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Sitzungsübersicht
Sitzung
V5: Visualisierung und Erkenntnis
Zeit:
Mittwoch, 04.03.2020:
11:00 - 12:30

Chair der Sitzung: Lars Wieneke, Universität Luxembourg
Ort: H 2

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Präsentationen

Die Falte: Ein Denkraum für interaktive und kritische Datenvisualisierungen

Viktoria Brüggemann, Mark-Jan Bludau, Marian Dörk

UCLAB, Fachhochschule Potsdam, Deutschland

Wir schlagen den philosophischen Begriff der Falte als Denkraum für die Gestaltung und Interpretation interaktiver Datenvisualisierungen vor. Visualisierungen geisteswissenschaftlicher Sammlungen bieten spannende Möglichkeiten für interaktive Repräsentationen, welche die Sammlungen und ihre zugrundeliegenden Objekte zugänglich machen, sie aber ebenso kritisch beleuchten sollten. Dies führt nicht selten zu komplexen und teils widersprüchlichen Anforderungen an die entstehenden Visualisierungen. Das von Gilles Deleuze ausgearbeitete Konzept der Falte eröffnet einen Denkraum, der die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Vielfalt visueller Repräsentation, sondern auch auf die vermeintliche Objektivität der zugrundeliegenden Daten lenkt. Darüber hinaus bietet die Falte eine Möglichkeit, Visualisierungen durch die Linse von drei integrierten Operationen zu analysieren und zu konzeptualisieren: Explikation, Implikation und Komplikation. Durch diese Linse betrachtet werden interaktive Visualisierungen zu Portalen, welche Zugang zu kohärenten, elastischen und letztlich unendlichen Informationsräumen anbieten können.



Ikonizität als Erkenntnismittel - Vollständigkeit, Verständlichkeit und Kontextualisierung als Grundprinzipien der Visualisierung

Linda Freyberg1,2

1Leuphana Universität Lüneburg; 2Fachhochschule Potsdam, Deutschland

Der Vortrag beruht auf einer Dissertation, welche sich mit Bildlichkeit als Erkenntnismittel im Kontext digitaler Wissensorganisation beschäftigt. Die Ikonizität der Information adressiert in diesem Kontext einmal eine implizite Dimension auf einer strukturellen, morphologischen oder topologischen Ebene sowie explizite visuelle Ausdrucksformen wie Visualisierungen, die Objekte und ihre Relationen anschaulich machen. Paul Otlets Mundaneum, Otto Neuraths Isotype und Aby Warburgs Mnemosyne Bildatlas fungieren dabei als historische Beuspiele und werden als Modelle betrachtet, wie man Wissen ordnen, darstellen und visuell präsentieren kann. Die grundsätzlichen Ansätze der Vollständigkeit, Verständlichkeit und Kontextualisierung werden als Hauptmodi der Visualisierung präsentiert und jeweils mit zeitgenössischen Visualisierungen aus dem Bereich der Kulturdaten in Bezug gesetzt.



3D-Rekonstruktion als Werkzeug der Quellenreflexion

Heike Messemer1, Christiane Clados2

1Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland; 2Philipps-Universität Marburg, Deutschland

In den letzten Jahren sind 3D-Rekonstruktionen nicht nur zu einem bedeutenden Instrument bei der Visualisierung bestimmter Aspekte des kulturellen Erbes geworden, sondern sie erlauben zudem, bestehende Arbeitshypothesen zu überprüfen und einen Mehrwert an Erkenntnis zu erzielen. Wie aber generiert sich der Erkenntnisgewinn während des Rekonstruktionsprozesses und der damit einhergehenden (Re-)Evaluierung von Quellen und Befund? Wie lässt sich ein Mehrwert an Wissen in die bereits etablierten Dokumentationsmethoden integrieren? Der Beitrag möchte diese Fragen am Beispiel der 3D-Rekonstruktion eines architektonischen und eines archäologischen Objekts diskutieren: die Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Sophienkirche Dresden, die 1964 abgerissen wurde; ein altkolumbianischer Nasenschmuck aus der Sammlung des Museo Del Oro, Bogotá.



 
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