26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:06:10 MESZ
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Tagesübersicht |
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Workshops/Panels Ort: EHK, Chorsaal | |
| Präsentation 1 | |
11:00 - 12:00
Vortragspanel Themen: Sektion I: Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Stichworte: Musikalische Wahrnehmungsästhetik, Modalität, Programmatik, Franz Liszt, Camille Saint-Saëns Skalen, Klangfarben, Gestalten. Wahrnehmungsästhetische Perspektiven auf das „Fremde“ bei Saint-Saëns und Liszt Hochschule für Musik Mainz (JGU), Deutschland Instrumentalkompositionen des späten 19. Jahrhunderts erweisen sich im Kontext der ästhetischen Diskurse um die Neudeutsche Schule als Weiterführung der symphonischen Tradition unter verstärkter Einbeziehung programmatischer Elemente. Die damit verbundenen neuartigen Klangkonzeptionen betreffen jedoch nicht allein Fragen musikalischer Form, sondern ebenso Prozesse musikalischer Wahrnehmung: Harmonik, Skalenbildung, Instrumentation und klangliche Kolorierungsmittel werden zunehmend als Mittel der Gestaltbildung und Hörerlenkung wirksam. Insbesondere die Integration tonal ambivalenter, modaler oder als »fremd« konnotierter Klänge eröffnet neue Möglichkeiten musikalischen Ausdrucks und verweist zugleich auf die tiefgreifenden Veränderungen kultureller Wahrnehmung im 19. Jahrhundert, die durch koloniale Expansionen, internationale Ausstellungen und neue Formen interkultureller Begegnung maßgeblich geprägt wurden. Vor diesem Hintergrund untersuchen die beiden Vorträge Instrumentalwerke von Camille Saint-Saëns und Franz Liszt im Spannungsfeld zwischen Kompositionsästhetik, musikalischer Gestaltwahrnehmung und zeitgenössischen Hördispositionen. Im Zentrum steht die Frage, wie tonal ambivalente und zeitgenössisch als »fremd« codierte Klangidiome als prägnante musikalische Gestalten wahrgenommen und dadurch spezifische Modi musikalischer Wahrnehmung zwischen Fremdheit, Wiedererkennung und formaler Kohärenz konstituiert werden. Der erste Vortrag untersucht diese Zusammenhänge exemplarisch an Camille Saint-Saëns’ Klavierkonzert L’Égyptien op. 103 und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf tonal ambivalente Harmonik in ihrer Verflechtung mit Prozessen musikalischer Gestaltwahrnehmung. Ausgangspunkt bildet dabei Saint-Saëns’ Rückgriff auf traditionell tonale Satztechnik bei gleichzeitiger modaler Erweiterung der Melodik sowie Erschließung neuer instrumentatorischer Kolorierungsmittel innerhalb einer malerisch-programmatischen Klangästhetik. Der zweite Vortrag widmet sich Franz Liszts Konstruktion eines »ungarischen« Klangidioms im Spannungsfeld zwischen Nationalstil, Programmatik und musikalischer Wahrnehmung. Im Zentrum stehen insbesondere die in den Ungarischen Rhapsodien sowie in der Schrift Die Zigeuner und ihre Musik in Ungarn entworfenen Vorstellungen »ungarischer« beziehungsweise »zigeunerischer« Tonalität. Analysiert wird, wie charakteristische Skalenmodelle, modale Wendungen und harmonische Verfahren als prägnante Klanggestalten organisiert werden und dadurch Prozesse musikalischer Wiedererkennung, Alteritätswahrnehmung und formale Kohärenz ermöglichen. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Hye Min Lee studierte Lehramt Mathematik und Musik, Elementare Musikpädagogik und Musiktheorie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Instrumentalpädagogik Violine am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz. Seit 2024 promoviert sie an der Hochschule für Musik Mainz bei Prof. Birger Petersen mit dem Forschungsschwerpunkt „Lehrtradition und Kompositionsästhetik des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Symphonischen Dichtung in Frankreich“ und unterrichtet seit 2023 Gehörbildung und Musiktheorie an den Musikhochschulen Mainz und Freiburg. | |


