung zu Fähigkeiten, die in grundlegenden Gehörbildungslehren entwickelt werden (zuletzt z.B. in Mesquita / Vogt 2025). Spielerisch können bei einem veränderten Aufgabenniveau mit diesen Kategorien auch andere Zielgruppen erreicht werden – Instrumentalstudierende oder Musikschüler*innen –, denn Hörfähigkeiten werden dabei unabhängig von Notation trainiert. Nachdem Übungsreihen zunächst in einem Moodle-Raum entwickelt worden waren, wurde begonnen, ein System zur prozeduralen Aufgabengenerierung zu implementieren, um unerschöpfliches Material anbieten zu können. Es entstand die „Ohrwerkstatt“, bei der jeweils eine fehlerhaft agierende Stimme in einem mehrstimmigen Kontext erkannt werden muss. Die Klangmaterialien werden dabei algorithmisch erzeugt und in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten. Im Baustein „Intonation“ wird innerhalb eines generierten Akkords eine Stimme zufällig selektiert und in ihrer Frequenz verstimmt (z.B. um 20 Cent). In „Koordination“ werden mehrere synchron erzeugte Stimmen zeitlich gegeneinander verschoben (z.B. um 120 ms); in „Balance“ wird aus einem mehrstimmigen Satz eine einzelne Stimme gezielt in ihrer Lautstärke moduliert (dynamische Verstärkung oder Abschwächung z.B. um 5 dB im Verhältnis zum Gesamtklang). In der Entwicklung befindet sich eine kombinierte Übung, in der die einzeln trainierten Aspekte zusammengeführt werden. Zur Unterstützung der Wahrnehmung stehen optionale Hinweise zur Verfügung, darunter die Visualisierung im Notenbild, eine überzeichnete Darstellung der jeweiligen Abweichung sowie die Möglichkeit, einzelne Stimmen separat hörbar zu machen. Im Workshop soll die „Ohrwerkstatt“ zunächst erläutert und demonstriert werden. Die Teilnehmenden erhalten daraufhin Zeit, selbstständig damit zu arbeiten und sich untereinander auszutauschen. In einer Diskussion sollen Chancen und Risiken von digitalen Angeboten in einer praxisorientierten Gehörbildung erörtert und die didaktischen Potenziale reflektiert werden. Technische Voraussetzungen für eine aktive Beteiligung sind ein Laptop oder Smartphone mit Internet-Zugang sowie Kopfhörer. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Jörn Arnecke, geboren 1973 in Hameln, ist Professor für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und leitet dort seit 2009 das Zentrum für Musiktheorie. Von 2014 bis 2016 war er Jury-Vorsitzender beim Künstlerischen Wettbewerb der GMTH. Er studierte Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und am Pariser Conservatoire National Supérieur. Neben musiktheoretischen Publikationen von Dufay bis Lachenmann ist er als Komponist hervorgetreten, u.a. durch Musiktheater-Werke im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper (2003, 2005), der RuhrTriennale (2007), der Deutschen Oper am Rhein (2015) und des Kunstfestes Weimar (2022). In seiner Lehre versucht er, eine historisch orientierte Musiktheorie mit kompositorischen Ansätzen zu verknüpfen und digitale Anwendungen didaktisch einzubinden. | ||