26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:20 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
IV. Freie Themen Ort: Haus 2, Studiobühne | |
| Präsentation 3 | |
13:30 - 14:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Zeitgenössische Musik, Analyse, Intertextualität In Nomine. Strategien historischer Bezugnahme im zeitgenössischen Komponieren um 2000 Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, Deutschland Das vom ensemble recherche initiierte Projekt The Witten In Nomine Broken Consort Book vereint seit 1999 knapp sechzig Kompositionen zeitgenössischer KomponistInnen, die sich auf denselben Cantus firmus aus John Taverners Messe Gloria tibi Trinitas beziehen. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert regte dieser Cantus firmus in England viele Komponisten zur Komposition sogenannter In Nomines an, die sich allesamt auf diesen Cantus firmus beziehen. Durch das Projekt entstand ein umfangreicher Werkkomplex, in welchem zahlreiche Komponisten unterschiedlicher ästhetischer Positionen auf dieselbe historische Vorlage reagieren. Dies öffnet die Möglichkeit, unterschiedliche kompositorische Strategien im Umgang mit demselben Ausgangsmaterial vergleichend zu analysieren. Zu den beteiligten KomponistInnen zählen unter anderem Brian Ferneyhough, Wolfgang Rihm, György Kurtág, Salvatore Sciarrino und Klaus Huber. Der Vortrag untersucht einzelne Werke dieses Projekts als Beispiele für unterschiedliche Formen historischer Bezugnahme im Komponieren um die Jahrtausendwende. Im Zentrum steht die Frage, wie dasselbe Ausgangsmaterial jeweils zugrunde gelegt, verarbeitet und verfremdet wird und welche ästhetischen Funktionen die historische Referenz dabei erfüllen kann. Methodisch verbindet der Beitrag Ansätze der Intertextualitätsforschung mit Diskursen um Geschichtsbewusstsein in der Postmoderne. Besonders interessant ist dabei, dass die historische Vorlage auf mehreren Ebenen wirksam werden kann: als konkretes Tonmaterial, oder als Bezug auf historische Satztechniken der In-Nomine-Tradition, wie der Cantus-firmus-Technik, sowie als Referenz auf bereits existierende Vertonungen und Bearbeitungen, also Musik über Musik über Musik. Der Vortrag, der zugleich Einblick in ein laufendes Dissertationsprojekt gibt, diskutiert das In-Nomine-Projekt als synchrone Perspektive auf unterschiedliche kompositorische Positionen und Ästhetiken um 2000 und fragt, welche Bedeutung historische Bezugnahmen im zeitgenössischen Komponieren einnehmen können. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: David Müller (*1999) studierte Musiktheorie, Musikwissenschaft, Schulmusik und Mathematik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, der Universität Stuttgart, der Kunstuniversität Graz und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Derzeit schließt er den Master Musiktheorie an der HMDK Stuttgart ab und ist dort seit 2025 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musikwissenschaft tätig. Seine Forschungsinteressen umfassen insbesondere Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, so veröffentlichte Beiträge u. a. zu Bill Hopkins, Alberto Ginastera und Georg Friedrich Haas. | |


