26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:19 MESZ
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Tagesübersicht |
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I. Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Ort: Haus 1, Konzertsaal | |
| Präsentation 3 | |
17:00 - 17:30
Einzelvortrag Themen: Sektion I: Musikalische Wahrnehmung und Gestalt, Sektion III: Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch, Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Karkoschka, phänomenologische Musikanalyse Phänomenologische Ansätze zur Analyse Neuer Musik – Erhard Karkoschka und die Musiktheorie um 1970 Humboldt-Universität zu Berlin Der Komponist und Musiktheoretiker Erhard Karkoschka (1923–2009), der ab 1964 als Professor an der Musikhochschule Stuttgart wirkte, beschäftigte sich intensiv mit Notation, Analyse und der Vermittlung Neuer Musik – wie seine umfangreiche Publikations- und Vortragstätigkeit verdeutlicht. Fragen der Darstellung nahmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Bereits in seiner Dissertation über das Frühwerk Anton Weberns (1959) entwickelte er visuelle Analysewerkzeuge, später dann sogenannte Hörpartituren u. a. für elektronische Musik. Ab Mitte der 1960er-Jahre traten Methoden der Höranalyse hinzu, die strukturelle und formale Zusammenhänge zeitgenössischer Musik – insbesondere mit Hinsicht auf die erweiterten Materialbedingungen der »Sichtbaren Musik«, die Elektronik, Aktionen oder Multimedia einbezog – dem analytischen Unternehmen erschließen sollten. Phänomenologische Ansätze erschienen hier als produktiv, um textbasierte Methoden zu ergänzen und singuläre Gestaltungsqualitäten zu untersuchen. 1968 präsentierte Karkoschka seinen Ansatz auf Einladung von Ernst Thomas, dem Leiter der Darmstädter Ferienkurse, in einem mehrteiligen Kurs. Unter dem Titel »Neues Komponieren: Europa und Übersee – Phänomenologische Analysen 1968« präsentierten Studierende seiner Kompositionsklasse verschiedene Analysebeispiele, die von Karkoschka kommentiert und zur Diskussion gestellt wurden. Zahlreiche Dokumente und Korrespondenzen im Archiv des Internationalen Musikinstituts Darmstadt und im Nachlass Karkoschkas (AdK Berlin) ermöglichen, das Kursgeschehen zu rekonstruieren und dessen Rezeption nachzuvollziehen. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die Frage, warum Karkoschka in seinem Buch Neue Musik Analyse (1976), das das vorläufige Fazit aus seiner langjährigen Forschung zum Thema zieht und wesentlich auf dem Darmstädter Kurs basiert, den Begriff der »phänomenologischen Analyse« nicht mehr verwendete. Karkoschkas phänomenologische Ansätze sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch anschlussfähig an aktuelle musiktheoretische Diskurse zu Wahrnehmung und Hören. Sein Wirken – gleichermaßen im Bereich der Avantgarde wie in der Musikpädagogik verankert – verdeutlicht, wie eng ästhetische, soziale und politische Dimensionen in den Debatten um 1970 miteinander verwoben waren. Der Beitrag rekonstruiert Karkoschkas Ansatz und diskutiert seine Relevanz für die heutige Musiktheorie. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Auf ein künstlerisches Klavierstudium in Leipzig und Birmingham (Improvisation, Komposition und Jazzklavier im Nebenfach), das er 2021 mit dem Konzertexamen beendete, schloss sich ein Masterstudium der Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin an. Seine Masterarbeit setzt sich mit dem Wirken und der Rezeption von Mega-Hertz (MHz), der Improvisationsgruppe des deutschen Komponisten Günther Becker, auseinander. Derzeit bereitet er ein Promotionsprojekt zum Thema: »Notation zwischen Aktion, Live-Elektronik und Multimedia 1960–1980. Günther Becker, Erhard Karkoschka und Joseph Anton Riedl« (Arbeitstitel) an der UdK zu Berlin vor. Von 2023–25 war er studentischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Musikwissenschaft bei Prof. Dr. Susanne Fontaine an der Universität der Künste Berlin, von 2024–26 war er als Tutor am Institut für Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin angestellt. Daneben publiziert er freischaffend für den Tagesspiegel. | |


