26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:01:15 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen
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12:30 - 13:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Geschichte der Musiktheorie, Marpurg, Rameau Marpurg und die Verbreitung der französischen Musiktheorie im Deutschland des 18. Jahrhunderts Universität der Künste Berlin, Deutschland Friedrich Wilhelm Marpurg gilt oft als einer der einflussreichsten Verfechter der Musiktheorie Jean-Philippe Rameaus im deutschsprachigen Raum. Da er selbst einige Jahre in Paris verbracht hatte, lernte er Rameaus Theorien aus erster Hand kennen und hielt die Stimmigkeit des Systems für gut auf das Deutsche übertragbar. Nach seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1749 begann er, sich für die französische Musik einzusetzen – und zwar gegen den seiner Ansicht nach übermächtigen Einfluss der italienischen Musik; dies führte bald dazu, dass er in Disput mit einigen der prominentesten Musiktheoretiker in und um Berlin geriet. Ab 1749 veröffentlichte er in seinen Zeitschriften Übersetzungen verschiedener bedeutender französischer musiktheoretischer Abhandlungen. Berühmt wurde insbesondere seine Übersetzung von Jean-Baptiste le Rond d’Alemberts Éléments de musique théorique et pratique (1752), die er 1757 unter dem Titel Systematische Einleitung in die Musikalische Setzkunst, nach den Lehrsätzen des Herrn Rameau herausgab. Marpurgs Theorien werden häufig als fehlerhaft und als eine Verfälschung von Rameaus Lehre kritisiert – oft im Gegensatz zu Kirnberger, der Rameau trotz seiner grundsätzlichen Ablehnung offenbar besser verstanden hatte. In der vorliegenden Arbeit zeichne ich ein anderes Bild von Marpurg: Unter Ausklammerung der Problematiken, die sein Verständnis von Rameaus Theorien betreffen, schreibe ich Marpurg die bedeutende Mission zu, der Musiktheorie in Deutschland neue Wege gewiesen zu haben. Indem ich Marpurgs Theorien – und hier insbesondere seine Übersetzungen französischer Abhandlungen – in den Kontext seiner Bemühungen um die Neukonstituierung einer deutschen Identität in der Musik stelle, argumentiere ich, dass Marpurgs Wirken eine weitaus größere Bedeutung beigemessen werden muss, als ihm von der Forschung gemeinhin zugestanden wird. Selbst wenn das Verständnis von Rameaus Werk vielleicht nicht zu seinen größten Stärken zählte: Seine unermüdliche publizistische Tätigkeit sowie die stete Anregung anderer Theoretiker machen ihn zu einer der einflussreichsten musikalischen Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Siavash Sabetrohani begann sein Studium der Musiktheorie am Conservatorium van Amsterdam und setzte es anschließend an der University of Chicago fort, wo er mit einer Dissertation über die Geschichte der Musiktheorie im Berlin des 18. Jahrhunderts zum Ph.D. in Musiktheorie und -geschichte promoviert wurde. 13:00 - 13:30
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Manier, Mannheim, Klassik, Orchester, Stilkopie Die Mannheimer Walze – Versuch einer Anleitung zur Komposition Universität Mozarteum Salzburg, Österreich Wie komponiert man eine Mannheimer Walze? Dieser Frage soll in der Präsentation in vier Schritten nachgegangen werden. Zunächst wird dargelegt, wie der Terminus „Mannheimer Walze“ sich geschichtlich herauskristallisierte. Dabei dient als Anker Hugo Riemanns einleitender Aufsatz „Der Stil und die Manieren der Mannheimer“ im Vorwort seiner Ausgabe der Mannheimer Sinfonien (1906). Vergleicht man die Einträge in der bekannten historischen Enzyklopädie von Koch sowie der „Klavierschule“ Türks mit der beispielshaft vorgestellten „Walze“, fällt auf, dass möglicherweise ein Missverständnis über den Begriff der Mannheimer Walze lexikalische Einträge und den heutigen wissenschaftlichen Sprachgebrauch geprägt hat. In einem nächsten Schritt wird die ursprüngliche Definition der Mannheimer Walze von Hugo Riemann mit der Definition in der MGG abgeglichen und wesentliche musiktheoretisch-handwerkliche Merkmale der Mannheimer Walze vorgestellt. Für weitere Merkmalsdefinitionen wird außerdem das Ouvertürenschema nach W. Dean Sutcliffe (2014) und John D. Rice (2018) herangezogen. Für einen ergänzenden, möglichst umfassenden Merkmalskatalog werden im dritten Schritt verschiedene Beispiele von Mannheimer Walzen vorgestellt, unter anderem von Mozart und Komponisten der Mannheimer Schule wie Anton Filtz und Johann Stamitz. Hieran zeigen sich gehäufte Charakteristika melodischer und orchestraler Art, die in der vorgestellten Sekundärliteratur keinen Einzug gefunden haben. Hierbei wird auch auf die vielfältige Anwendung der Mannheimer Walze im formalen Kontext eines Musikstücks eingegangen. Mit diesem gesammelten Wissen stelle ich als Ergebnis meiner Studie meine Stilkopie vor, „komponiert mit einem wahrhaft minimalen Aufwande an Erfindung“, und beschreibe den kompositorischen Arbeitsprozess in weiteren drei Schritten. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: SIMON PAUL KLAMPFER (*1996 in Wien) hat 2025 das Bachelorstudium Musiktheorie und 2026 das Bachelorstudium Klavier IGP mit den Schwerpunkten Korrepetition und Jazz/Pop auf der Universität Mozarteum Salzburg abgeschlossen. Er studiert derzeit im Masterstudium Musiktheorie an der Universität Mozarteum Salzburg (Hauptfach-Unterricht bei Juliane Brandes. In den Bereichen Analyse und Komposition liegen seine Interessen auf tonaler Musik, wobei sein Hauptaugenmerk auf praxisnahe Analysen und Melodik gerichtet ist. Um musikalischen Sachverhalten auf den Grund zu gehen, nutzt er insbesondere statistische Analysen, wie er es bereits in seiner musiktheoretischen Bachelorarbeit über Sequenzen in Bachs WTK I erprobt hat. In seiner Bachelorarbeit zum Klavierstudium beschäftigte er sich intensiv mit den Manieren des galanten Stils. | ||


