26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:05 MESZ
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Tagesübersicht |
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I. Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Ort: Haus 1, Konzertsaal | |
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11:30 - 12:00
Einzelvortrag Themen: Sektion III: Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Stichworte: Gehörbildung; Höranalyse; Interpretationsanalyse; Methodik; Kriterienbildung „… the music as you hear it …“ Zur Methodik der Interpretationsanalyse per Gehör – nebst einigen Gedanken über fachliche Zuständigkeiten Universität der Künste Berlin, Deutschland Die musikalische Interpretationsforschung hat sich, nach ersten Anfängen in den 1990er Jahren, seit der Jahrtausendwende zu einem wichtigen Bereich der neueren Musikforschung entwickelt. Zu ihren zentralen Disziplinen zählt die Interpretationsanalyse als Auswertung von Tonaufnahmen (den Dokumenten realer oder im Studio fingierter musikalischer Aufführungen). Viel Aufmerksamkeit hat in den letzten Jahren die Methode des distant oder augmented listening gefunden, also der Softwaregestützte[n] Interpretationsanalyse (so der Titel eines von J. Caskel u.a. edierten Sammelbands; Würzburg 2023). Weniger im Vordergrund stand demgegenüber die Methode des close listening, also das Ensemble von Strategien, die bei der Interpretationsanalyse ›mit bloßem Ohr‹ Anwendung finden. Der Vortrag lädt die Fächer Musiktheorie und Gehörbildung dazu ein, diesen Diskurs aktiv mitzugestalten, denn die systematische, kriteriengeleitete Höranalyse zählt traditionell zu ihren wichtigsten Disziplinen. Er plädiert dafür, einerseits Inhalte der Interpretationsanalyse in den Gehörbildungsunterricht zu integrieren, andererseits die spezifische Expertise der Fachgemeinschaft einem Forschungsdiskurs zur Verfügung zu stellen, der von dieser fächerübergreifenden Zusammenarbeit nur profitieren kann. Im Vortrag reflektiert werden methodische Anforderungen einer Form von Höranalyse, die ihre Kriterien nicht primär in Analogie zum Notentext entwickelt, sondern aus dem Klangbild konkret aufgeführter Musik gewinnt. Dabei wird unter anderem auf Impulse reagiert, die das jüngst erschienene Handbuch Musikanalyse (hg. von A. Jeßulat u.a., Kassel/Berlin 2025) zum Thema Höranalyse setzt. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Kilian Sprau studierte Schulmusik, Musiktheorie/Gehörbildung und Klavier in München und Salzburg. Nach dem Studium war er als freiberuflicher Liedbegleiter sowie in Forschung und Lehre tätig (u.a. Musikhochschule München; Universität Augsburg). 2019 übernahm er eine Professur für Musiktheorie an der Universität der Künste Berlin. Im Zentrum seines Interesses stehen Wechselwirkungen zwischen Musik und Sprache; sein vorrangiges Engagement gilt dem Kunstlied und seiner Aufführungsgeschichte. 2016 wurde er mit einer Dissertation zur zyklischen Liedkomposition um 1850 promoviert. 2022 habilitierte er sich auf der Grundlage eines eigenen DFG-Projekts mit einer Arbeit zum performativen Stilmittelgebrauch im spätromantischen Kunstgesang. Von 2013 bis 2019 war er Mitherausgeber der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie. | |


