29th Annual Conference of DeGEval
Evaluation and Time
September 23–25, 2026 | Frankfurt am Main, Germany
Conference Agenda
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Daily Overview |
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E1: Standards und Professionalisierung der Evaluation
Session Topics: Einreichung zum Tagungsthema, Allgemeine Einreichung, 1.3 Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (AK), 3.1 Professionalisierung der Evaluation (AK), 3.1.2 Evaluation Capacity Building/Development, 3.1.3 Sonstige Themen der Professionalisierung, 3.2 Forschung über Evaluation (Evaluation als Forschungsgegenstand), 3.3 Nachwuchsaspekte, 3.5 Nutzung und Einfluss von Evaluationen, 3.6 Auftraggebende von Evaluationen, 3.9 Sonstige übergreifende Themen der Evaluation
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| Session Abstract | |
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Diese Session setzt sich zwar mit unterschiedlichen Problemstellungen auseinander, gleichwohl gibt es Gemeinsamkeiten mit Blick auf das Tagungsthema ZEIT. Der Beitrag von Carsten Wieland und Uwe Gehlen gibt Einblicke in die Evaluierungspraxis zwei Bundesministerien, die mit Entwicklungspolitik und Humanitärer Hilfe befasst sind. Berichtet wird u.a. über (ressortübergreifende) Gemeinsamkeiten und Unterschiede entlang verschiedener Dimensionen, über Neuigkeiten nach den Strukturreformen in beiden Häusern und die Bedeutung von Evaluationen für die politische Praxis. Thomas Widmer sieht die Evaluationscommunity vor existentiellen Herausforderungen, etwa durch konkurrierende Ansätze, das Aufkommen von KI sowie von populistischen Bewegungen. Möglicherweise – so seine These –, hängt dies mit unzureichender Innovationsfähigkeit zusammen. Gezeigt werden soll, wie Krisenbewältigung in der Vergangenheit gelungen ist und welche Empfehlungen zu einer guten Zukunft der Evaluation beitragen können. Der Beitrag von Paul Reimers, Stephan Grohs, Sylvia Stoll und Lars Kaapke stellt eine umfangreiche empirische Studie zur Praxis von Ausschreibungen (aus der bundesweiten Vergabeplattform). Thematisiert werden unterschiedliche Dimensionen und mittels einer Clusteranalyse typisiert. Der Beitrag entwirft ein Qualitätskonzept für Ausschreibungen, welches für eine Revision der Empfehlungen von Bedeutung sein dürfte. U. a. werden auch die Zeitvorstellungen in Ausschreibungen und die Folgen für den Evaluationsmarkt angesprochen. | |
| Presentations | |
Evaluierungspraxis in zwei Bundesministerien 1: Auswärtiges Amt, Deutschland; 2: BMZ Das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellen die aktuelle Evaluierungspraxis in beiden Ministerien vor, gehen auf Neuigkeiten ein, und auf Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Gründe für teils unterschiedliche Ansätze. Themen sind u.a. ressortüberschneidende und internationale Zusammenarbeit im Bereich der Evaluierung, jeweilige Veröffentlichungspraxis, Formate, Kommunikation, politische Prioritäten nach den Strukturreformen in beiden Häusern. Diese Veranstaltung ist weniger als Vortrag konzipiert. Vertreterinnen und Vertreter aus beiden Häusern stehen für eine offene Diskussion zur Verfügung. Game over: Ist die Zeit der Evaluation abgelaufen? Universität Zürich, Schweiz Die Evaluation steht aktuell vor zahlreichen, existentiellen Herausforderungen: Der Evaluationsfachlichkeit fehlt es seit längerem an neuen Impulsen. Wesentliche Innovationen zum Wissensbestand der Evaluation sind in den letzten Jahren nicht aufgefallen. Die Evaluation wird zudem durch konkurrierende Ansätze (wie Qualitätsmanagement oder transdisziplinäre Forschung) bedrängt und ist durch das Aufkommen generativer Künstlicher Intelligenz gefordert. Studiengänge zur Evaluation werden eingestellt oder stehen wegen mangelnder Nachfrage unter Druck. Die Evaluationspraxis ist durch massive Budgetkürzungen eingeschränkt – nicht nur, aber besonders ausgeprägt in der Entwicklungszusammenarbeit. Populistische politischen Bewegungen und zunehmend autoritär agierende Regierungen benötigen keine durch Evaluation bereitgestellte, fundierte Entscheidungsgrundlagen. Dieser Beitrag setzt sich vertieft mit diesen und weiteren Herausforderungen auseinander und stellt sich die Frage, ob die Zeit der Evaluation abgelaufen ist. In einem ersten Teil werden die anstehenden Herausforderungen und die damit für die Evaluation verbundenen Gefahren diskutiert. Die Evaluation war bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Hindernissen konfrontiert, konnte diese aber zumeist weitgehend erfolgreich bestehen. In einem zweiten Teil soll deswegen beleuchtet werden, wie in der bisherigen Geschichte eine erfolgreiche Krisenbewältigung erreicht werden konnte. In einem abschliessenden dritten Teil werde ich aufgrund dieser Überlegungen Empfehlungen formulieren, die zu einer gedeihlichen Zukunft der Evaluation beitragen könnten. The show must go on! Zeitvorstellungen und Qualität von Evaluationsausschreibungen. Wie steht es um die Professionalisierung und Auftraggebendenkompetenz bei der Vergabe von Evaluationen? 1: Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, Germany; 2: Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) Evaluation ist im Wesentlichen anwendungsorientierte Auftragsforschung. Die Auftraggebenden sind in aller Regel öffentliche Einrichtungen oder durch öffentliche Mittel finanzierte Organisationen des Dritten Sektors. Diese unterliegen dem europäisch geprägten Vergabe- und Beihilferecht – einem Rechtskorpus, der ursprünglich für materiale Beschaffungsakte und Baumaßnahmen entworfen wurde. Entsprechend reicht die Ausschreibungspraxis von überspezifizierten Ausschreibungen, die eher einer Baumaßnahme gleichen, bis hin zu unterspezifizierten, die Anbieter:innen in Unsicherheit über Leistungsumfang und Methoden lassen. Beide Extreme zeugen von mangelndem Verständnis für die professionellen Kompetenzen von Evaluator:innen und ihre Geschäftsmodelle. Auch Zeitvorstellungen in Ausschreibungen fordern Anbietende mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen verschieden heraus und strukturieren so den Evaluationsmarkt mit. Die Ausgestaltung von Ausschreibungen variiert damit stark nach Kompetenz der Auftraggebenden – eine Problematik, die auch die aktuellen Diskussionen in der DeGEval zur Revision der Empfehlungen für Auftraggebende widerspiegeln (vgl. Nowack et al., ZfEv 2/2024). Der Beitrag schließt daran an und entwirft ein Qualitätskonzept für Ausschreibungen, das die der Evaluation immanenten Spannungsverhältnisse zwischen Zielorientierung und methodischer Offenheit, zwischen der Fachkompetenz der Ausschreibenden und den konzeptionell-methodischen Kompetenzen der Evaluierenden sowie Finanzierungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle berücksichtigt. Dieses Konzept wird in einer qualitativen Inhaltsanalyse von 55 systematisch ausgewählten Ausschreibungen aus bundesweiten Vergabeplattformen angewendet und entlang von sechs Dimensionen bewertet. Mittels hierarchischer Clusteranalyse werden Ausschreibungstypen identifiziert, die als Grundlage für einen bedarfsorientierten Kompetenzaufbau von Auftraggebenden dienen können. Der Beitrag führt einen im vergangenen Jahr präsentierten konzeptionellen Beitrag weiter und präsentiert erstmalig die vollständigen Ergebnisse. | |