26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:02 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen Ort: EHK, Chorsaal | |
| Präsentation 4 | |
17:30 - 18:30
Vortragspanel Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Kompositionslehre, 19. Jahrhundert Kompositionslehre im deutschsprachigen Raum der 1820er/30er Jahre: Zwischen Kontrapunkt, Generalbass und Klavierpraxis 1: HKB Bern; 2: HMT München; 3: HfM Freiburg Die kompositorische Ausbildung im deutschsprachigen Raum der 1820er und 1830er Jahre erfolgte üblicherweise im Rahmen individueller Unterrichtsverhältnisse und fand separat zur instrumentalpraktischen Ausbildung statt. Exemplarisch lässt sich anhand des Unterrichts von Clara Wieck bei Christian Theodor Weinlig bzw. von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Carl Friedrich Zelter zeigen, wie in dieser Zeit kompositionstechnische Grundlagen vermittelt wurden. Auch wenn direkte Unterrichtsaufzeichnungen Wiecks bzw. Mendelssohns fehlen, ermöglichen zeitgleiche Mitschriften anderer Schüler aus denselben Lehrkontexten Einblicke in Inhalte, Methoden und ästhetische Zielsetzungen des Unterrichts (so insbesondere von Franz Anton Morgenroth und Carl Borromäus Miltitz bei Weinlig bzw. von Gustav Wilhelm Teschner bei Zelter). Dabei zeigt sich die nach wie vor zentrale Bedeutung von Generalbass und Kontrapunkt als Fundament kompositorischer Schulung. Im Fall Weinligs verweist dies auf zwei Traditionslinien: Einerseits eine italienisch geprägte – Weinlig studierte bei Stanislao Mattei, der zentralen Figur der bolognesischen Partimento-Tradition –, andererseits die deutschsprachige Theorietradition. So finden sich in den Unterrichtsmitschriften explizite Verweise und inhaltliche Parallelen zu zentralen im deutschsprachigen Raum rezipierten musiktheoretischen Schriften, etwa von Mattheson, Fux, C. P. E. Bach, Kirnberger, Marpurg, Türk, Riepel, Koch und Albrechtsberger. Die Rolle solcher auch transnationalen Transferprozesse für den deutschsprachigen Unterrichtskontext ist bislang nur punktuell untersucht worden (Menke 2018). Neben dieser handwerklich-theoretischen Ausbildung, die meist in älterer Stilistik verhaftet blieb, erfolgte die Prägung einer aktuelleren Klangästhetik zusätzlich in der pianistischen Ausbildung. Das lässt sich exemplarisch an Mendelssohns Klavierunterricht bei Ludwig Berger zeigen, den er parallel zum Kompositionsunterricht bei Zelter erhielt. Berger, selbst anerkannter Pianist, Komponist und Klavierpädagoge, schulte einen lyrisch-poetischen sowie virtuosen Stil und förderte auch improvisatorische Fähigkeiten, wie sich anhandseiner Variations- und Etüdenwerke aufzeigen lässt. Das Panel stellt in drei Teilbeiträgen die kompositorische Ausbildung in ihrem Spannungsverhältnis zwischen älteren generalbass- und kontrapunktbasierten Lehrtraditionen, italienischen und deutschen Traditionslinien sowie einer klavierpraktisch geprägten musikalischen Ausbildungskultur im deutschsprachigen Raum dar. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Giovanni Michelini, geboren 1997 in Modena, studierte Klavier, Orgel, Cembalo, Historische Aufführungspraxis, historische Improvisation sowie Musiktheorie und Gehörbildung in Bologna, München, Salzburg, Berlin und Basel. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem DAAD-Preis, dem Deutschlandstipendium (2020/21) sowie Preisen bei internationalen Orgelwettbewerben. 2022 erhielt er den 2. Preis beim Aufsatzwettbewerb der Gesellschaft für Musiktheorie. Er arbeitete als Dozent für Generalbass- und Partiturspiel an der Hochschule für Musik und Theater München sowie für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Derzeit ist er Doktorand an der Hochschule der Künste Bern / Berner Fachhochschule in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er im Rahmen einer Promotion zu Robert Schumann forscht. | |


