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Sitzungsübersicht
Sitzung
V13: Text / Theorie in Vergangenheit und Zukunft
Zeit:
Donnerstag, 05.03.2020:
11:00 - 12:30

Ort: H 1

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Präsentationen

Positivismus der geistigen Gegenstände: Carnap und die Digital Humanities

Stefan Heßbrüggen-Walter

HSE University, Russland

Der Vorwurf des Positivismus an die Adresse der digitalen Geisteswissenschaften ist ein Gemeinplatz. Jedoch ist es nicht immer einfach zu verstehen, was damit gemeint sei. In meinem Beitrag entwickele ich im Anschluss an Carnaps "Der logische Aufbau der Welt" (1928) ein positivistisches Verständnis des Gegenstandes der digitalen Geisteswissenschaften und zeige, wie ein solches Verständnis der Theoriebildung innerhalb der DH neue Spielräume eröffnen kann.



"As a Hobby at First" – Künstlerische Produktion als Modellierung

Toni Bernhart

Universität Stuttgart, Deutschland

Modellierung und Interpretation sind zentrale Arbeitsfelder der Digital Humanities. Modellierung wird gegenwärtig jedoch vorwiegend theoretisch verstanden und dient der Analyse. Ein anderer Aspekt der Modellierung ist die künstlerische Produktion, die derzeit aber kaum als genuines Arbeitsfeld der Digital Humanities gilt. Anders verhielt es sich in der Kybernetik der späten 1950er und 1960er Jahre. Modellierung wurde ganz selbstverständlich auch als künstlerische Produktion verstanden. Beispielhaft sind der Mathematiker Theo Lutz (1932–2010) und der Physiker Wilhelm Fucks (1902-1990). Lutz' "Stochastische Texte" (1959) waren die ersten mit einer programmierten Rechenmaschine generierten Texte in deutscher Sprache. Fucks, dessen kompositorisches Schaffen bislang unbeachtet geblieben ist, gelang Ende der 1960er Jahre der Anschluss an exponierte Vertreter der Neuen Musik wie Iannis Xenakis, Hermann Scherchen und John Cage. Der Vortrag wird anhand von bislang unveröffentlichtem Archivmaterial das künstlerische Schaffen von Lutz und Fucks veranschaulichen und nach den Unterschieden zwischen historischer Kybernetik und digitaler Medienkunst der Gegenwart fragen.



Wie wir lesen könnten. Streamreader<sub>PS</sub> 0.1

Patrick Sahle

Bergische Universität Wuppertal, Deutschland

Der Vortrag stellt kein Projekt, sondern die Ausgangspunkte und Grundüberlegungen für ein Forschungsprogramm vor. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit Textualität und Textmedialität auf der Basis von Gedankenexperimenten und experimenteller und explorativer Prototypenentwicklung. Dazu wird die Behauptung, Text sei essentiell ein "stream of tokens" ernst genommen und über konsequente Medialisierungsformen bzw. Anwendungen in digitalen Umgebungen nachgedacht. Das Ergebnis sind "streamreader", die Text als einzelne laufende Schriftzeile präsentieren und lesbar machen. Dies wiederum erlaubt die Reflexion von Textualität im Allgemeinen und von einzelnen Textfeatures und medialen Funktionen im Besonderen. Jenseits der intermedialen Reproduktion von Text entstehen Spielräume für das Ausloten neuer Anwendungsmöglichkeiten. Damit wird ein neues Textmedium erfunden, das nicht nur seine Form, sondern auch seine Funktion erst noch finden muss.



 
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