26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:19 MESZ
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Tagesübersicht |
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IV. Freie Themen Ort: Haus 2, Studiobühne | |
| Präsentation 2 | |
13:00 - 13:30
Einzelvortrag Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Neue Musik, Intertextualität, gehaltsästhetische Wende Gegenwärtige Vergangenheit – Zum Umgang mit tonalen Prätexten bei Spahlinger, Kiem und Kreidler Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, Deutschland Wer vorhandene Musik zum Ausgangspunkt eigener kompositorischer Gestaltung nimmt, positioniert sich damit zwangsläufig zur verwendeten Vorlage. Bei dieser Positionierung sind die Wahl des Prätextes, die angewandten Bearbeitungstechniken und das klangliche bzw. allgemein ästhetische Resultat von Belang, wobei sich das Verhältnis von Nähe und Distanz in den jeweiligen Bereichen sehr unterschiedlich ausnehmen kann. Bei solcher Betrachtung mag zudem ins Blickfeld rücken, welche Aussage die Auseinandersetzung mit vergangener Musik – sofern sie mehr sein will als pragmatische Bearbeitung – über die gegenwärtige enthält. Zur Veranschaulichung des Gesagten möchte ich über drei Kompositionen sprechen, die ein hohes Maß an konzeptueller Reflexion verbindet, die sich hinsichtlich des kompositorischen Zugriffs und der Ästhetik stark voneinander unterscheiden, eine deutliche Standortbestimmung enthalten und biografisch miteinander verwoben sind: Mathias Spahlingers Adieu, m’amour (1983), Eckehard Kiems Grund und Ungrund (1987) und Johannes Kreidlers Compression Sound Art (2009). Johannes Kreidler studierte Komposition bei Spahlinger und Musiktheorie bei Kiem. Während Spahlinger sich für die Unverfügbarkeit der geliebten Musik der Vergangenheit ausspricht, beschwört Kiem deren magische Kraft. Kreidlers Herangehensweise erscheint als dezidierter Bruch mit beiden vorigen Arten der Positionierung. Sein Ansatz steht musterhaft für die von ihm proklamierte digitale Revolution und gehaltsästhetische Wende, und drückt somit einen von einer neuen Komponistengeneration herbeigeführten Paradigmenwechsel aus. Im vorliegenden Fall ist der Bruch so konkret, dass von einer Beziehung ex-negativo gesprochen werden kann. Dies mag als Indiz dafür gelesen werden, dass der Allgemeinheit beanspruchende Paradigmenwechsel nicht zuletzt durch die konkrete Auseinandersetzung mit den Positionen der Lehrer angestoßen worden ist. Wenngleich die ersten beiden Kompositionen in diesem Vergleich also ihrerseits als eine Art Vorlage für das neuere Stück erscheinen, sollen sie doch in ihrer Eigenständigkeit gewürdigt werden. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Studium Schulmusik, Deutsch und Musiktheorie in Freiburg und Stuttgart | |


