26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:04:24 MESZ
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Tagesübersicht |
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I. Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Ort: Haus 1, Konzertsaal | |
| Präsentation 1 | |
16:30 - 17:00
Einzelvortrag Themen: Sektion I: Musikalische Wahrnehmung und Gestalt Stichworte: Gestalttheorie, schema theory, Robert O. Gjerdingen, Leonard B. Meyer, Christian v. Ehrenfels Von Bruckner, Wagner und anderen „Gestalten“: Die Entstehung der Ehrenfels'schen Gestaltqualitäten Technische Universität Dortmund, Deutschland Während die Gestalttheorie in der deutschsprachigen Musiktheorie in den 1930er Jahren zum Erliegen kam, wurde sie in den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Anknüpfungspunkt musiktheoretischer und musikästhetischer Konzepte. Durch Leonard B. Meyers Adaption von Gestaltprinzipien für die musikalische Analyse fand sie ihren Weg bis hin zur heute prominenten schema theory von Robert O. Gjerdingen. In diesem Sinne kann die „Gestalthaftigkeit“ als wesentliches Unterscheidungskriterium zwischen den amerikanischen, kognitionswissenschaftlich und soziologisch orientierten schemas und den deutschsprachigen, historisch und satztechnisch orientierten Satzmodellen gelten. In einer Synthese beider Strömungen liegen dabei große Potenziale. Als Grundlage einer solchen Synthese soll die Entstehung der Gestalttheorie anhand der Gestaltqualitäten von Christian von Ehrenfels (1859–1932) dargestellt werden. Obwohl die von Max Wertheimer und Kurt Koffka „exportierte“ Gestalttheorie in den USA erst wieder auf die Musik angewendet werden musste, entstand sie ursprünglich bereits in engsten musikalischen Kontexten: Ehrenfels war nicht nur Philosoph, sondern verstand sich selbst vor allem als Dichter, der – ganz im Sinne Wagners – seine eigenen Texte zu Bühnenwerken vertonen wollte. Als begeisterter Wagnerianer dienten Wagners Leitmotive als Anstoß für die Entwicklung der Gestaltqualitäten, während Ehrenfels’ Privatunterricht bei Bruckner sowie dessen Vorlesungen seine Sicht auf Musiktheorie und deren Didaktik prägten. So nutzte Ehrenfels die Gestaltqualitäten sowohl als Argument für eine musikalische Architektonik bei Wagner als auch als Gegenentwurf zur Musiktheorie seiner Zeit. Erst das Zusammensetzen dieser und vieler weiterer Bruchstücke aus Anekdoten sowie Schriften von und über Ehrenfels offenbart das Potenzial der bei ihm noch provisorisch gebliebenen Gestaltqualitäten für die heutige Musikanalyse. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Frederik Stark (*1994) studierte Lehramt Musik und Deutsch, Tonsatzpädagogik und Musikwissenschaft an der HfMT Köln. Seit 2025 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musiktheorie und Doktorand an der Technischen Universität Dortmund. Daneben hat er Lehraufträge für Musiktheorie und Gehörbildung an der HfMT Köln und der Bergischen Universität Wuppertal inne, unterrichtet an der Rheinischen Musikschule Köln und ist als Kirchenmusiker tätig. Zuvor war er Lehrbeauftragter an der HfM Detmold, HfK Herford und Folkwang Universität der Künste Essen. | |


