29. Jahrestagung der DeGEval
Evaluation und Zeit
23. - 25. September 2026 | Frankfurt a. M.
Veranstaltungsprogramm
Hier können Sie das Tagungsprogramm unserer 29. DeGEval-Jahrestagung einsehen.
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Hinweis: Blau eingefärbte Sitzungen beziehen sich inhaltlich auf das Tagungsthema "Evaluation und Zeit".
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Tagesübersicht |
| Sitzung | |
D1: Effizienz und Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit: Evaluierung unter anspruchsvollen Bedingungen
Sitzungsthemen: Einreichung zum Tagungsthema, 1.3 Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (AK), 1.16 Sonstiger Evaluationskontext oder -gegenstand, 2.1 Methoden in der Evaluation (AK), 2.2 Evaluationstheorie und Evaluationsansätze (z.B. Nutzungsorientierte Evaluation etc.), 3.5 Nutzung und Einfluss von Evaluationen, 3.6 Auftraggebende von Evaluationen, 3.8 Meta-Evaluation (Evaluation von Evaluationen), 3.9 Sonstige übergreifende Themen der Evaluation
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| Zusammenfassung der Sitzung | |
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Globale Krisen, knappe Haushaltsmittel und volatile Rahmenbedingungen erhöhen den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit, verfügbare Ressourcen wirtschaftlich und wirkungsorientiert einzusetzen. Gleichzeitig stellen die Messung von Effizienz und die Bewertung von Nachhaltigkeit nach wie vor anspruchsvolle Aufgaben der Evaluierungspraxis dar – mit wiederkehrenden methodischen und konzeptionellen Herausforderungen. | |
| Präsentationen | |
Von der Meta-Evaluierung zur Effizienz zur Stärkung einer effizienzorientierten Steuerung in der Entwicklungszusammenarbeit Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval), Deutschland Globale Krisen und knappere Haushaltsmittel erhöhen den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit (EZ), verfügbare Budgets wirtschaftlich und zeitgerecht einzusetzen. Um die wirkungs- und effizienzorientierte Steuerung im Politikfeld zu stärken, kommt der Evaluierung der Effizienz von Maßnahmen – über ihre Lern- und Rechenschaftslegungsfunktion – eine hohe Bedeutung zu. Grundsätzlich verfügt die EZ über ein gut entwickeltes Evaluierungssystem. Ein aussagekräftiger Anteil aller Entwicklungsmaßnahmen wird regelmäßig auf deren Effizienz hin evaluiert. Die Messung der Effizienz von Maßnahmen gilt gleichzeitig als anspruchsvolle Aufgabe der Evaluierung. Zu den wiederkehrenden Herausforderungen zählen die Verfügbarkeit von Daten und Vergleichsmaßstäben sowie die Anwendung anspruchsvoller Methoden unter begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen. Um zur Stärkung einer effizienzorientierten Steuerung beizutragen, hat sich das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) im Rahmen einer Meta-Evaluierung mit der Qualität und Aussagekraft von Evaluierungen zur Effizienz in der deutschen EZ befasst. Gegenstand der Meta-Evaluierung bilden 698 Projektevaluierungen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und der KfW Entwicklungsbank aus dem Zeitraum 2018-2024. Die angelegten Qualitätskriterien der Meta-Evaluierung umfassen die Qualität der Evaluierung der Produktions- und Allokationseffizienz, einschließlich den Perspektiven der Sparsamkeit, Ergiebigkeit und Rechtzeitigkeit von Maßnahmen sowie die Angemessenheit von Methoden, Daten und der Effizienz der Evaluierung selbst. Die Meta-Evaluierung kombiniert etablierte Verfahren der manuellen Inhaltsanalyse mit KI-gestützten Klassifizierungsverfahren. Um das Lernen zur Effizienz von Maßnahmen zu unterstützen, wird die Meta-Evaluierung durch eine Evaluierungssynthese zur Bewertung der Effizienz sowie deren potenziellen Einflussfaktoren ergänzt. Die Synthese kombiniert Regressionsanalysen mit einer KI-basierten Themenmodellierungen. Um politikfeldübergreifendes Lernen zu fördern, vergleicht die Evaluierung Methoden und Standards im Politikfeld der EZ mit der Praxis anderer deutscher Politikfelder und internationalen Organisationen. Im Rahmen des Einzelvortrags werden die methodische Herangehensweise und die Ergebnisse der Meta-Evaluierung präsentiert und Implikationen für eine zeitgemäße Evaluierung zur Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen zur Diskussion gestellt. Sustainable Results in fragile contexts (qualitative analysis of evaluation data) GIZ, Deutschland Die Evaluierung von Nachhaltigkeit stellt in fragilen und konfliktbetroffenen Kontexten eine besondere Herausforderung dar. Politische Instabilität, schwache Institutionen und volatile Rahmenbedingungen beeinflussen nicht nur die langfristige Wirkung von Entwicklungsprojekten, sondern auch den zeitlichen Horizont, in dem nachhaltige Veränderungen realistisch erwartet und bewertet werden können. Gerade in fragilen Kontexten stehen Evaluierungen häufig vor der Schwierigkeit, Nachhaltigkeit zu einem Zeitpunkt zu beurteilen, an dem sich langfristige Wirkungen noch nicht stabil entfaltet haben oder durch dynamische Kontextveränderungen wieder infrage gestellt werden. Der Vortrag greift diese zeitliche Dimension auf und präsentiert Ergebnisse einer qualitativen Analyse von Projektevaluierungen aus fragilen Kontexten mit besonderem Fokus auf Risiken für die Nachhaltigkeit von Projektergebnissen. Ziel der Analyse ist es, wiederkehrende Risikofaktoren zu identifizieren, die die langfristige Wirkung von Projekten beeinflussen und deren Bewertung im Zeitverlauf erschweren. Die Auswertung zeigt unter anderem strukturelle Herausforderungen wie begrenzte institutionelle Kapazitäten, politische Instabilität, wechselnde Prioritäten von Akteuren sowie externe Schocks – etwa Konfliktdynamiken oder wirtschaftliche Krisen –, die Nachhaltigkeit häufig zu einer zeitlich fragilen Größe machen. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Vortrag zentrale Implikationen für die Evaluierungspraxis und die Projektplanung. Für Evaluatorinnen und Evaluatoren stellt sich insbesondere die Frage, wie Nachhaltigkeit unter Bedingungen hoher Unsicherheit und begrenzter zeitlicher Beobachtungsfenster sinnvoll eingeschätzt werden kann. Der Beitrag formuliert daher Empfehlungen für eine stärker kontextsensitive und projektzentrierte Evaluierungspraxis, etwa durch realistischere zeitliche Erwartungen an Nachhaltigkeit, die stärkere Berücksichtigung von adaptivem Projektmanagement sowie die Bewertung dynamischer Kontextentwicklungen. Darüber hinaus werden Empfehlungen für Projektplanerinnen und Projektplaner vorgestellt. Der Beitrag möchte damit zur Diskussion beitragen, wie Nachhaltigkeit in Evaluierungen fragiler Kontexte nicht nur als Ergebnis, sondern auch als zeitlich dynamischer Prozess verstanden und bewertet werden kann. Caritas wirkt – nach 30 Jahren. Eine Ex-post-Evaluation des Programms zur Hauskrankenpflege in Mittel- und Osteuropa Deutscher Caritas Verband e.V. (DCV; Abteilung Caritas international (Ci); Referat Asien/Europa Caritas wirkt – nach 30 Jahren. Eine Ex-post-Evaluation des Programms zur Hauskrankenpflege in Mittel- und Osteuropa Wie lassen sich Wirkungen beurteilen, wenn Projekte seit vielen Jahren beendet sind? Und wie kann nachvollzogen werden, ob frühere Modellprojekte zu langfristigen beigetragen haben? Die 2026 durchgeführte Ex-post-Evaluation untersucht Caritas-Programme zur Hauskrankenpflege in Tschechien, Rumänien, der Republik Moldau und Serbien. Diese Programme wurden zwischen 1994 und 2013 durchgeführt. Hauskrankenpflege bedeutet, dass ältere, chronisch kranke oder pflegebedürftige Menschen professionelle pflegerische und – je nach Modell – soziale Unterstützung in ihrem Zuhause erhalten. Sie sollen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Die Evaluation fragt nicht nur, ob einzelne Dienste fortbestehen. Sie untersucht vier mögliche systemische Veränderungen:
Eine besondere Herausforderung ist der große zeitliche Abstand: Dokumente fehlen, Personen wechseln, Erinnerungen sind selektiv, und politische sowie soziale Systeme haben sich verändert. Wir stellen unseren Ansatz und ausgewählte Befunde vor. Anschließend diskutieren wir, wie belastbare Aussagen zu langfristigen und systemischen Wirkungen trotz großer zeitlicher Distanz möglich sind. | |