29th Annual Conference of DeGEval
Evaluation and Time
September 23–25, 2026 | Frankfurt am Main, Germany
Conference Agenda
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Daily Overview |
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D4: Zur richtigen Zeit? Zeitliche Dimensionen von Evaluation an Hochschulen
Session Topics: Einreichung zum Tagungsthema, 1.7 Hochschulen (AK), 2.1.2 Quantitative Methoden, 3.1.1 Aus- und Weiterbildung in der Evaluation, 3.5 Nutzung und Einfluss von Evaluationen, 3.8 Meta-Evaluation (Evaluation von Evaluationen)
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| Session Abstract | |
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Evaluation braucht nicht nur die richtigen Methoden – sie braucht auch den richtigen Zeitpunkt. Doch wann ist dieser erreicht, und was passiert, wenn strukturelle Rahmenbedingungen ihn verschieben oder erschweren? Die Session geht diesen Fragen nach und zeigt, wie eng Evaluationsqualität und zeitliche Steuerung miteinander verknüpft sind. Die drei Beiträge nehmen dabei ganz unterschiedliche Perspektiven ein: von zeitlichen Passungsproblemen in bestimmten Studienformaten über den Einfluss des Erhebungszeitpunkts auf Evaluationsergebnisse bis hin zu Längsschnittmodellen, die Evaluation als prozessbezogene Begleitforschung neu positionieren. Gemeinsam laden sie dazu ein, Zeit nicht als selbstverständliche Rahmenbedingung von Evaluation zu behandeln, sondern als eine ihrer zentralen Gestaltungsaufgaben. | |
| Presentations | |
Der richtige Zeitpunkt für das richtige Ergebnis? Hochschule Campus Wien, Österreich Der vorliegende Beitrag widmet sich der Frage, inwiefern der Zeitpunkt einer Lehrveranstaltungsevaluation deren Ergebnis beeinflusst und ob es einen idealen Zeitpunkt für diese gibt. Eine Lehrveranstaltungsevaluation ist eine mehrdimensionale Bewertung einer semi-standardisierten Leistung. Einerseits ist der vorgetragene Inhalt außer bei seiner Premiere in der Regel ein wiederkehrendes Programm, wichtige und vermeintlich „funktionierende“ Aufgaben, Folien und Abläufe werden tunlichst erneut eingesetzt, um didaktische Qualität beizubehalten und idealerweise zu steigern. Andererseits sind die Bewerter*innen (d.h. Studierende) oftmals nicht evaluationserfahren und konsumieren die Leistung zum ersten und höchstwahrscheinlich auch zum letzten Mal in ihrer Bildungsbiografie. Eine zunehmende Kommerzialisierung der Erwachsenenbildung allgemein und berufsbegleitende Ausbildung an der Hochschule Campus Wien erschwert die Abgrenzung, ob Wissen und Kompetenz als Erfahrungsgüter oder Vertrauensgüter zu klassifizieren sind. Dies führt zu Herausforderungen für die Konzeption und Durchführung adäquater Qualitätsmessungen und belastbarer Evaluationsergebnisse. Dazu kommt es auf Seiten der evaluierenden Studierenden zu Überlagerungen und Abgrenzungsproblemen zwischen der Einordnung von a) Lehrpersonen und b) Beurteilung der eigenen Leistung sowie c) der Interpretation und Bewertung der Inhalte. Ziel des Beitrags ist daher Spuren dafür zu finden und nachzuzeichnen, ob ein vermeintlich trivialer Faktor wie der „richtige“ Zeitpunkt für eine Evaluierung bereits das Ergebnis entscheidend verändern oder vorwegnehmen kann. Dies soll am Beispiel der internen und externen Lehrenden an der Hochschule Campus Wien im Bachelorstudium Public Management gelingen. Dabei erfolgt eine Auswertung der Evaluationsergebnisse der letzten drei Jahre in Einklang mit den Evaluationszeitpunkten und einer Befragung der externen Vortragenden zu ihren Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Evaluation, um einen systematischen Überblick zu erreichen. Abgerundet wird der Beitrag durch 2 case studies am Beispiel der Autor*innen. Als leitende Fragen werden dabei identifiziert: Inwiefern beeinflusst eine Reflexion während der Lehrveranstaltung, eine standardisierte Evaluierung am Ende des Semesters oder eine in-class-Evaluierung bereits ein aussagekräftiges Ergebnis? Wie sehen Vortragende die Lehrveranstaltungsevaluation und welche Strategien nutzen sie? …oder spielt der Zeitpunkt vielleicht gar keine Rolle? Längsschnittmodelle im Evaluationskontext eröffnen Optionen zur prozessbezogenen Erarbeitung von Studienerfolg PH Graubünden (CH), Schweiz Aktuelle Diskussionen in der Evaluationscommunity, welche sich auch in der Jahrestagung der DeGEval 2025 spiegelten, verdeutlichen, dass Evaluation sich weiterentwickeln muss, um Errungenschaften hinsichtlich deren Bedeutung und Einfluss nicht zu verlieren (Schnoz-Schmied & Schmidt, in press). Auch im Feld der Bildungsevaluation ist fraglich, inwiefern die Evaluation sich weiterführend professionalisieren und als spezifisch nützlich erweisen kann (Schnoz-Schmied et al., 2025). | |