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Sitzungsübersicht
Sitzung
V9: Dramenanalyse
Zeit:
Mittwoch, 04.03.2020:
14:00 - 15:30

Chair der Sitzung: Thomas Staecker, ULB Darmstadt
Ort: H 3

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Präsentationen

Passive Präsenz tragischer Hauptfiguren im Drama

Marcus Willand1, Benjamin Krautter1,2, Janis Pagel2, Nils Reiter2,3

1Universität Heidelberg, Deutschland; 2Universität Stuttgart; 3Universität zu Köln

Der Vortrag stellt einen Versuch vor, Figurenpräsenz in dramatischen Texten auch als "passive Präsenz" zu modellieren, d.h. greifbar zu machen, dass gerade auf Hauptfiguren auf sehr unterschiedliche Weise referiert wird, wenn diese gerade nicht selbst handeln. Dazu stellen wir eine Operationalisierung von „passiver Präsenz“ vor und vergleichen die aktive und passive Präsenz von Hauptfiguren in unterschiedlichen dramatischen Gernres und Epochen. Die identifizierbare gattungsspezifische Präsenzgestaltung von Hauptfiguren lässt auf grundlegend divergierende Bauprinzipien dramatischer Text schließen. Da diese Unterschiede beim linearen Lesen jedoch kaum sichtbar sind, möchte dieser Forschungsbeitrag als Argument für die Erweiterung der qualitativ-interpretierenden Dramenanalyse durch quantitative Methoden verstanden werden.



Ein Schritt zurück: Distinktive Eigenschaften im deutschsprachigen Drama

Benjamin Krautter

Universität Stuttgart, Deutschland

Ziel dieses Beitrags ist es, zu erörtern, welche quantitativ erfassbaren Merkmale dramatischer Texte geeignet sind, um eine literarhistorische Verortung der Dramen vorzunehmen. Anders formuliert: Es sollen die Kriterien ermittelt werden, die bezogen auf die Entstehungszeit der Dramen distinktiv sind. Zu diesem Zweck dient eine Klassifikationsaufgabe. Ließen sich die dramatischen Texte erfolgreich ihrem Veröffentlichungszeitpunkt zuweisen, könnte daraus auf die Kriterien rückgeschlossen werden, die den entscheidenden Beitrag zu dieser Klassifikation leisten. Daran anschließend wäre eine Rückübersetzung der ermittelten Merkmale denkbar – analog zur Operationalisierung –, die eine Interpretation anleiten könnten.



Romeo, Freund des Mercutio: Semi-Automatische Extraktion von Beziehungen zwischen dramatischen Figuren

Nathalie Wiedmer1, Janis Pagel1, Nils Reiter1,2

1Universität Stuttgart, Deutschland; 2Universität Köln, Deutschland

In diesem Beitrag stellen wir eine Methode vor, um Informationen über Figurenrelationen in dramatischen Texten, die innerhalb der dramatis personae (Figurenverzeichnis) sprachlich kodiert sind, zu extrahieren und maschinenlesbar im TEI/XML vorzuhalten

Das Verfahren ist auch für in Zukunft digitalisierte Dramen anwendbar, und wird von uns als quelloffene Software zur Verfügung gestellt. Es ist vergleichsweise einfach auf neue Sprachstufen oder Genres anpassbar und liefert eine gute Vorlage. Eine Evaluation des Verfahrens erfolgt auf ungesehenen Testdaten. Außerdem veröffentlichen wir einen Datensatz mit extrahierten Figurenrelationen aus deutschsprachigen Dramen, die manuell validiert und korrigiert wurden. Diese Daten werden zur einfachen und breiten Nutzung im TEI-Format in das GerDraCor eingespeist. Schlussendlich beschreiben wir beispielhaft zwei Analyseszenarien in denen die Daten neue Einblicke bieten (können).



 
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