26. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Das Wunder des Hörens. Musikalisches Hören zwischen
Kunstanspruch, Kreativität und Wissenschaft
02. – 04. Oktober 2026
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 01. Sept. 2026 11:04:18 MESZ
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Tagesübersicht |
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III. Musikpädagogische Ansätze zwischen Musiktheorie, Gehörbildung und Kunstanspruch Ort: Haus 2, Studiobühne | |
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18:00 - 18:30
Weitere Formate Themen: Sektion IV: Freie Themen und Offene Studierenden-Sektion Stichworte: Nicht-Hören, Gehörlosenkultur, taktile Musikwahrnehmung, visuelles Musikverständnis, Gebärdensprache Das Wunder des Nicht-Hörens. Musikwahrnehmung in der Gehörlosenkultur Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Österreich In der Gehörlosenkultur wird Musik in zweierlei Hinsicht verstanden: Einerseits bezieht sie sich auf die Musik der Hörenden, die von gehörlosen Menschen taktil (durch Vibration) oder visuell (zum Beispiel durch einen/eine Gebärdensprachdolmetscher*in) wahrgenommen werden kann. Andererseits werden damit gebärdensprachliche Kunstformen wie beispielsweise Gebärdensprachpoesie oder Visual Vernacular bezeichnet, die ausschließlich visuell performt und wahrgenommen werden und als visuelle Musik oder Augenmusik bezeichnet werden. Wie Musik wahrgenommen wird oder welche Musikform bevorzugt wird, hängt sowohl vom Schwerhörigkeitsgrad als auch von der soziokulturellen Prägung der gehörlosen Person ab. Der Vortrag gliedert sich in drei Teile: Zunächst werde ich mich mit Definitionen von Gehörlossein und Musik in der Gehörlosenkultur befassen. Im zweiten Teil fokussiere ich mich auf die Musik der Hörenden, die von gehörlosen Menschen wahrgenommen wird. Hier kommen beispielsweise technische Geräte zum Einsatz, die Gehörlosen dabei helfen, Musik durch Vibrationen wahrzunehmen, sowie Gebärdenraps, die auf Rapmusik der Hörenden zurückzuführen sind, aber in Gebärdensprache gedichtet werden. Im dritten Teil beschäftige ich mich mit gebärdensprachlichen Kunstformen, die von gehörlosen Menschen als MUSIK oder LIED bezeichnet werden (die Großschreibung soll auf die betreffenden Gebärden hindeuten). Hierzu werde ich meine ethnographische Forschung zum Berliner Gebärdenchor präsentieren, dessen Mitglied ich seit 2017 bin. Mein Vortrag, der das Hören selbst in Frage stellt, kann auf den ersten Blick etwas provokant wirken und stellt womöglich einen Widerspruch zu anderen Beiträgen dar. Die Beschäftigung mit der Musikwahrnehmung in der Gehörlosenkultur soll jedoch nicht nur dazu dienen, einen Einblick in die Gehörlosen-Musikkultur verschaffen, sondern auch zum Nachdenken über unser Hörend-Sein (Hearingness) hinsichtlich der Musik anregen. Denn Hearingness reflektiert „not only hearing ability but also one’s attitudes, beliefs, and values about Deaf culture.“ (Risser und Lewis 1996) Mit anderen Worten möchte ich auch das Wunder des Nicht-Hörens demonstrieren, das meiner Ansicht nach komplementär zum Wunder des Hörens fungiert. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Chae-Lin Kim is a cellist and ethnomusicologist. She is currently a research fellow at the Music and Minorities Research Center, University of Music and Performing Arts Vienna, where she is leading a FWF-funded research project entitled “Music for the Eye? An Ethnographic Study of Sign Choirs in German-speaking Countries”. She holds a diploma in cello performance from Frankfurt University of Music and Performing Arts. After receiving her MA in musicology from Freie Universität Berlin, she completed her PhD in musicology at Berlin University of the Arts. Her research interests include music in Deaf culture, sign choirs, and sign language literature. | |


