
25. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Unschärfen, Leerstellen, blinde Flecken
17. - 19. Oktober 2025 | Musikhochschule Lübeck
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zeitangaben auf die Zeitzone des Konferenzortes beziehen.
Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Apr. 2026 13:47:07 MESZ
|
Sitzungsübersicht |
| Sitzung | ||
III. Zwischen Kunst und Wissenschaft
Sitzungsthemen: Sektion III – Musiktheorie zwischen Kunst und Wissenschaft
| ||
| Präsentationen | ||
14:30 - 15:00
Einzelvortrag Themen: Sektion V – Freie Themen Stichworte: Dvořák, Instrumentation, Sinfonik Zur Instrumentation der Blasinstrumente im sinfonischen Schaffen Antonín Dvořáks Hochschule für Musik Freiburg, Deutschland Im Laufe seines Lebens komponierte Antonín Dvořák wie vor ihm Ludwig van Beethoven neun Sinfonien. Von diesen neun sind jedoch nur die letzten fünf Sinfonien zu Dvořáks Lebzeiten verlegt worden und erschienen unter der Nummerierung 1 bis 5. Gerade diese Sinfonien stellen den wohl gewichtigsten Teil seiner Instrumentalkompositionen dar und begründen seinen Ruhm als großer Sinfoniker. Blickt man in die Partituren, so lässt sich eine besondere Behandlung des Bläserapparates erkennen, der in seiner Ausgewogenheit seines Gleichen sucht. Der Vortrag beleuchtet jene „Besonderheiten“ in der Instrumentation der Bläser im sinfonischen Schaffen Antonín Dvořáks, versucht diese historisch einzuordnen und Regelmäßigkeiten aufzuzeigen. Nach der Analyse und dem Vergleich ausgewählter Beispiele soll der Frage nachgegangen werden, ob Dvořáks Instrumentation gewisse Spezialisierungen innerhalb des Orchesters (angenommene oder reale) berücksichtig oder einen Teil seines kompositorischen Personalstils darstellt. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Jan Thürmer studierte Schulmusik und Germanistik in Rostock und parallel Bachelor Musiktheorie bei Benjamin Lang. Anschließend trat er sein Masterstudium im Fach Musiktheorie in Freiburg bei Ludwig Holtmeier und Philipp Teriete an (Abschluss voraussichtlich Sommer 25). 15:00 - 16:00
Workshop Themen: Sektion III – Musiktheorie zwischen Kunst und Wissenschaft Stichworte: Stilkritik, historische Methode, Johann Sebastian Bach, Incertas Leerstellen und blinde Flecken bei Johann Sebastian Bach Ulm, Deutschland Das kompositorische Werk Johann Sebastian Bachs ist ein unerschöpflicher Kosmos nicht nur für Liebhaber und Kenner, sondern auch für die Forschung. Im Gegensatz zu den ersteren, ist die Forschung mit dem Problem etlicher Leerstellen und blinden Flecken konfrontiert, wenn es etwa um Echtheitsfragen oder die chronologische Einordnung bestimmter Werke geht. Lange Zeit wurde Bach als Komponist des wohl berühmtesten Orgelstückes überhaupt, Toccata und Fuge d-Moll BWV 565, angezweifelt (Vgl. Peter Williams 1980; Rolf Dietrich Claus 1995/98). In gleicher Weise war er auch als Komponist der Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ BWV 230 umstritten (Vgl. Martin Geck 1967, Friedhelm Krummacher 1974, Klaus Hofmann 2000). Ist die Quellenlage, wie dies bei den beiden genannten Werken der Fall ist, unzureichend, versuchen Bach-Forscher wie Rolf Dietrich Claus, Werner Breig, Pieter Dirksen und viele andere die Probleme mit der sogenannten Stilkritik zu lösen. Diese erweist sich aufgrund ihrer subjektiven Haltung als wissenschaftlich wenig haltbar (Vgl. Weil 2020), weil die Art der Argumentation häufig suggestiv und polemisch ist und die Widerlegung durch Disqualifizieren der entsprechenden Komposition geschieht. (Vgl. K. Hofmann 1988). Hier soll eine bislang relativ unbekannte Methode vorgestellt werden, die auf der Musiktheorie der Bach-Zeit basiert. Entlang der Schriften von z. B. Andreas Werckmeister, Johann Gottfried Walther, Johann Mattheson und vielen anderen, lassen sich unter anderem Entwicklungen in den Tonartensystemen, im Bereich der Kadenzen oder in Gattungen wie der Fuge ablesen. Anhand von ausgewählten Werken, die Bach zugeschrieben werden beziehungsweise als unsicher gelten, soll die historisch-stilkritisch geleitete Untersuchungsmethode vorgestellt und diskutiert werden. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Dr. Andreas Weil, *1968 in Horb am Neckar, Studium der Kirchenmusik, von 1989-93 an der Hochschule in Rottenburg und von 1993-1995 an der Musikhochschule in Stuttgart bei den Professoren Bernhard Ader (Orgel), Willibald Bezler (Improvisation) und Heinrich Deppert (Theorie). Von 1997 bis 2000 private Improvisationsstudien bei Jos van der Kooy in Amsterdam. Teilnehmer bei der Orgelakademie für Improvisation in Altenberg (1992-94), Preisträger beim Improvisationswettbewerb 1998 des Südwestrundfunks und beim Kompositionswettbewerb der Diözese Rottenburg-Stuttgart 2003. | ||