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Sitzungsübersicht
Sitzung
V18: Sprachanalyse und Übersetzung
Zeit:
Freitag, 06.03.2020:
11:00 - 12:30

Chair der Sitzung: Jürgen Hermes, Universität zu Köln
Ort: H 1

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Präsentationen

m*w Figurengender zwischen Stereotypisierung und literarischen und theoretischen Spielräumen Genderstereotype und -bewertungen in der Literatur des 19. Jahrhunderts

Mareike Schumacher, Marie Flüh

University of Hamburg, Deutschland

Während in den Digital Humanities bereits erste korpusbasierte Analysen von Figurengender in der Literatur vorgelegt wurden (Underwood 2019: 111ff), wird in den Kulturwissenschaften zu diesem Thema selten korpusbasiert gearbeitet. Stattdessen sind Theorien zur Genderthematik häufig philosophisch-soziologisch (z.B. bei Beauvoir oder Bourdieu), diskurstheoretisch (z.B. Foucault) oder dekonstruktivistisch (z.B. Butler) motiviert. Die Lücke zwischen einer an technischen Methoden ausgerichteten Modellierung und der theoretischen Betrachtung der Genderthematik schließen wir mit dem Projekt m*w, dessen Pilotstudie wir hier vorstellen. Das Projekt wurde im August 2019 als Beitrag für den CorpusContest des Heidelberger InFoDiTex-Netzwerkes und des DiscourseLab initiiert. Mit einem theoriegeleiteten Digital-Humanities-Ansatz zeigen wir, dass kulturwissenschaftliche Theorien so operationalisiert werden können, dass sie digital auf ein literarisches Korpus anwendbar sind. Die Textgrundlage der Pilotstudie sind ausgewählte Erzähltexte des Deutschen Novellenschatzes (Paul Heyse und Hermann Kurz 1871–1876). In unserem Beitrag stellen wir erste signifikante inhaltliche Ergebnisse der Pilotstudie vor.



Spiele im Spiel – Datenbankbasiertes Arbeiten zur interaktionale Sprache im Dramenwerk von Andreas Gryphius

Lisa Eggert1, Melissa Müller2

1Universität Duisburg-Essen, Deutschland; 2Universität Hamburg

Die Bühnensprache des Barocktheaters – insbesondere der Trauerspiele – ist normiert. Der Alexandriner als Sprechvers mit seiner festen Anzahl an Hebungen und dem Paarreim scheint trotz der dialogischen Struktur der Texte kaum Spielräume für eine Mündlichkeit im heutigen Sinne zu lassen. Die gebundene und dadurch disziplinierte Sprache der Dramen steht in Spannung zu gängigen Vorstellungen von Mündlichkeit, gilt diese doch als spontan, wenig regelhaft und in der Tendenz individuell statt standardisiert.

Welche Spielräume lässt die Versifizierung dennoch zu? Welche Formen konzeptioneller Mündlichkeit lassen sich in barocken Dramentexten finden? Lassen sich Korrelationen zwischen linguistischen Phänomenen interaktionaler Sprache und den verschiedenen Möglichkeiten der Versgestaltung feststellen? Und welche Spielräume der Interpretation erlaubt dabei die digitale Annotation der Dramentexte?



Sprachvarietätenabhängige Terminologie in der neuronalen maschinellen Übersetzung: Eine Analyse in der Sprachrichtung Englisch-Deutsch mit Schwerpunkt auf der österreichischen Varietät der deutschen Sprache

Barbara Heinisch

Universität Wien, Österreich

Maschinelle Übersetzung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Für das Training eines neuronalen maschinellen Übersetzungssystems sind große Mengen an (qualitativ hochwertigen) bilingualen Sprachressourcen erforderlich. Neben der Anpassung eines maschinellen Übersetzungssystems an ein Fachgebiet und die zugehörige Terminologie, spielt auch die Sprachvarietät eine entscheidende Rolle. Ausgehend von der Hypothese, dass (generische) maschinelle Übersetzungssysteme überwiegend die deutsche Standardvarietät der deutschen Sprache als Übersetzungsergebnis für Terminologie ausgeben, wurde eine Analyse in der Sprachrichtung Englisch-Deutsch mit drei (frei) verfügbaren neuronalen maschinellen Übersetzungssystemen mit Terminologie aus den Domänen Kulinarik, Rechts- und Verwaltungssprache durchgeführt. Es wurde ein Überhang an standardvarietätenabhängiger Terminologie, die der deutschen Varietät des Deutschen zugeordnet werden kann, festgestellt. Durch die Auswahl und die Menge der zur Verfügung stehenden Sprachressourcen für das Training von maschinellen Übersetzungssystemen kann es dazu kommen, dass die sprachliche Vielfalt eingeschränkt wird. Für die digitalen Geisteswissenschaften erlauben diese Ergebnisse eine Reflexion über die Ergebnisse von maschineller Übersetzung.



 
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