26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:04:24 MESZ
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Tagesübersicht |
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III. Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Ort: Haus 2, Studiobühne | |
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17:30 - 18:00
Weitere Formate Themen: Sektion III: Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Stichworte: Hören, Aristoxenos, Mattheson, Antikenrezeption, Sensualismus vs. Rationalismus „bleibt in Ewigkeit die Bewegung […] des Gehörs als des besten Richters“. Nachhall des Aristoxenos bei Johann Mattheson Universität Zürich, Schweiz Begriffe wie Melos, Metrum, Rhythmus, Enharmonik, Mimesis sind aus der musikalischen Terminologie nicht wegzudenken. Für die Musiktheorie des 21. Jahrhunderts, die in der Regel ohne Kenntnisse des Altgriechischen auskommen muss, eröffnet es neue Perspektiven, die vielfältigen Bezüge, die zwischen der Musik der griechischen Antike und unserer eigenen musikalischen Tradition bestehen, verschärft herauszuarbeiten. Realisiert wird dies in unserem Buchprojekt Eine musica enchiriadis für das 21. Jahrhundert. Die gewollt oder ungewollt aufscheinenden Brechungen, die Akteuren der „Neuzeit“ durch ihre Inanspruchnahme des Altertums entstehen, werden von uns in ihren jeweiligen Zusammenhängen entfaltet. Dies soll anhand eines für das Tagungsthema relevanten Fallbeispiels dargestellt werden: Wenn Begriffe aus anderen Disziplinen entlehnt wurden, um anhand dort anschaulicher Bilder ein musikalisches Phänomen zu erläutern, führten sie immer dann zu Missverständnissen, wenn die Bilder beim Versuch, sie direkt auf Musik zu übertragen, Inkongruenzen erzeugten, die aber kreative Schübe zur Folge hatten. Besonders interessant wird es, wenn vermeintlich unmissverständliche Begriffe wie „Hören“ durch die Jahrhunderte gereicht werden. Johann Mattheson, der sich bekanntlich als Aristoxenus iunior bezeichnet hat, verfolgte damit zweifellos eine bestimmte Absicht: Aristoxenos galt als Widersacher der „Zahlenharmoniker“, der sich lustig machte über Versuche, Musik in Zahlen festzuhalten. Musikalisches Verständnis bedürfe eines guten Gehörs und eines guten Gedächtnisses, keiner Rechenkünste. So zumindest mussten die Theoreme des Griechen für Mattheson geklungen haben – und sie sollten auch so klingen, fügten sie sich doch nahtlos in das im 18. Jahrhundert viel diskutierte nihil est in intellectu, quod non prius fuit in sensu. Was aber bedeutete „Hören“ für Aristoxenos und Mattheson wirklich? Unsere Recherche macht nachvollziehbar, inwieweit man sich im 18. Jahrhundert zwar auf Aristoxenos als auctoritas berief, ihn aber zugleich für eigene Thesen instrumentalisierte. Da der Beitrag ein „Streitgespräch“ zwischen Aristoxenos und Mattheson präsentiert, aber auch das Rahmenprojekt kurz vorgestellt werden soll, bitten die Referentinnen um ein 30-minütiges Zeitfenster. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Elisa Ringendahl, geboren 1989 in Tettnang (DE), studierte Klassische Philologie mit Hauptfach | |


