26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:05 MESZ
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Tagesübersicht |
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III. Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Ort: EHK, Chorsaal | |
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8:30 - 9:00
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Metrum Proportionen, Renaissance, Polemik, praktische Umsetzung Wenn das Platon wüsste: Metrische Proportionen in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts – eine Polemik zwischen Theoretikern Musikwissenschaftliches Institut der Universität Zürich, Schweiz Musiker der Renaissance waren von philosophischen Fragen umgeben, wie etwa: Ist der Mensch das Maß aller Dinge oder nicht? Platon legt solche Diskussionen seinen Hauptfiguren in den Mund, die dabei zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangen. Die vollkommenen Proportionen jedoch, die in den darstellenden Künsten und der Architektur der Renaissance auftauchen, zeigen deutlich, wie seine Worte von den Künstlern interpretiert wurden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich auch Komponisten intensiv mit Fragen zu Proportionen beschäftigten. Im 16. Jahrhundert setzt sich das binäre tempo ordinario durch und lässt die ternäre „göttliche“ und damit „vollkommene“ Tempovorstellung des 15. Jahrhunderts hinter sich. Der Fokus liegt nun auf menschlichen Aspekten wie dem Herzschlag oder dem Gehen. Was bleibt, ist der Wunsch, Proportionen auszudrücken, doch lässt sich Musik nicht von allen Seiten betrachten wie eine Skulptur Michelangelos oder ein Palast Palladios. „Proportionen“ als Wechsel zwischen binären und ternären Abschnitten verkommen zur Modeerscheinung. Scharf kritisiert von jenen, die die griechischen Schriften wirklich studiert und die antiken Texte gelesen haben und sich bitter oder ironisch über die Unwissenheit ihrer Kollegen lustig machen (berühmtestes Beispiel: Vincenzo Galilei über Gioseffo Zarlino). Die Vorgänger der Seconda Pratica wussten nicht nur um die Notwendigkeit, die Regeln des Kontrapunkts zu kunstvoll zu brechen, um den musikalischen Inhalt auszudrücken, sondern auch die des Metrums. Nur so wird Monteverdis berühmte Formulierung der battuta dell’anima verständlich. Einige Komponisten des 17. Jahrhunderts führen dieses anspruchsvolle Erbe fort. Sie haben den Wunsch nach klaren Unterscheidungen in qualitative Dreiergruppierungen auch bei den nun viel kleineren Notenwerten und setzen damit die Idee des früheren color fort. Inwieweit diese Phänomene selbst in Diskussionen über Barockmusik eine Rolle spielt („angleichen oder nicht“) und was Platon darüber gedacht hätte, wird in diesem Beitrag anhand praktischer Beispiele erörtert. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Angelika Moths studierte Cembalo, Musiktheorie sowie Musik-, Kunst- und Islamwissenschaft. Promotion über einen musiktheoretischen Traktat aus dem 16. Jahrhundert. | |


