26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:06:28 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen Ort: Händel-Haus, Saal | |
| Präsentation 3 | |
9:00 - 9:30
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Zeitgenössische Musik, Enno Poppe, Formanalyse, Kompositionstechnik im 21. Jahrhundert „Immer auf der Schwelle zwischen Ordnung und Unordnung“. Form und Formgestaltung bei Enno Poppe: Laub 1: HfM Mainz; 2: HfM Freiburg Der Vortrag untersucht Enno Poppes Ensemblestück Laub (2024) unter dem Gesichtspunkt der Formbildung zwischen systematischer Konstruktion und kompositorischer Freiheit. Poppes Aussage, das Stück befinde sich »immer auf der Schwelle zwischen Ordnung und Unordnung«, verweist dabei auf ein Spannungsverhältnis, das sowohl die Organisation einzelner Klangereignisse auf der Mikroebene als auch großformale Prozesse bestimmt. Der metaphorische Titel eröffnet zugleich eine Perspektive auf Wahrnehmungsprozesse: Wie die einzelnen Laubblätter eines Baumes sich ähneln und dennoch individuell unterscheidbar bleiben, oszillieren auch die einzelnen Klanggestalten des Stücks zwischen Wiedererkennbarkeit und Differenz. Aus ihnen entstehen Formprozesse, deren emergente Eigenschaften sich schließlich nicht allein aus den Einzelereignissen ableiten lassen. Im Zentrum des Beitrags steht daher die Frage, mit welchen systematischen Verfahren Poppe ordnende Strukturen erzeugt und wie diese im weiteren Kompositionsprozess bei der klanglichen Konkretisierung adaptiert, transformiert oder aufgehoben werden. Dabei soll gezeigt werden, inwiefern eine mathematische Organisation der Form nicht als starres Gerüst, sondern vielmehr als ein dynamisches Dispositiv verstanden werden kann. Poppes Komponieren lässt sich vor diesem Hintergrund als ein dialektischer Prozess verstehen, in dem ästhetische Entscheidungen und insbesondere der Einbezug psychoakustischer Phänomene des Musikhörens eine zentrale Rolle spielen. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Philipp Zocha studierte Musiktheorie bei Immanuel Ott und Birger Petersen und Schulmusik mit Hauptfach Fagott, Latein und Mathematik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er unterrichtet die Fächer Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Mainz und der Hochschule für Musik Freiburg. | |


