
25. Jahreskongress der
Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)
Unschärfen, Leerstellen, blinde Flecken
17. - 19. Oktober 2025 | Musikhochschule Lübeck
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Die momentane Konferenzzeit ist: 24. Apr. 2026 13:47:29 MESZ
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Sitzungsübersicht |
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V. Freie Sektion
Sitzungsthemen: Sektion V – Freie Themen
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11:30 - 13:00
Vortragspanel Themen: Sektion V – Freie Themen Stichworte: Gustav Mahler, Vierte Symphonie, Interpretationsanalyse, Willem Mengelberg, Bruno Walter Form- und Zeitgestaltung in frühen und jüngeren Aufnahmen von Gustav Mahlers Vierter Symphonie 1Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Österreich; 2Hochschule für Musik Freiburg, Deutschland; 3Universität Mozarteum Salzburg, Österreich Im Kontext der mittlerweile über 100-jährigen Interpretationsgeschichte der Symphonien Gustav Mahlers nimmt die Vierte Symphonie in mehrfacher Hinsicht eine besondere Stellung ein. Als eine der am häufigsten eingespielten und aufgeführten Mahler-Werke wurde sie bereits 1930 erstmals (in allerdings gekürzter Form) auf Schallplatte festgehalten. Auch handelt es sich um die einzige Symphonie, die in einer vollständigen Aufnahme unter der Leitung Willem Mengelbergs erhalten ist, sodass dieser 1939 entstandene Mitschnitt ein einzigartiges Zeitdokument für das Verständnis dieses bedeutenden Mahler-Dirigenten darstellt, das bereits früh zum Gegenstand der Interpretationsforschung wurde (Kropfinger 1985). Ausgehend von der Aufnahme Mengelbergs wird vor dem Hintergrund einer umfassenden Korpusstudie zu sämtlichen Aufnahmen der symphonischen Werke Mahlers in diesem Panel eine Gegenüberstellung früher und jüngerer Aufnahmen der Vierten unternommen mit dem Ziel wesentliche Veränderungen der Interpretationsgeschichte gleichsam im Zeitraffer zu erhellen. Vier Impulsreferate zu je 15 Minuten befassen sich mit den Aufnahmen Mengelbergs (Cosima Linke), Bruno Walters (Peter Revers), Simon Rattles (Thomas Wozonig) und Jonathan Notts (Christian Utz), eine Diskussion von 30 Minuten Dauer schließt sich an. Im Fokus der Interpretationsanalysen stehen Aspekte der makro- und mikroformalen Zeitgestaltung, die den Zusammenhang von klingender Interpretation und Formwahrnehmung in den Vordergrund stellen. Dies geschieht insbesondere auf Basis einer Diskussion (1) der Gewichtungen und Zusammenhangsbildung innerhalb der viersätzigen Anlage, (2) der interpretatorischen Ausgestaltung der Einzelsätze hinsichtlich ihrer jeweiligen formalen Architektur, (3) von Phänomenen der Satztechnik, Instrumentation und Klanggestaltung, wie des Verhältnisses von Vokal- und Instrumentalstimmen im Finalsatz, (4) von Indikatoren „traditions-“ und „moderneorientierter“ Deutungsmodelle in den besprochenen Aufnahmen. Methodisch verfolgen die vier Einzelbeiträge einen multiperspektivischen Zugang, der sowohl quantitative als auch qualitative Methoden der Interpretationsforschung mit musiktheoretischer Analyse verbindet, anknüpfend an jüngere Studien, in denen anhand von Mahlers Werken klang- und formanalytische, philologische und empirische Methoden der Interpretationsanalyse verknüpft werden (Wüstendörfer 2019, Utz 2023). Dabei stützen sich die Vortragenden auf eine umfangreiche, zum Zeitpunkt der Einreichung weitgehend abgeschlossene Korpusstudie, in der über 250 Aufnahmen der Vierten Symphonie zwischen 1930 und 2022 unter makro- und mikroformalen Gesichtspunkten vermessen und hinsichtlich historischer Tendenzen ausgewertet wurden. Zusätzlich werden Mengelbergs annotierte Dirigierpartitur und Stellungnahmen der Dirigenten als Quellen herangezogen. Kurzer Lebenslauf der vortragenden Autorin / des vortragenden Autors: Cosima Linke ist seit 2024 Professorin für Musikwissenschaft/Musiktheorie an der Hochschule für Musik Freiburg. Sie war zuvor Professorin für Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und hatte von 2018 bis Anfang 2024 eine Vertretungsprofessur für Musikwissenschaft mit einem Schwerpunkt Musiktheorie an der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken inne. Nach einem Studium der Schulmusik mit Hauptfach Klavier, Germanistik und Musiktheorie in Freiburg promovierte sie in Musikwissenschaft mit einer musikphilosophischen und musikanalytischen Arbeit zum Thema „Konstellationen – Form in neuer Musik und ästhetische Erfahrung im Ausgang von Adorno“ (erschienen bei Schott Campus 2018). Ihre Dissertation wurde 2016 mit dem Promotionspreis der Gesellschaft für Musikforschung ausgezeichnet. | ||