Conference Agenda
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A5: Zeit in der Evaluationspraxis in der Sozialen Arbeit
Session Topics: Einreichung zum Tagungsthema, 1.10 Soziale Dienstleistungen (AK), 2.6 Sonstige theoretische und methodische Aspekte der Evaluation, 3.2 Forschung über Evaluation (Evaluation als Forschungsgegenstand), 3.5 Nutzung und Einfluss von Evaluationen, 3.9 Sonstige übergreifende Themen der Evaluation
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A5: Zeit in der Evaluationspraxis in der Sozialen Arbeit Zeit in der Sozialen Arbeit stellt eine knappe Ressource sowie einen maßgeblichen Faktor für die wirksame Entfaltung professionellen Handelns und pädagogischer Prozesse dar. Auch in der Evaluationspraxis in diesem Bereich spielt Zeit eine mehrdimensionale Rolle. Die Session geht anhand von drei Beiträgen der Frage nach, wie und in welchen Kontexten Zeit Relevanz entfaltet und diskutiert, welche Implikationen damit einhergehen. Im Beitrag von Fabian Pioch / Michael Lambertus / Edgar Baumgartner (Fachhochschule Nordwestschweiz) Facetten von «Zeit» in Evaluationsberichten in der Sozialen Arbeit wird die Frage aufgeworfen, welche Bedeutung das Thema Zeit in der Evaluationspraxis in der Sozialen Arbeit hat. Dieser Beitrag möchte diese Frage anhand von Evaluationsberichten der letzten Jahre explorativ untersuchen. Das Sample an Berichten entstammt einem laufenden Projekt (https://data.snf.ch/grants/grant/10004890) mit Fokus auf Evaluationsprojekte in der Sozialen Arbeit der deutschen Schweiz. Forschungsleitende Annahme ist, dass die Thematik Zeit vor allem in drei Bedeutungskontexten relevant ist und in Evaluationsberichten angesprochen wird: a) Evaluationsgegenstand: Zeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Programmen und Interventionen wie auch für die Entfaltung von Wirkungen. Dem Verhältnis von Evaluation und deren Gegenstand liegt auch eine Entscheidung darüber zugrunde, ab wann sich ein Programm etabliert hat, um evaluiert zu werden, oder als neue Praxis einer begleitenden Evaluation bedarf. b) Evaluationsdesign: Zeit spielt eine zentrale Rolle bei der Setzung von Messzeitpunkten und damit des Zeitraums, während dem ein Programm evaluiert wird. c) Evaluationspraxis: Die Umsetzung jeder Evaluation braucht Zeitressourcen. Jenseits dieser drei Bedeutungskontexte finden sich in Evaluationsberichten allenfalls weitere Verweise auf «Zeit». Derartige Hinweise werden über eine KI-gestützt Inhaltsanalyse identifiziert und im Hinblick auf die genannte Annahme ausgewertet. Der Beitrag von Steffen Loick Molina (IU Campus Berlin) und Stefanie Reiter (Fachhochschule Erfurt) Zeitliche Aushandlungen und Eigenzeiten der Evaluation: Ethnografische Perspektiven auf Prozessdynamiken in Planungsgesprächen zwischen zivilgesellschaftlichen Trägerverbünden und politischen Akteur:innen reflektiert Potentiale und Grenzen eines ethnografischen Zugangs, zeitliche Mikroprozesse der Evaluation sichtbar zu machen. Material und Erfahrungen entstammen der Evaluation des Bundesprogramms “Demokratie leben!” (2020-2024), in dem zivilgesellschaftliche Trägernetzwerke gefördert wurden, um bundesweiten Transfer von Erkenntnissen u.a. in Regelstrukturen der Sozialen Arbeit anzuregen. Planungsgespräche zwischen zivilgesellschaftlichen Trägerverbünden und politischen Akteur:innen stellen dabei ein zentrales Format dar, in dem Ziele, Maßnahmen und Ressourcen verhandelt, sowie zeitliche Limitationen, Erwartungshaltungen zu Erträgen und Entwicklungsdynamiken wirkmächtig verankert werden. Der Beitrag nimmt die Gespräche als temporale Knotenpunkte von Evaluation sowie darin eingelagerte Vorstellungen von und Praktiken des Fortschritts und der (produktiven) Veränderung in den Blick. Auf Basis fokussierter teilnehmender Beobachtungen sowie Dokumentenanalysen wird untersucht, wie Zeit in diesen Settings hergestellt, strukturiert und verargumentiert wird. Es wird gefragt, wie sich zeitbezogene Zielkonflikte zwischen Vorgaben, Implementierungsrealitäten und evaluativer Erkenntnisproduktion im Interaktionsgeschehen zeigen und welche Bedeutung dies für die Produktion und Nutzbarkeit von Evaluationsergebnissen hat. Der Beitrag möchte damit zur Diskussion beitragen, wie eine temporal sensibilisierte Evaluationspraxis gestaltet werden kann, die Zeit als konstitutives Element von Steuerung, Lernen und Wissensproduktion versteht. Der Beitrag von Dieter Röh (Fakultät Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik der HAW Hamburg) beschäftigt sich mit der Bedeutung von Zeit in der und für die Umsetzung von Evaluationsergebnissen im Bereich Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Beeinträchtigungen. Diese Kontexte beziehen sich auf die
In diesen Projekten konnte eine individuelle Bewusstseinsveränderung bei den beteiligten Stakeholder:innen als Professionelle bzw. Studierenden und Lehrenden oder Nutzer:innen festgestellt werden. Was sich hingegen bisher kaum in der Evaluation zeigen ließ sind strukturelle Veränderungen. Ohne Strukturveränderungen sind individuelle Lernerfolge oder Teilhabe am Arbeitsleben nicht nachhaltig. In der Fortsetzung von HSB Inklusiv soll geklärt werden, welche Interventionen erforderlich sind, um als Bildungs- und Lernprojekt an einer Hochschule nachhaltig Wirkungen entfalten zu können. | |