Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
V3: Interpretationsspielräume
Zeit:
Mittwoch, 04.03.2020:
9:00 - 10:30

Chair der Sitzung: Nils Reiter, Universität zu Köln
Ort: H 3

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Präsentationen

Würgegriff oder Rettungsanker? – Interpretationsspielräume handschriftlicher (Musik-)Quellen im digitalen Kontext

Joachim Veit

Universität Paderborn, Deutschland

Artikulation und Dynamik in Musikhandschriften bieten eine Fülle von Schwierigkeiten bezüglich ihrer inhaltlichen Deutung. Editionen verlangen in der Regel Eindeutigkeit. Bisherige digitale Musikeditionen suchen den Deutungsspielraum durch Faksimiles oder explizite Codierung von Lesarten bzw. zusätzlich durch die enge Bindung des Textes an das Dokument wieder zu öffnen. Für eine grundsätzlichere Bewertung der Phänomene ist mehr erforderlich: Bestimmung operationalisierbarer Fragestellungen sowie Materialitäts- und Schriftlichkeitsuntersuchungen auf einer großen Datenbasis unter Rückgriff auf Methoden der Künstlichen Intelligenz – jedoch stets im Zusammenspiel mit der Kontrollinstanz von Einzelstudien, die explizit die vielfältigen Kontexte berücksichtigen, in die Zeichen eingebettet sind.



Interpretationsspielräume. Undogmatisches Annotieren literarischer Texte in CATMA 6

Jan Horstmann, Janina Jacke

Universität Hamburg, Deutschland

Damit sich Annotation als Methode in der Literaturwissenschaft etablieren kann, müssen Annotationstools die theoretischen und methodischen Spezifika literaturwissenschaflicher Textauslegung abbilden. Dieser Beitrag demonstriert am Beispiel der Annotations- und Analyseplattform CATMA 6, wie dies aussehen kann. Literaturwissenschaftliche Textauslegung zeichnet sich besonders durch verschiedenartige Spielräume aus: Textinterpretation kann mannigfaltige Ziele haben, literarische Texte sind oft ambig und deswegen unterschiedlich auslegbar und die Arbeit am Text kann methodisch unterschiedlich gestaltet sein. Diese Spielräume zu schaffen und zugleich behutsam zu reglementieren, ist eine große Herausforderung für Annotationsprogramme. In CATMA 6 wird diesem Desiderat durch eine Vielzahl besonderer Funktionaliäten begegnet: (1) Drei Annotationmodi erlauben eine an Phasen und persönliche Arbeitsweise angepasste Texterforschung; (2) Mehrfachannotationen ermöglichen die Untersuchung verschiedener Textdimensionen und die Formulierung konkurrierender Interpretationshypothesen; (3) mit Metaannotationen können Interpretationshypothesen kontextualisiert, argumentativ gestützt oder modalisiert werden; und (4) im Rahmen kollaborativer Annotation können Interpretationen in einem individualisierbaren Projektsetting gemeinsam erarbeitet und ausgehandelt werden.



Varianz, Ambiguität, Unsicherheit. Methodische Schlaglichter zur mittelniederdeutschen Grammatikographie

Sarah Ihden

Universität Hamburg, Deutschland

Eine besondere Herausforderung in der Grammatikographie historischer Sprachstufen des Deutschen stellt der Umgang mit Varianz, Ambiguitäten und Unsicherheiten dar. Hinzu kommt die Gefahr, dass durch die den Analysen für die Grammatikschreibung zugrunde gelegten Daten, insbesondere grammatische Annotationen in Korpora, die Ergebnisse dieser Analysen gewissermaßen vorgeprägt sind. Diese Besonderheiten sind auch bei der geplanten Bearbeitung der Flexionsmorphologie als Teil einer neuen wissenschaftlichen mittelniederdeutschen Grammatik zu berücksichtigen. Im Vortrag sollen die Methoden und Grundsätze dieser neuen Grammatik vorgestellt werden, wobei ein Fokus auf der Variationssensitivität und dem Korpusbezug liegt. Zudem soll beschrieben und anhand erster Analysen veranschaulicht werden, wie in der Erforschung der mittelniederdeutschen Flexionsmorphologie dem potentiellen Risiko einer zirkulären Darstellung begegnet wird und wie auf der Basis von Daten, die möglichst oberflächenbezogen annotiert und in denen Ambiguitäten ausgezeichnet sind, flexionsmorphologische Variation ermittelt und vor dem Hintergrund potentieller außer- und innersprachlicher Parameter beschrieben werden kann.



 
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