29th Annual Conference of DeGEval
Evaluation and Time
September 23–25, 2026 | Frankfurt am Main, Germany
Conference Agenda
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Daily Overview |
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C3: Zeitlichkeit als Gestaltungsfaktor von Evaluationen: Herausforderungen für Evaluationsdesign und Wirkungsanalyse
Session Topics: Einreichung zum Tagungsthema, 1.4 Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik (AK), 1.6 Gesundheitswesen (AK), 1.10 Soziale Dienstleistungen (AK), 2.1 Methoden in der Evaluation (AK), 2.1.1 Mixed Methods, 2.1.2 Quantitative Methoden, 2.3 Programmtheorie und Wirkmodelle, 3.6 Auftraggebende von Evaluationen
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| Session Abstract | |
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Die Session beleuchtet, wie zeitliche Rahmenbedingungen die Planung, Durchführung und Aussagekraft von Evaluationen beeinflussen. Dabei wird Zeit nicht nur als organisatorischer Rahmen verstanden, sondern als prägender Faktor für Evaluationsgegenstände, Wirkungsmodelle und methodische Entscheidungen. Der erste Beitrag widmet sich den methodischen Herausforderungen zeitlicher Aspekte in Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen der Sozialen Arbeit. Im Fokus steht, wie die Zeitperspektive bereits zu Beginn von Wirkungsanalysen und im Prozess der Entwicklung von Wirkmodellen systematisch berücksichtigt werden kann. Darüber hinaus wird diskutiert, welche Konsequenzen begrenzte Laufzeiten von Evaluationsprojekten für die empirische Erfassung von Wirkungen haben und wie mit den Spannungsfeldern zwischen kurzen Projektzeiträumen und den Anforderungen an belastbare, insbesondere längsschnittliche Wirkungsanalysen, umgegangen werden kann. Der zweite Beitrag richtet den Blick auf die Evaluation eines Förderprogramms im Bereich Betriebliches Mobilitätsmanagement. Im Mittelpunkt steht der grundsätzliche Zielkonflikt, dass sich langfristige Wirkungen (Impact) von Förderprogrammen häufig erst nach Abschluss des Evaluationsauftrags belastbar erfassen lassen. Der Beitrag zeigt, wie diesem Spannungsfeld methodisch begegnet werden kann, und gibt praxisnahe Einblicke in die Implementierung eines Wirkmodells sowie in das empirische Vorgehen zur Abschätzung und Ermittlung von Wirkungen. Damit veranschaulicht er, wie zeitliche Herausforderungen im konkreten Evaluationsprozess bewältigt werden können. Gemeinsam verdeutlichen die Beiträge, dass Zeitlichkeit sowohl die Konzeption von Wirkungsanalysen als auch die praktische Umsetzung von Evaluationen prägt. Die Session lädt dazu ein, unterschiedliche Strategien im Umgang mit zeitlichen Anforderungen zu diskutieren und deren Konsequenzen für Evaluationsdesign, Wirkungsanalyse und Interpretation von Evaluationsergebnissen zu reflektieren. | |
| Presentations | |
Die ‚Herausforderung Zeit‘ bei Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen in der Sozialen Arbeit Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Deutschland Praxisnahe Forschung zur Wirkung und Wirksamkeit von Angeboten in der Sozialen Arbeit hat in den letzten Jahren an Umfang und Bedeutung gewonnen. Folglich werden im Sozialwesen auch vermehrt Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen durchgeführt. Eine zentrale methodische Herausforderung bei Wirkungs- und Evaluationsforschung in Handlungsfeldern der Soziale Arbeit stellen zeitliche Aspekte dar. Bereits bei der Entwicklung von Wirkmodellen muss der zeitliche Verlauf berücksichtigt werden, etwa bei der Einschätzung, wann für eine bestimmte Zielgruppe der Eintritt der intendierten Wirkungen nach Durchführung des Angebots zu erwarten ist. Ein weiterer Aspekt ist die zeitliche Begrenzung von Evaluationsprojekten, mit der Folge, dass Evaluierende und Auftraggeber zum Projektstart realistisch klären sollten, ob und wenn ja, welche Wirkungen man – vor dem Hintergrund zeitlicher Restriktionen – empirisch valide erfassen kann. Gerade im Hinblick auf längsschnittliche Designs, die für einen validen Nachweis von Veränderungen und Stabilisierungen benötigt werden, ergeben sich Herausforderungen bei begrenzten Laufzeiten von Evaluationsprojekten. Im Rahmen des Vortrags werden die zeitbezogenen Herausforderungen in Evaluationsprojekten in der Sozialen Arbeit vorgestellt und mögliche Lösungen diskutiert. Es wird dargestellt, wie die Zeitperspektive bereits zum Start von Wirkungsanalysen bzw. im Prozess der Wirkungsorientierung bei der Entwicklung von Wirkmodellen berücksichtigt werden kann. Weiterhin wird diskutiert, wie man das Dilemma zwischen begrenztem Zeitrahmen für eine Evaluation und der Umsetzung eines längsschnittlichen Designs lösen kann bzw. wann dies unmöglich erscheint und so auch offen kommuniziert werden muss. Auch wird im Beitrag darauf eingegangen, wie eine verstärkte Evaluations- und Datenkompetenz in Organisationen sowie eine langfristig angelegte Implementierung von Erhebungssystemen diese Herausforderungen in der Zeitperspektive von Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen lösen können. Implementierung eines Wirkungsmodells unter Berücksichtigung der zeitlichen Herausforderungen zur Evaluation von Fördermaßnahmen am Beispiel des Förderprogramms zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement – Erste Learnings TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement GmbH, Deutschland Das Förderprogramm „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ (BMM) zielt darauf ab, Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Mobilitätsstrategien zu unterstützen. Ziel ist es, den Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten, CO₂-Emissionen zu reduzieren und die betriebliche Mobilität effizienter zu organisieren. Die nach Bundeshaushaltsordnung (BHO) geforderte Evaluation des Programms dient dazu, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, die Zielerreichung zu bewerten und Handlungsempfehlungen für zukünftige Förderprogramme abzuleiten. Die Sicherstellung einer hohen Qualität und Aussagekraft der Evaluation muss unter Einhaltung des vorgegebenen zeitlichen Rahmens erfolgen. Dieser wird durch die vertraglichen Rahmenbedingungen unseres Auftrages definiert, die den Zeitraum sowie den zeitlichen Umfang für Konzeption, Datenerhebung, Auswertung und Schlussfolgerungen festlegen. Kern unserer Wirkungsevaluation ist es, den Impact zu ermitteln. Hier liegt ein grundsätzlicher Zielkonflikt in der Evaluation von Förderprogrammen, da sich der Impact erst langfristig und im Regelfall erst nach dem Ende des Evaluationsauftrags erheben lässt. Erschwerend kommt hinzu, dass erfahrungsgemäß geförderte Maßnahmen in Förderprogrammen später als geplant umgesetzt werden können, sodass sie zum Zeitpunkt der Evaluation nur geringe oder noch keine Wirkungen erzielen können. Der Vortrag richtet sich insbesondere an Auftraggeber und Auftragnehmer von Evaluationen finanzwirksamer Maßnahmen nach den Vorgaben der BHO, wie z.B. von Förderprogrammen. Wir zeigen in diesem Vortrag, wie wir mit diesem Zielkonflikt umgehen und geben Inspiration für die praktische Umsetzung einer Evaluation. Dazu gehen wir auf die methodische und empirische Implementierung des Wirkmodells und auf unser Vorgehen zur Ermittlung des Impacts ein. Die durchgeführte Evaluation liefert wertvolle Erkenntnisse sowohl zur Wirkung der umgesetzten Maßnahmen als auch für die Weiterentwicklung von Förderprogrammen. Die bisherigen Ergebnisse aus der Evaluation des Förderprogramms BMM unterstreichen die Bedeutung eines methodisch robusten und praxisnahen Evaluationsansatzes, der sowohl kurzfristige als auch langfristige Wirkungen abbilden kann, und während des Erhebungsprozesses laufend kritisch geprüft wird. | |