26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:20 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen Ort: EHK, Chorsaal | |
| Präsentation 1 | |
12:30 - 13:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Vilma von Webenau, Personalstil, Impressionismus bis Expressionismus, Streichquartette, Werkanalyse Vilma von Webenaus Streichquartette: Ein Personalstil zwischen Impressionismus, Expressionismus und Spätromantik Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, Deutschland Die Werke der wohl ersten Schönbergschülerin Vilma von Webenau (1875–1953) stehen abseits des Kanons und sind trotz vereinzelter Aufführungen in den letzten Jahren weitestgehend unbekannt. Biografisch ist inzwischen einiges zusammengetragen worden, doch ihr kompositorisches Werk selbst ist musikanalytisch kaum erschlossen. Dieser Beitrag soll den Kompositionsstil der «sehr unbekannten Komponistin» (wie Webenau sich selbst beschreibt) am Beispiel ihrer Streichquartette herausarbeiten. Hört man Webenaus Musik, öffnen sich Assoziationen bekannter Stile: Impressionismus, Expressionismus, Spätromantik. Und doch fallen gleichzeitig Abweichungen vom Bekannten und kompositorische Eigenheiten auf. Kann man einem Werk außerhalb des Kanons mit am Kanon geschulten Methoden gerecht werden? Der Beitrag zeigt assoziativ aufkommende Stilbezüge auf und konturiert damit die Stileigenheiten Webenaus. Webenau verbindet auf eigene Weise Klänge in einer formalen Dramaturgie, die lange Spannungsbögen zieht, teils aus motivisch-thematischer Fortspinnung, teils aus sich harmonisch steigernden Klangfolgen. Die Harmonik reicht von impressionistischen Überlagerungen, pentatonischem, ganztönigem und diatonischen Material über spätromantische chromatische Alterationen bis zu expressionistischem Ausdruck. Motivisch fließende Bögen werden von Phrasen abgelöst, die über chromatisch ineinanderfließende Harmonik zusammenhängen. Dabei führen Akkordfolgen ohne klaren Tonikabezug zu Quint- oder mediantischen Bezügen und streifen dann wieder eine schwebende Atonalität. Der Beitrag arbeitet das Bekannte im Unbekannten heraus und beschreibt das Eigene als Grundlage für eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem musikalischen Werk Webenaus. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Charel Hertz (*1999, Luxemburg) absolvierte am Conservatoire du Nord eine Grundausbildung in Instrumentalfächern, Solfège, Harmonielehre und Kontrapunkt. Ab 2018 studierte er Historischen und Zeitgenössischen Tonsatz (Bachelor und Master) an der HfM Hanns Eisler Berlin, unter anderem bei Prof. Jörg Mainka. Aktuell studiert er im Master Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin (voraussichtlicher Abschluss: September 2026). Neben dem Studium ist er als Lehrbeauftragter für Tonsatz und Gehörbildung an der HfM Berlin tätig. | |


