26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:01:52 MESZ
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Tagesübersicht |
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Lecture / IV. Freie Themen
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16:00 - 17:00
Lecture My overall approach to Ear Training after 50 years – “What? How? Why?” Norwegian Academy of Music, Norwegen It has been 50 years since I - educated as pianist, entered a three-year Diploma program in Music Theory with a specialization in Aural training, began teaching Aural Skills at the Norwegian Academy of Music in Oslo. Early on in my career as an educator, I was confronted with some major dilemmas and questions: Why is there such a discrepancy between my students' instrumental proficiency and their aural skills? Why do their aural abilities lay behind and need some much more time? How shall Aural Skills be able to effectively support instrumental studies and musicianship - if the students' aural skills are at a level far behind the musical content of the pieces they are playing? These questions prompted me to first examine traditional instrumental instruction—specifically, what role did aural training play alongside the development of instrumental skills? "WHY is it that, after a few years of schooling, we are able to read a book silently —grasping the plot and the meaning of the words—whereas after many years of instrumental instruction, we are still unable to “hear” a musical score before playing it, or – ideally - having it played for us? WHY do so many people, when playing a piece from memory and making a mistake, have to start from the beginning again? WHY do so many people not know their instrument well enough to play any well-known song without sheet music?" These same questions have followed my ongoing experimentation and development of teaching methods that differ from those I encountered when I first qualified as an aural skills teacher. This work has resulted in the publication of four textbooks and numerous national and international workshops and appointments as visiting professor. In this presentation, I will share the key insights I have gained along the way in this ongoing process, and provide examples of the fundamental pillars of my methodology. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Gro Shetelig, Professor Emerita in Ear Training/ Aural Skills at the Norwegian Academy of Music, Oslo until 2017, and the Arctic University in Tromsø until 2022. Presently Guest Professor in Parma, Italy at a Master program in Aural skills & Methodology. 17:00 - 17:30
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Interdisziplinarität, Ästhetik, Wahrnehmung, Transzendenz, Wissenschaftstheorie Musik als transzendierende Erfahrung? Fragen zur Hörwahrnehmung Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Deutschland „Die Bildung des Gehörs ist das Wichtigste“: Wir denken als Wissenschaftler:innen beim Tagungsmotto an klassische Gehörbildung, verbinden Hören mit verschiedensten Methoden der Musiktheorie, mit Erkenntnissen der Neurowissenschaften und Musikpsychologie und vielem mehr. All diese Zweige bieten ebenso wichtige wie faszinierende Zugänge zum Musikhören. Hören als komplexes, ephemeres und nicht zuletzt zutiefst individuelles Phänomen in seiner Gesamtheit wissenschaftlich und sprachlich zu erfassen, ist kaum möglich.Trotzdem entsteht zuweilen der Eindruck der übermäßigen Parametrisierung, der das große Ganze aus dem Fokus gerät. Trotz des hohen Niveaus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Musik stellt sich die Frage, ob dem „Wunder des Hörens“ mehr Rechnung getragen werden sollte. Parallel zu einer ins Feinste verästelten Gehörbildung begegnet ein gewisses Misstrauen gegenüber dem subjektiven Höreindruck, polemisch zugespitzt erscheint das Hören in einigen Kontexten fast als „Sonderfall“ der Musiktheorie und -wissenschaft – dem wirken in jüngerer Zeit unter anderem performative, phänomenologische Tendenzen entgegen. Nach den Gründen für eine noch nachrangige Rolle des Hörens – insbesondere im Sinne einer analytischen Details übergeordneten ästhetischen Wahrnehmung – wäre zu fragen: Ist es die berechtigte Sorge vor dem Abgleiten ins allzu Subjektive oder Banale oder sogar Scham, etwas „Falsches“ zu hören? Gleichzeitig sind seit der Antike Fragen zum Höreindruck kontinuierlich virulent. In Musikpädagogik und -vermittlung bis hin zum Unterricht an Hochschulen haben Wissenschaftler:innen die Aufgabe, Wege des Musikhörens zu ebnen. Der Beitrag soll sich deshalb der Frage widmen, wie wir uns über den „poetischen Gehalt“ von Musik verbal ausdrücken können. Wie können wir über das Hören als ästhetische Erfahrung sprechen? Können wir gar Transzendenz im Hören beschreiben? Annäherungsversuche sollen über Kurzinterviews professioneller Musiktheoretiker:innen und -wissenschaftler:innen erfolgen, außerdem über interdisziplinäre Seitenblicke auf Literatur und Bildende Kunst. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Ulrike Böhmer schloss 2006 ihr Studium der Germanistik, Geschichte und Romanistik an der Leibniz Universität Hannover ab. Zusätzlich studierte sie ab 2001 Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und verfolgt ein Promotionsvorhaben zum Thema audiovisuelle Kunstformen. Nach Stationen im Kulturmanagement arbeitet Ulrike Böhmer seit 2017 als musikwissenschaftliche Lektorin im Georg Olms Verlag. 17:30 - 18:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Interdiszipliär, Freie Improvisation, Gruppenimprovisation, Intertextueller Effekt, Psychische Strukturierung Hören im Spannungsfeld zwischen musikalischer Struktur und intertextuellen Effekten psychischer Strukturierung. Einblick in ein musiktheoretisches Seminarkonzept, in dem freie musikalische Gruppenimprovisation als methodischer Baustein des Musikerlebens und -verstehens genutzt wird. Universität der Künste Berlin, Deutschland Musikalische Struktur entsteht im Vollzug des Hörens, kann im Notentext kodiert werden und wird als Organisationsplan durch klangliche Realisierung erfahrbar. Sie ist ein differenziertes Gefüge, das aus Wechselbeziehungen von Haupt- und Nebenstrukturen besteht, und vermittelt sich durch klangliche Objekte, die in zeitlicher Orientierung früher oder später und in räumlicher Orientierung höher oder tiefer, näher oder ferner erscheinen. Psychische Struktur entsteht, zeigt und verändert sich in Prozessen des Erlebens und Verhaltens, emotional und kognitiv. In der Beziehung mit anderen werden äußere Eindrücke affektiv und kognitiv in sogenannten Primär- und Sekundärprozessen verarbeitet und darin ein Entwicklungsprozess psychischer Strukturbildung in Gang gesetzt. Kreative Prozesse des Musikherstellens, -machens oder -hörens oszillieren zwischen beiden Prozessarten; erlebbar durch unterschiedliche Arten auf der Ebene des Denkens und Fühlens. Durch ein dialogisches Prinzip zwischen musikalischer Struktur und psychischer Strukturierung entstehen dabei Spannungsverhältnisse zwischen Musik und Psyche. Das Spannungsfeld von musikalischer Struktur und psychischer Strukturierung öffnet sich also dort, wo klangliche Objekte mit individualisierenden Zuschreibungen verbunden werden, dadurch näher an subjektivierte Wahrnehmungsmuster heranrücken, und wo Korrespondenzen zwischen dem, was wir hören, und dem, was wir erleben, hergestellt werden. Dieses Spannungsfeld wird theoretisch präsentiert und durch einige konkreten Erfahrungen von Studierenden, die im Rahmen von Improvisationsseminaren gemacht, schriftlich reflektiert und publiziert wurden, veranschaulicht. Dazu wird gezeigt, wie freie musikalische Improvisation als kollaborativer Möglichkeitsraum genutzt wurde, um musiktheoretische Fragestellungen im künstlerischen Prozess praktisch nachzuvollziehen, zu reflektieren und als subjektiven Entwicklungsprozess zu gestalten. Abschließend wird dieser interdisziplinäre Erfahrungszugang abstrahiert und gezeigt, wie er als grundlegender Ansatz auf die interpersonale Beziehung des gemeinsamen Hörens im Gehörbildungsunterricht übertragen werden kann. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Studium der Fächer Musiktheorie, Musiktherapie und Klavier (UdK Berlin), Promotion im Fach Musiktherapie (Dr. phil., Universität Münster) und Gastprofessorin für Musiktheorie 2024 - 2025 (UdK Berlin). Aktuell tätig als Lehrperson für Musiktheorie und Gehörbildung, außerdem als Gastdozentin für Forschung (Master of Arts Therapies, Codarts hoogeschool voor de kunsten, Rotterdam) sowie als klinische Musiktherapeutin (ambulante psychiatrische, psychosomatische und palliative Versorgung, Berlin/Nürnberg). Besonderes Forschungsinteresse an freier musikalischer Improvisation, musikalischer Stilbildung und psychohistorischen Effekten. | ||


