Veranstaltungsprogramm

Hier können Sie das Tagungsprogramm unserer 29. DeGEval-Jahrestagung einsehen.
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Hinweis: Blau eingefärbte Sitzungen beziehen sich inhaltlich auf das Tagungsthema "Evaluation und Zeit".

 
Fre25Sept.
Kein Ort / Ort noch unbekannt
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D1: Effizienz und Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit: Evaluierung unter anspruchsvollen Bedingungen
9:30 - 11:00
Kirsten Vorwerk
Leitung der Sitzung: Kirsten Vorwerk, Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval)
Globale Krisen, knappe Haushaltsmittel und volatile Rahmenbedingungen erhöhen den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit, verfügbare Ressourcen wirtschaftlich und wirkungsorientiert einzusetzen. Gleichzeitig stellen die Messung von Effizienz und die Bewertung von Nachhaltigkeit nach wie vor anspruchsvolle Aufgaben der Evaluierungspraxis dar – mit wiederkehrenden methodischen und konzeptionellen Herausforderungen.Die beiden Beiträge dieser Session beleuchten diese Herausforderungen aus komplementären Perspektiven: Während der erste Beitrag anhand einer umfassenden Meta-Evaluierung von 698 Projektevaluierungen der deutschen EZ die Qualität und Aussagekraft von Effizienzbeurteilungen untersucht, widmet sich der zweite Beitrag der Frage, wie Nachhaltigkeit in fragilen und konfliktbetroffenen Kontexten nicht nur als Ergebnis, sondern als zeitlich dynamischer Prozess verstanden und bewertet werden kann.Beide Beiträge verbindet das Interesse an einer zeitgemäßen, kontextsensitiven Evaluierungspraxis sowie an konkreten Implikationen für Steuerung und Projektplanung. Die Session lädt zur Diskussion ein, wie Evaluierungssysteme methodisch und konzeptionell weiterentwickelt werden können, umwirkungsorientiertes Lernen und Rechenschaftslegung unter realen Bedingungen zu stärken.
D2: Das richtige Maß finden: Zeitliche Anforderungen als Qualitätsfaktor in externer Evaluation und beim Aufbau evaluativer Kompetenzen in Schulen
9:30 - 11:00
Erich Svecnik, Daniel Paasch
Leitung der Sitzung: Erich Svecnik, IQS - Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen
Leitung der Sitzung: Daniel Paasch, IQS – Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen

Session des AK Schulen

D3: Spannungen im Verhältnis von Evaluation und evidenzbasierten Entscheidungen
9:30 - 11:00
Sebastian Winter
Leitung der Sitzung: Sebastian Winter, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
Die Beiträge dieses Panels richten den Fokus auf zentrale Spannungsfelder im Verhältnis von Evaluation und evidenzbasierten Entscheidungen: Fachliche Evaluationsstandards können konfligieren mit den Bedarfen der Auftraggeber; der mangelnde Einbezug unterschiedlicher Stakeholder in die Konzeptualisierung und Umsetzung von Evaluationen kann die Qualität der Entscheidungsgrundlage schmälern; zu wenig koordinierte Einzelevaluationen können ohne Effekt auf übergreifende Entscheidungen bleiben. Diese Themen werde in den Beiträgen anhand von drei ganz unterschiedlichen Gegenständen vorgestellt und diskutiert.
D4: Zur richtigen Zeit? Zeitliche Dimensionen von Evaluation an Hochschulen
9:30 - 11:00
Helena Berg
Leitung der Sitzung: Helena Berg, Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ), Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Evaluation braucht nicht nur die richtigen Methoden – sie braucht auch den richtigen Zeitpunkt. Doch wann ist dieser erreicht, und was passiert, wenn strukturelle Rahmenbedingungen ihn verschieben oder erschweren? Die Session geht diesen Fragen nach und zeigt, wie eng Evaluationsqualität und zeitliche Steuerung miteinander verknüpft sind. Die drei Beiträge nehmen dabei ganz unterschiedliche Perspektiven ein: von zeitlichen Passungsproblemen in bestimmten Studienformaten über den Einfluss des Erhebungszeitpunkts auf Evaluationsergebnisse bis hin zu Längsschnittmodellen, die Evaluation als prozessbezogene Begleitforschung neu positionieren. Gemeinsam laden sie dazu ein, Zeit nicht als selbstverständliche Rahmenbedingung von Evaluation zu behandeln, sondern als eine ihrer zentralen Gestaltungsaufgaben.
D5: Komplexe Wirkungen im Zeitverlauf verstehen: Methodische Ansätze für Evaluation
9:30 - 11:00
Verena Gantner
Leitung der Sitzung: Verena Gantner, OECD
Viele Wirkungen und Veränderungen, die Gegenstand von Evaluationen sind, entfalten sich erst im Zeitverlauf. Die Session stellt verschiedene, komplementäre methodische Ansätze zur Analyse dieser zeitlichen Dimension vor. Die Beiträge befassen sich mit evidenzbasierten Annahmen zukünftiger Wirkungen (Ex ante), der Analyse von Wirkungsmechanismen im Zeitverlauf (Process Tracing) sowie der komplementären Identifikation früher Hinweise auf spätere Wirkungen (Diskursanalyse). Gemeinsam diskutieren sie, wie Evaluation über punktuelle Wirkungsmessung hinaus Unsicherheit, komplexe zeitliche Prozesse, und langfristige Veränderungen erfassen kann.\nDie Session öffnet mit einem Beitrag basierend auf Cronbach (1982), der untersucht, wie Annahmen über die Zukunft evidence-basiert begründet werden können und argumentierte dass“interne Evidence”, also Evidenz für den jeweiligen Einzelfall, methodisch im Rahmen von Evaluationen aufzubauen sei. Anschließend beleuchtet der zweite Beitrag Process Tracing als geeignete Methode zur Evaluation von Entwicklungen über die Zeit. Anhand von Evaluationen in den Feldern der Arbeitsmarkt-, Migrations- und Integrationspolitik zeigt er, wie anwendungsorientierte Fragen durch die Beschreibung zeitlicher Abfolgen, deren theoretischer Einbettung und der Analyse von Wirkungsmechanismen untersucht werden können. Der dritte Beitrag geht der Frage nach, ob die Untersuchung diskursiver Dynamiken eine zeitlich robustere Ergänzung zur herkömmlichen Wirkungsmessungen darstellen kann. Untersucht wird, inwiefern Diskursanalysen als Frühindikatoren künftiger Wirkungen genutzt werden können, indem sie die Entstehung und Institutionalisierung von Wirkungserwartungen nachvollziehen.
D6: Von 100 Stunden zu 100 Minuten? Qualitative Evaluation mit LLMs – Einblicke in einen laufenden Entwicklungsprozess
9:30 - 11:00
Thorsten Dresing
Leitung der Sitzung: Thorsten Dresing, audiotranskription.de
D7: Podiumsdiskussion DeGEval AK FTI: Strukturelle Voraussetzungen der Wirkungsbewertung: Monitoring und Evaluation – neue Grenzen – neue Anforderungen – neue Kompetenzen?
9:30 - 11:00
Peter Kaufmann, Sarah Seus
Leitung der Sitzung: Peter Kaufmann, KMU Forschung Austria
Leitung der Sitzung: Sarah Seus, Fraunhofer ISI
Pause
11:00 - 11:30
NWP: Verleihung des DeGEval-Nachwuchspreises 2026
11:30 - 11:45
Pause
12:30 - 13:00
E1: Standards und Professionalisierung der Evaluation
13:00 - 14:30
Dieter Filsinger
Leitung der Sitzung: Dieter Filsinger, HTW Saar
Diese Session setzt sich zwar mit unterschiedlichen Problemstellungen auseinander, gleichwohl gibt es Gemeinsamkeiten mit Blick auf das Tagungsthema ZEIT.\nDer Beitrag von Carsten Wieland und Uwe Gehlen gibt Einblicke in die Evaluierungspraxis zwei Bundesministerien, die mit Entwicklungspolitik und Humanitärer Hilfe befasst sind. Berichtet wird u.a. über (ressortübergreifende) Gemeinsamkeiten und Unterschiede entlang verschiedener Dimensionen, über Neuigkeiten nach den Strukturreformen in beiden Häusern und die Bedeutung von Evaluationen für die politische Praxis.\nThomas Widmer sieht die Evaluationscommunity vor existentiellen Herausforderungen, etwa durch  konkurrierende Ansätze, das Aufkommen von KI sowie von populistischen Bewegungen. Möglicherweise – so seine These –, hängt dies mit unzureichender Innovationsfähigkeit zusammen. Gezeigt werden soll, wie Krisenbewältigung in der Vergangenheit gelungen ist und welche Empfehlungen zu einer guten Zukunft der Evaluation beitragen können.\nDer Beitrag von Paul Reimers, Stephan Grohs, Sylvia Stoll und Lars Kaapke stellt eine umfangreiche empirische Studie zur Praxis von Ausschreibungen (aus der bundesweiten Vergabeplattform). Thematisiert werden unterschiedliche Dimensionen und mittels einer Clusteranalyse typisiert. Der Beitrag entwirft ein Qualitätskonzept für Ausschreibungen, welches für eine Revision der Empfehlungen von Bedeutung sein dürfte. U. a. werden auch die Zeitvorstellungen in Ausschreibungen und die Folgen für den Evaluationsmarkt angesprochen.
E2: Evidenz zwischen Wirkungsverzögerung, Transformationsprozessen und Entscheidungsdruck
13:00 - 14:30
Claudia Schulte
Leitung der Sitzung: Claudia Schulte, agiplanpublic
Die Wirkungsbewertung steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch evidenzbasierter Entscheidungen und den zeitlichen Realitäten gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Viele Programme und Fördermaßnahmen zeigen messbare Wirkungen oft erst Jahre nach ihrer Umsetzung. Gleichzeitig benötigen Politik, Verwaltung und Fördermittelgebende bereits früh belastbare Informationen für Steuerungs-, Priorisierungs- und Finanzierungsentscheidungen.\nDie Session beleuchtet daher, welche zeitlichen, methodischen und strukturellen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Wirkungen tragfähig bewertet werden können.\nDie Beiträge zeigen, dass die Verfügbarkeit von Evidenz eng mit der Logik von Wirkungsketten, der Ausgestaltung von Förderinstrumenten, der Datenlage sowie den Rahmenbedingungen von Evaluationen verknüpft ist. Diskutiert werden unter anderem Möglichkeiten und Grenzen experimenteller, quasi-experimenteller und theoriegeleiteter Evaluationsansätze, der Umgang mit langen Wirkungszeithorizonten, die Nutzung von Monitoring- und Proxy-Daten sowie die Herausforderungen verkürzter Evaluationsverfahren.\nDie Session bietet einen praxisnahen, politikfeldübergreifenden Blick darauf, wie Evaluation trotz begrenzter, verzögerter oder nur teilweise beobachtbarer Evidenz handlungsrelevante Orientierung für Entscheidungen liefern kann. Gleichzeitig werden Grenzen der Wirkungsbewertung sowie Anforderungen an ein vorausschauendes Qualitäts- und Wirkungsmanagement diskutiert.
E3: Transformationspfade der Mobilitätswende
13:00 - 14:30
Moritz Maikämper
Leitung der Sitzung: Moritz Maikämper, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Gemeinsame Session des AK Umwelt mit dem AK Stadt- und Regionalentwicklung

E4: Zertifizierung in offenen Berufsfeldern: Modelle, Erfahrungen und Perspektiven für die Evaluation
13:00 - 14:30
Evelyn Funk
Leitung der Sitzung: Evelyn Funk, PME-Campus

Session des AK Professionalisierung

E5: Schnell, aber schlampig? KI-gestützte Evaluation zwischen Tempo und Güte
13:00 - 14:30
Annika Boentert
Leitung der Sitzung: Annika Boentert, FH Münster
In vielen Evaluationen müssen große Datenmengen in knapper Zeit analysiert werden. KI-gestützte Verfahren versprechen hier eine deutliche Arbeitserleichterung und Beschleunigung der Auswertung. Gleichzeitig drohen aber wichtige wissenschaftliche Gütekriterien wie Nachvollziehbarkeit oder methodische Stringenz auf der Strecke zu bleiben.\nDie drei Vorträge adressieren den Zielkonflikt zwischen Effizienzgewinnen durch Automatisierung einerseits, der Verantwortung für valide, theoriegeleitete und gut dokumentierte Evaluationsergebnisse andererseits. Ausgehend von praktischen Beispielen – aus der Berufsbildung, der Entwicklungszusammenarbeit und einer Wirkungsanalyse zu einem Projekt in Nigeria – reflektieren die Vortragenden das Potenzial und die Grenzen verschiedener KI-Ansätze. Thematisiert wird u. a. die Chance von causal queries, der Einsatz von large language models mit retrieval-augmented generation (RAG) und die Nutzung von Entscheidungsbäumen (sog. Random-forest-models).\nLetztlich geht es um die Frage, wie Aufgaben angesichts knapper zeitlicher Ressourcen so aufgeteilt werden können, dass künstliche und menschliche Intelligenz sich produktiv ergänzen.
E6: Wessen Zeit zählt? Zeitliche Inanspruchnahme als ethische Dimension von Evaluation
13:00 - 14:30
Katharina Kreutz, Jennifer McCarthy
Leitung der Sitzung: Katharina Kreutz, Welthungerhilfe (WHH)
Leitung der Sitzung: Jennifer McCarthy, World Vision Deutschland e.V.
E7: Evaluation im Takt der Zeit: Zwischen Echtzeit-Lernen, Datenverdichtung und verzögertem Wirkungseintritt
13:00 - 14:30
David Peters
Leitung der Sitzung: David Peters, Hochschule Niederrhein

Blitzvorträge

Wie wird Evaluation handlungsfähig, wenn Wirkungen erst Jahre später sichtbar werden, Förderlogiken sich verschieben, Aufmerksamkeitsspannen sinken und Datenmengen explodieren? Diese Kurzvortrags-Session bündelt sieben praxisnahe Impulse aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Hochschulsteuerung, Forschungsförderung und Methodenentwicklung. Gemeinsam zeigen sie, wie sich Evaluation zeit-responsiv gestalten lässt: durch kluge Evaluationszeitpunkte, rhythmisierte Kommunikation, wirkungsorientiertes Monitoring, transparente KI-gestützte Dokumentcodierung, robuste Empfehlungen unter regulatorischer Unsicherheit, prognosebasierte Impact-Management-Tools und theoriegeleitete Index- und Skalenbildung.
Ankündigungen und Abschluss
14:40 - 15:00
Abschlussimbiss
15:10 - 16:00