26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:04:07 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
III. Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Ort: EHK, Chorsaal | |
| Präsentation 1 | |
14:00 - 14:15
Praktische Gehörbildung Stichworte: Ziffernmethode, nonverbal, Handzeichen, Relative Solmisation, Chorarbeit Nonverbale Gehörbildung Aachen, Deutschland Der Musikpädagoge, Musikwissenschaftler, Violinist und emeritierte Hochschullehrer Wilfried Gruhn vertritt in seinem 1998 erschienenen Buch Der Musikverstand die These, der "Erwerb musikalischer Vorstellungen [... müsse] immer primär an figuralen Repräsentationen, d.h. an körperlich durch Bewegen, Singen und Spielen erworbenen Mustern ansetzen, bevor begriffliche Benennung, symbolische Übertragung (Notation) und theoretische Erklärung sinnvoll hinzutreten können. Musik kann nur musikalisch und nicht über Begriffe und Regeln gelernt werden." (Gruhn 1998, 243). In dem hiesigen, bereits im Mai 2022 in der Musikhochschule Münster vorgestellten Beitrag wird gezeigt, wie dieser letzte Satz in der Gehörbildung umgesetzt werden kann. Dabei ist die Ankündigung der „nonverbalen Gehörbildung“ wörtlich zu nehmen, denn in diesem Beitrag wird nicht gesprochen. Die Kommunikation erfolgt ähnlich wie beim Chorsingen durch Zeichengebung, insbesondere durch Hand- und Fingerzeichen, und dann durch Vorsingen und Nachsingen. Damit erübrigt sich die Frage, auf welchen Silben gesungen werden soll, denn obwohl diese Methode eine große Nähe zur Relativen Solmisation hat, werden unterschiedliche Silben vermieden. Obsolet ist damit auch die Diskussion über die Frage, ob die Silbe des Tonikagrundtons in Dur und Moll verschieden sein muss. Die Anregung zu dieser nonverbalen Methode erfolgte durch ein gründliches Studium der Gehörbildungsliteratur, zunächst durch die Ziffernmethode von J.-J. Rousseau, dann auch durch den 1927 erschienenen Beitrag von Johannes Prüfer „Das Fingerklavier“. Die hier vorgestellte Idee wurde übernommen, dass der Daumen immer der Tonikagrundton anzeigt. Auch in der von Christiane Konrad 2006 vorgelegten Dissertation Die „Mutter- und Koselieder“ von Friedrich Wilhelm August Fröbel - Untersuchungen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte wird die Thematik in Abschnitt 6.7. erläutert. In dem hiesigen Beitrag wird der jeweils tonal verstandene Tonraum von den ursprünglich fünf Tönen mittels spezieller Handzeichen auf die Chromatik erweitert. Zur Einführung des Systems wird allerdings zunächst der diatonische Fünftonraum vorgestellt und gemeinsam gesungen. Die hier angewandte Methode hat sich in jahrzehntelanger Chorarbeit bewährt. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Dr. Lutz Felbick (*1954) studierte die Fächer Kirchenmusik in Düsseldorf (Staatliches A-Examen 1982) und Musikwissenschaft in Leipzig (Promotion 2011). 1982-1992 Kantor der Aachener Dreifaltigkeitskirche, weltweite Auftritte als Konzertorganist. Zusätzlich Geschäftsführer der Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen und Chorleitertätigkeiten. 1994-2021 Lehrbeauftragter für Musiktheorie und Gehörbildung an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule. Ab 1987 musikwissenschaftliche Veröffentlichungen mit den Schwerpunkten Musiktheorie, Gehörbildung/Hörerziehung und auditive Wahrnehmung (u.a. Das Wunder des Hörens, LIT-Verlag Münster 2024). | |


