26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:06:28 MESZ
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
I. Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Ort: Haus 1, Konzertsaal | |
| Präsentation 1 | |
12:30 - 13:00
Einzelvortrag Themen: Sektion I: Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Stichworte: Quintenaffäre, Gestalttheorie, Corelli Neue Perspektiven auf Corellis Quintenaffäre Hochschule für Musik Basel FHNW, Schweiz Kurz nach der Veröffentlichung von Arcangelo Corellis op. 2 entzündete sich in Italien eine intensive Kontroverse um die Allemande der dritten Sonate. Die sogenannte Quintenaffäre, die in einem Briefwechsel von insgesamt elf Schreiben aus dem Jahr 1685 dokumentiert ist, hat bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit erfahren als andere vergleichbare musiktheoretische Debatten des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine sequenzielle Verbindung der in die Quinte resolvirenden quarta subsyncopata, die Corelli als Tenue-Satz realisiert. Daraus ergeben sich unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten der betreffenden Passage, insbesondere die Wahrnehmung offener Quintparallelen, die den Streit auslösten. Der Beitrag interpretiert die Quintenaffäre als Ausdruck divergierender Hörwahrnehmungen der beteiligten Protagonisten und verbindet die Analyse satztechnischer Phänomene mit hörpsychologischen sowie aufführungspraktischen Überlegungen. Unter Einbezug gestalttheoretischer Ansätze wird gezeigt, wie Gestaltprinzipien, etwa das Gesetz der Nähe oder der Geschlossenheit, unterschiedliche Wahrnehmungsmöglichkeiten begünstigen. Die theoretisch gewonnenen Einsichten werden durch verschiedene Interpretationen der Allemande ergänzt und auf klanglicher Ebene nachvollziehbar gemacht. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Alena Müller studierte Musiktheorie an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der Hochschule für Musik Freiburg. Derzeit setzt sie ihre Studien mit einem pädagogischen Schwerpunkt bei Johannes Menke in Basel fort. Sie hat einen Lehrauftrag für Musiktheorie und Hörerziehung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und unterrichtet Musiktheorie an der Hochschule Luzern im Rahmen des Programms "Talentförderung Musik Kanton Luzern". | |


