Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
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Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen. Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:04:36 MESZ
Komponieren mit Kindern kann von höchst unterschiedlichen Prämissen ausgehen und höchst unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Seit 1976, vor fünfzig Jahren, vier der lokalen Avantgarde angehörende Komponisten mit der Komponistenklasse Halle die erste institutionalisierte Ausbildung dieser Art begründeten, hat sich ein beeindruckend differenziertes Feld verschiedenster Ansätze und Methoden entwickelt. Für den Roundtable konnten in diesem Bereich tätige Personen gewonnen werden, die für sehr verschiedene, ja konträre methodische und ästhetische Positionen stehen, darunter mit Thomas Müller einer der Begründer der Komponistenklasse Halle. Das Gespräch soll sich Fragen widmen wie: Erst hören, dann schreiben oder umgekehrt? Wie ist das Verhältnis von Improvisation und Notation? Welche Rolle spielen Gehörbildung sowie traditionelle Musiktheorie? Was sind die ästhetischen Bezugspunkte: Avantgarde oder Pop - oder gar beides?
Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors:
Johannes Korndörfer studierte in Dresden Komposition bei Prof. Jörg Herchet, Musiktheorie bei Prof. Dr. Clemens Kühn und Prof. John Leigh sowie Klavier bei Frau Prof. Christine Haupt. Ein ergänzendes Musikwissenschaftsstudium schloss sich an. Er ist angestellt an der Hochschule für Musik Dresden und vertritt dort seit 2025 eine Musiktheorieprofessur; dort und am angeschlossenen Landesgymnasium unterrichtet er seit 2006 sowie seit 2011 an der Berliner Universität der Künste
Musiktheorie, Gehörbildung und Analyse. Er hatte weitere Lehraufträge an der TU Dresden und an der hmt Rostock inne. Außerdem leitet er in der Komponistenklasse Dresden Kinder und Jugendliche beim Komponieren an. Johannes Korndörfer war Mitentwickler des multimedialen Gehörbildungsprogramms Orlando, das am Zentrum für Musiktheorie der Dresdner Musikhochschule erstellt wurde.
Jens Marggraf studierte in Leipzig Komposition und Klavier. Seit 1999 ist er Professor für Musiktheorie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Kompositionen wurden in mehreren europäischen Ländern und den USA aufgeführt; außerdem veröffentlichte er verschiedene musiktheoretische Aufsätze zu Musik des 16.-20. Jahrhunderts.
Thomas Müller studierte an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Klavier, Komposition und Dirigieren. Er war an verschiedenen Theatern als Repetitor und Kapellmeister tätig, bevor er 1969 Studienleiter und Kapellmeister am Landestheater Halle wurde. Ab 1975 war er für zwei Jahre Musikalischer Oberleiter am Thomas-Müntzer-Theater Eisleben. Danach nahm er ein Meisterklassenstudium bei Gerhard Wohlgemuth auf; seither war er überwiegend freischaffend tätig. Von 1978 bis 1989 unterrichtete er an der Komponistenklasse Halle. Seine Werke wurden bei zahlreichen Festivals der Neuen Musik aufgeführt, so bei den Donaueschinger Musiktagen, dem Prager Frühling und der Musik-Biennale Berlin.
Matthias Schlothfeldt ist Komponist, Gitarrist und seit 2005 Professor für Musiktheorie (Didaktik | Improvisation | Zeitgenössische Musik) an der Folkwang Universität der Künste. Seine Kompositionen setzen sich mit Literatur und (Musik)Geschichte auseinander. Zuletzt wurde sein Programm Es treibt mich hin, es treibt mich her von Ian Bostridge, Marina Galic und der Compagnia di Punto in der Elbphilharmonie Hamburg aufgeführt.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Kompositionspädagogik, die er durch zahlreiche Publikationen maßgeblich geprägt hat. Gemeinsam mit Studierenden führt er kompositionspädagogische Projekte in Kooperation mit Orchestern und Museen durch.
Darüber hinaus veröffentlicht er zur Musiktheorie und ihrer Didaktik und ist seit 2024 Mitherausgeber der MusikTexteOnline. Im gleichen Jahr hat er den Verein Schlossfabrik e.V. mitgegründet, der sich interdisziplinärer künstlerischer Forschung und Praxis widmet. Er ist Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Karoline Schulz (* 1973 in Dresden) nähert sich auf verschiedenen Wegen dem Phänomen Musik. Nach einem Orchestermusikstudium spielt sie als Flötistin in Orchestern und Kammermusikgruppen, u. a. im Ensemble Modern. Sie studierte Komposition bei Jörg Herchet und schrieb Kammermusik und Orchesterkompositionen. Für ihre Stücke erhielt sie mehrfach Arbeitsstipendien der Kulturstiftung Sachsen. Ihre Kompositionen wurden in Dresden, aber auch zu Festivals in Paris und Amsterdam, aufgeführt. Eine weitere wichtige Erfahrung war und ist die Beschäftigung mit freier Improvisation im sächsischen Improvisationsensemble, der Neuen Dresdner Kammermusik und anderen Projekten. Als Flötenlehrerin und Kompositionspädagogin in der Komponistenklasse Halle setzt sie sich mit musikpädagogischen Fragen auseinander und leitete zahlreiche Kompositionsworkshops an Schulen.