29. Jahrestagung der DeGEval
Evaluation und Zeit
23. - 25. September 2026 | Frankfurt a. M.
Veranstaltungsprogramm
Hier können Sie das Tagungsprogramm unserer 29. DeGEval-Jahrestagung einsehen.
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Hinweis: Blau eingefärbte Sitzungen beziehen sich inhaltlich auf das Tagungsthema "Evaluation und Zeit".
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Tagesübersicht |
| Sitzung | |
C6: Qualität und Kompetenz messbar machen: Instrumentenentwicklung und Kontextsensibilität für ESF-geförderte Maßnahmen
Sitzungsthemen: Einreichung zum Tagungsthema, Allgemeine Einreichung, 1.1 Berufliche Bildung (AK), 1.10 Soziale Dienstleistungen (AK), 1.16 Sonstiger Evaluationskontext oder -gegenstand, 2.1.2 Quantitative Methoden, 2.1.4 Sonstige Methoden in der Evaluation, 3.9 Sonstige übergreifende Themen der Evaluation
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| Zusammenfassung der Sitzung | |
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Die Session diskutiert Herausforderungen, adäquate Messinstrumente in Evaluationskontexten zu entwickeln, in denen Qualitätsstandards nur begrenzt vorliegen oder aus übergeordneten Kriterienkatalogen auf den konkreten Gegenstandsbereich übertragen werden müssen. Anhand der Evaluation zweier ESF-geförderter Maßnahmen werden unterschiedliche methodische Zugänge (u. a. beobachtungsbasierte Verfahren und Selbsteinschätzungen) sowie deren Potenziale und Grenzen reflektiert. Im Fokus stehen Fragen der Kontextsensibilität, der Operationalisierung sowie der Rolle von Evaluation zwischen wissenschaftlichem Anspruch und programmpraktischen Rahmenbedingungen. | |
| Präsentationen | |
Qualitätsmessung in der integrationskursbegleitenden Kinderbeaufsichtigung 1: Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH, Deutschland; 2: TU Dortmund Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung wurde zusammen mit der TU Dortmund und dem SOKO Institut vom BMBFSFJ mit der Evaluation des ESF Plus-Programms „Integrationskurs mit Kind Plus: Perspektive durch Qualifizierung” (11/24–11/26) beauftragt. Das Programm fördert subsidiäre Angebote der integrationskursbegleitenden Kinderbeaufsichtigung, die zugewanderten Familien mit noch nicht schulpflichtigen Kindern und ohne Betreuungsplatz nutzen können. Dadurch sollen u.a. die Teilhabenchancen zugewanderter Eltern verbessert, die Qualität in Anlehnung an die Kriterien der Kindertagespflege gesichert und Personal für den Bereich der frühkindlichen Bildung gewonnen werden. Ziel der Evaluation ist es, die Umsetzung und Wirksamkeit des Programms zu analysieren und Empfehlungen für die laufende Programmsteuerung, die zukünftige Ausgestaltung und die angestrebte Verstetigung der Kinderbeaufsichtigung zu entwickeln. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines mixed-methods-Ansatz u.a. über Online-Befragungen und Fallstudien, die neben leitfadengestützten Interviews eine teilstandardisierte Beobachtung der Kinderbeaufsichtigung umfassen. Die Herausforderung des Evaluationsauftrags liegt darin, dass eine Messung der pädagogischen Qualität der integrationskursbegleitenden Kinderbeaufsichtigung vorgesehen, dafür jedoch noch kein Instrument vorhanden ist. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen wurde ein spezifisches, angepasstes Messinstrument in Anlehnung an die für die Kindertagespflege vorliegende TAS-R (Tietze & Roßbach 2015) konzipiert. Die Anwendung machte deutlich, dass die methodische Debatte zur Qualitätsmessung in der Kindertagespflege auch für die Kinderbeaufsichtigung relevant ist und der Einsatz kontextsensibler und dialogischer Qualitätsansätze zielführend sein kann (Viernickel et al., 2016; Lachapelle & Lemay, 2024). Insgesamt steht das Beispiel exemplarisch für die Rolle der Evaluation zwischen Politik und Wissenschaft (Stockmann & Meyer 2014). Nach einem Input zur Methodik, den Herausforderungen und Potentialen ist ein Austausch zu folgenden Diskussionsfragen vorgesehen: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Messung pädagogischer Qualität abseits regulärer Betreuungsangebote? Welche methodische Herangehensweise empfiehlt sich, wenn verbindliche Qualitätsstandards fehlen? Welche Erfahrungen haben Sie mit Evaluationsaufträgen, für die eigene Erhebungsinstrumente entwickelt werden müssten, der Auftrag dies aber nur begrenzt hergibt? Veränderungen der Ausbildungsreife im Maßnahmeverlauf messen – Konzeption und kritische Reflexion eines Erhebungsinstruments ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik, Deutschland Der Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung stellt für viele junge Menschen eine zentrale Herausforderung dar. Insbesondere für junge Menschen mit multiplen sozialen oder individuellen Problemlagen werden im Übergangssystem Maßnahmen angeboten, die ihre Ausbildungsreife stärken sollen. Welche konkreten Veränderungen durch diese Maßnahmen im erzielt werden können, bleibt jedoch oft unklar. Der Beitrag stellt ein im Rahmen der Evaluation einer bayerischen ESF-Maßnahme („Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“) entwickeltes Messinstrument zur Erfassung der Ausbildungsreife vor. Das Instrument orientiert sich am Kriterienkatalog des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs und umfasst 22 Items zu zentralen Dimensionen der Ausbildungsreife. Die Besonderheit des Ansatzes besteht darin, dass die Einschätzung ausschließlich auf Basis der Selbsteinschätzung der Teilnehmenden erfolgt und zu zwei Zeitpunkten erhoben wird: zu Beginn sowie am Ende der Maßnahme. Dadurch können individuelle Veränderungen im Projektverlauf sichtbar gemacht werden. Datengrundlage bilden standardisierte Befragungen von Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Ausbildungsreife im Durchschnitt in mehreren Bereichen positiv entwickelt. Gleichzeitig treten teilweise unerwartete Befunde auf, etwa stagnierende oder rückläufige Selbsteinschätzungen einzelner Kompetenzen. Der Beitrag diskutiert daher sowohl das Potenzial als auch die Grenzen des Instruments. Neben methodischen Fragen der Operationalisierung werden auch praktische Herausforderungen der Datenerhebung im Kontext sozialpädagogischer Maßnahmen reflektiert, etwa hinsichtlich der Teilnahmebereitschaft, der Verknüpfung von Anfangs- und Endbefragungen sowie der Rolle der Projektträger bei der Durchführung der Erhebung. Der Beitrag zeigt, dass eine längsschnittliche Erfassung von Ausbildungsreife differenziertere Einblicke in Entwicklungsprozesse ermöglicht als rein retrospektive Bewertungen oder Fremdeinschätzungen durch Fachkräfte. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse die Notwendigkeit, Ergebnisse solcher Instrumente kritisch zu interpretieren und kontextualisieren. | |