29. Jahrestagung der DeGEval
Evaluation und Zeit
23. - 25. September 2026 | Frankfurt a. M.
Veranstaltungsprogramm
Hier können Sie das Tagungsprogramm unserer 29. DeGEval-Jahrestagung einsehen.
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Hinweis: Blau eingefärbte Sitzungen beziehen sich inhaltlich auf das Tagungsthema "Evaluation und Zeit".
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Tagesübersicht |
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C7: Selbstevaluation im Spannungsfeld von Reflexion, Steuerung, Legitimation und zeitlichen Regimen
Sitzungsthemen: Einreichung zum Tagungsthema, 1.10 Soziale Dienstleistungen (AK), 2.2 Evaluationstheorie und Evaluationsansätze (z.B. Nutzungsorientierte Evaluation etc.), 3.1.2 Evaluation Capacity Building/Development, 3.5 Nutzung und Einfluss von Evaluationen, 3.7 Standards der Evaluation und ethische Fragen
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| Präsentationen | |
C7: Selbstevaluation im Spannungsfeld von Reflexion, Steuerung, Legitimation und zeitlichen Regimen In unterschiedlichen Praxisfeldern – insbesondere in der Sozialen Arbeit – werden Evaluationen in den letzten Jahren zunehmend als Selbstevaluationen durchgeführt oder durch diese ergänzt. Auch Fördermittelgebende erwarten immer häufiger die Umsetzung von Selbstevaluationen. Darüber hinaus wird von externen Evaluationen oft nicht nur eine Bewertung, sondern ebenso eine Qualifizierung der Praxis erwartet, sodass Fachkräfte befähigt werden, Selbstevaluationen eigenständig umzusetzen. Selbstevaluation gilt als Instrument zur Überprüfung und Verbesserung der eigenen Praxis oder aber auch zur Legitimation des eigenen Handelns. Durchgeführt wird sie aus unterschiedlichen Anlässen, die von einer intrinsischen Motivation der Praxis zur Optimierung des eigenen fachlichen Handelns bis zur Erfüllung von Vorgaben der Organisation oder der Fördermittelgebenden reichen. Diese Anlässe können in Konflikt zueinander geraten. Außerdem ist Selbstevaluation immer auch in zeitliche Regime eingebunden – in Förderperioden, Berichtstakte, Projektlaufzeiten und organisationale Planungszyklen. Während Überprüfung und Reflexion der eigenen Praxis Zeit benötigt, erzeugen Fristen, Zielvorgaben, Berichtstermine oder Erwartungen von Fördermittelgebern und weiteren Stakeholdern Handlungsdruck. Dieses Spannungsverhältnis hat einen Einfluss darauf, wie eine Selbstevaluation umgesetzt wird: Wann wird evaluiert? Was genau wird evaluiert? Wozu wird evaluiert und in welchem Umfang führen die Ergebnisse zu Veränderungen? Die Session nimmt dieses Spannungsfeld in den Blick und fragt danach, wie Selbstevaluation unter Bedingungen begrenzter Zeitressourcen gestaltet wird, welche zeitlichen Logiken sie strukturieren und inwiefern sie Lern- und Entwicklungsprozesse ermöglicht oder begrenzt. Zum Einstieg stellt Susanne Giel (Univation) einen gemeinsamen Bezugsrahmen her: Sie zeichnet die historische Entwicklung des Konzepts der Selbstevaluation nach und benennt zentrale Merkmale und Funktionen von Selbstevaluation. Dabei wird das Verhältnis zwischen zeitlichem Aufwand im Verhältnis zum Nutzen von Selbstevaluationen reflektiert. Abschließend reißt sie die spezifischen Chancen, Grenzen und Herausforderungen von Selbstevaluationen – insbesondere im Abgleich mit externen Evaluationen – an. Christina Kaps (Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH) berichtet aus der Begleitung der Selbstevaluation von Projekten der Extremismusprävention im Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Dabei werden insbesondere die eigenständige Entwicklung von Fragestellungen, die eingesetzten Methoden und erforderlichen Fähigkeiten zur Datenerhebung sowie der Anspruch der Projekte an Selbstevaluation reflektiert. Zudem wird der Frage nachgegangen, welche Formen der Unterstützung Projekte benötigen, um Selbstevaluation gewinnbringend umzusetzen. Ingo Dungs (Leiter der Zentralstelle Evaluation, Landeskriminalamt NRW bis 08/2026) beschreibt aus einer internen Perspektive die Herausforderungen der Implementierung von Selbstevaluation in hierarchischen Organisationen wie der Polizei. Er geht auf Chancen, Herausforderungen und Grenzen von Selbstevaluation in solchen Kontexten ein. Die Session eröffnet damit einen handlungs- und politikfeldübergreifenden Dialog über Selbstevaluation, lädt zur gemeinsamen Reflexion über ihre Potenziale und Ambivalenzen ein und ermöglicht es, Erfahrungen zwischen unterschiedlichen Feldern auszutauschen. Eingereicht und moderiert wird die Session von Kari-Maria Karliczek (Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH) und Stefanie Reiter (Deutsches Jugendinstitut e.V./AK Soziale Dienstleistungen in der DeGEval). | |