26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:03:36 MESZ
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Tagesübersicht |
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Eröffnung, Keynotes Ort: Franckesche Stiftungen, Hs. 31 Begrüßung | |
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Keynote
Einführung in das Kongressthema: „The ear hears – the brain listens“ Aachen, Deutschland Im Laufe des Kongresses werden unterschiedliche Aspekte des musikalischen Hörens und der Musikwahrnehmung differenziert dargestellt. Zunächst wird man aus einer etwas allgemeineren Perspektive dem Philosophen Arthur Schopenhauer zustimmen. Sein Grundsatz zur Musik und deren Wahrnehmung lautet: „Nun aber ist die Musik, als solche, nur in unserm Gehörnerven und Gehirn vorhanden: außerhalb oder an sich […], besteht sie aus lauter Zahlenverhältnissen.“ (Parerga und Paralipomena, 1862). Die Komponistin Pauline Oliveros äußert sich in „The ear hears – the brain listens“ (YouTube) ähnlich, zeigt aber mit ihrem Deep-Listening-Konzept auch pädagogische Wege auf. Der kreative und improvisatorische Umgang mit Musik sei viel effektiver als sorgfältig konzipierte Gehörbildungslehrpläne. Zwischen dem von Wilfried Gruhn (Der Musikverstand 1998) aufgespannten weiten Feld diverser Aspekte und den Erfordernissen, mit denen sich Studierende üblicherweise beschäftigen, entsteht ein großer Spannungsbogen. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Feststellung, dass bei der pränatalen Wahrnehmung Geräusche, Sprache und Musik zunächst als Einheit empfunden werden. Für ihn stellt die Improvisation ebenfalls das „zentrale Feld“ der Musikausbildung dar (1998,240). Mit seiner Formulierung vom „Wunder des Hörens“ deutet er auf einen nicht fassbaren „mythischen Vorgang“ (1998,13). Zeitgleich zu Gruhns wissenschaftlichem Ansatz wurde bei einer Stuttgarter Fachtagung 1997 die Erstellung einer „Bibliographie Gehörbildung“ begrüßt. In der GMTH war man sich schnell einig, dass diese wissenschaftliche Zugangsweise ein Untertitel des Kongressthemas Das Wunder des Hörens (vgl. Lutz Felbick, 2024) sein sollte. Auf der Basis der Verschriftlichung von Musik können zwar viele musiktheoretische Aspekte gezeigt werden. Sobald Musik aber jenseits des Notenmaterials ausschließlich auditiv wahrgenommen wird, entstehen komplexe Fragenstellungen. Die zerebrale Verarbeitung des physikalisch-psychischen Phänomens Musik wird als ein im Detail noch nicht zu beschreibendes Wunder empfunden. Die Keynote möchte in das Kongressthema einführen und exemplarisch aufzuzeigen, dass das Musikhören unterschiedliche Reflexionsräume eröffnen kann. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass das Fach Gehörbildung dazu beiträgt, die Freude am differenzierten Hören zu fördern. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Lutz Felbick (*1954) studierte die Fächer Kirchenmusik in Düsseldorf (Staatliches A-Examen 1982) und Musikwissenschaft in Leipzig (Promotion 2011). 1982-1992 Kantor der Aachener Dreifaltigkeitskirche, weltweite Auftritte als Konzertorganist. Zusätzlich Geschäftsführer der Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen und Chorleitertätigkeiten. 1994-2021 Lehrbeauftragter für Musiktheorie und Gehörbildung an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule. Ab 1987 musikwissenschaftliche Veröffentlichungen mit den Schwerpunkten Musiktheorie, Gehörbildung/Hörerziehung und auditive Wahrnehmung (u.a. Das Wunder des Hörens, LIT-Verlag Münster 2024). | |


