26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:05:05 MESZ
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Tagesübersicht |
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I. Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Ort: Haus 1, Konzertsaal | |
| Präsentation 4 | |
17:30 - 18:00
Einzelvortrag Themen: Sektion I: Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Stichworte: Sergiu Celibidache, musikalische Phänomenologie, Reduktion, Transzendenz, Vokalmusik Celibidaches musikalische Phänomenologie und ihre möglichen Grenzen 1: HMDK Stuttgart; 2: BFSM Krumbach Sergiu Celibidache ist einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Phänomenologie unter den ausübenden Musikern des 20. Jh. Von den zahlreichen Dokumenten, die von seiner praxisnahen musikalischen Phänomenologie zeugen, ist das Wichtigste möglicherweise das Buch Über musikalische Phänomenologie, in welchem eine Vorlesung Celibidaches vom Jahr 1985 transkribiert wird. Ein Kernbegriff Celibidaches in Bezug auf musikalische Wahrnehmung ist die Reduktion. Unter dieser ewigen Funktion des menschlichen Geistes versteht er das Integrieren vielzähliger klanglicher Erscheinungen auf unterschiedlichen Ebenen des Werkes in ein die Summe der Teile übertreffendes Ganzes. Das höchste Ziel einer musikalischen Erfahrung ist für Celibidache die Transzendenz, ein Idealzustand des Geistes, bei dem der gesamte musikalische Zeitverlauf in einem einzigen, zeitlosen Moment erfasst wird. Hierbei verschwindet die Trennung zwischen Subjekt (Hörer) und Objekt (Klang) und es entsteht ein veränderter Bewusstseinszustand jenseits jeglicher Emotionalität. Diese und weitere grundlegende Konzepte Celibidaches werden im ersten Teil dieses Vortrags umrissen. Viele der Konzepte und Ideen Celibidaches führen zu spannenden Hinterfragungen, welche den zweiten Teil dieses Vortrags ausmachen. Hiermit seien zwei vorweggenommen: erstens behauptet Celibidache bei einem nicht unbedeutenden Vergleich von Sprache und Musik, dass während erstere sich einer konventionellen Symbolik mit oft mehrdeutiger semantischer Bedeutung bedient, zweitere den Menschen durch reduzierbare Klangerscheinungen unmittelbar anspricht. Wie ist aus phänomenologischer Sicht Musik wahrzunehmen, welche in ihrer Epoche geltende konventionelle Symbole (z. B. musikalisch-rhetorische Figuren) oder bestimmte Erscheinungen mit konkreter semantischer Bedeutung (z. B. Leitmotive) enthält? Lässt diese Musik eine „rein phänomenologische“ Wahrnehmung zu, die diese Symbole und semantische Assoziationen ausblendet? Zweitens ist im Verlauf seiner Rede eine auffällige Leerstelle zu beobachten, nämlich der phänomenologische Zugang zur Vokalmusik. Stellt die Einheit von Musik und Sprache ein musikphänomenologisches Problem dar, auf das Celibidache einfach nicht eingehen möchte, oder ist das Auslassen der Vokalmusik ein klares Zeichen seiner ästhetischen Vorliebe für die absolute Musik, auf der seine musikalische Phänomenologie basiert? Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Unai Ruiz de Gordejuela wurde 1995 in Mendaro (Spanien) geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Von 2013 bis 2016 studierte er Violoncello an der Musik-Akademie Basel bei Rafael Rosenfeld und bekam weitere wertvolle Impulse bei Violoncello- und Kammermusikmeisterkursen unter anderen von Sol Gabetta, Nikolas Altstaedt, Eberhard Feltz und Ferenc Rados. Darauf folgte ein Musiktheorie-Studium an der HMDK Stuttgart bei Bernd Asmus mit einer Abschlussarbeit über Johann Sebastian Bachs zweistimmige Inventionen. 2023 schloss er mit Auszeichnung ebenda ein Musiktheorie-Masterstudium bei Dr. Hubert Moßburger mit einer Abschlussarbeit über Autonomie und Heteronomie in Richard Strauss´ Don Quixote ab. 2023 und 2024 war er Preisträger bei den künstlerischen Wettbewerben der deutschen Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH). Unai hält Vorträge bei internationalen Musiktheorie-Tagungen und ist auch als Kammermusiker und Chorleiter tätig. Neben seiner intensiven Lehrtätigkeit im musiktheoretischen Bereich der BFSM Krumbach hat er seit dem Wintersemester 2024-2025 einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der HMDK Stuttgart. | |


