26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:06:16 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen Ort: Haus 2, Studiobühne | |
| Präsentation 1 | |
12:30 - 13:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: György Kurtág, Hölderlin-Fragmente, Analyse, Wahrnehmung, Phänomenologie „Posttonale Tonalität“ in György Kurtágs Hölderlin-Fragmenten – eine historisch-phänomenologische Betrachtung Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Österreich György Kurtágs Hölderlin-Fragmente sind ganz ohrenfällig tonale Musik, und doch wird Tonalität ganz anders behandelt als etwa im 18. oder 19. Jahrhundert. Ausgehend von diesem Eindruck habe ich mir folgende Fragen gestellt: Wie geht der stark von Anton Webern beeinflusste Komponist in seinem Werk mit möglichen tonalen Assoziationen um? Und das in einer Zeit, in der die Tonalität in der westlichen Kunstmusik überwunden schien? Gibt es so etwas wie eine „posttonale Tonalität“? Zunächst habe ich eine vor allem auf die Diastematik konzentrierte strukturelle Analyse des Satzes „An Zimmern“ angefertigt. Dabei fielen mir Stellen auf, die gerade in ihrer Reduktion tonal ungemein mehrdeutig waren. Dachte ich beispielsweise an Gregorianik, schien mir eine Phrase plötzlich dorisch, die ich vorher noch als Dur erlebt hatte. Als vorläufige Hypothese möchte ich nach diesen Untersuchungen in den Raum stellen, dass Kurtágs Umgang mit Tonalität insofern mit „posttonaler“ Musik in Verbindung steht, als dass er, vor allem im Mittelteil des Satzes, Mittel zur „Ausschaltung“ der Tonalität einsetzt, die durchaus denen der zweiten Wiener Schule verwandt sind (z.B. ausufernde Querständigkeit, die tonale Beziehungen bis zu einem gewissen Grad aufheben kann). Allerdings scheint es, als wende er diese weniger konsequent an als beispielsweise Webern; vielmehr erlebe ich die Tonalität bei ihm als eine reizvolle „Lizenz“. Angeregt vom Thema des Kongresses möchte ich meine bisherigen Überlegungen zu diesem Satz mit der Phänomenologie in der Nachfolge Husserls in Verbindung bringen. Mein Ansatz hat das Sich-Rückbeziehen auf die Wahrnehmung (hier der tonalen Interpretation einer Phrase) mit dieser Methode gemeinsam. Durch die Beschäftigung mit diesem philosophischen Konzept erhoffe ich mir methodisches Handwerkszeug zu erlangen, die unmittelbare Wahrnehmung für die Analyse von Kurtágs Musik produktiv und möglichst auch intersubjektiv nachvollziehbar zu machen. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Hochschulabschlüsse (HfM Karlsruhe) | |


