29. Jahrestagung der DeGEval
Evaluation und Zeit
23. - 25. September 2026 | Frankfurt a. M.
Veranstaltungsprogramm
Hier können Sie das Tagungsprogramm unserer 29. DeGEval-Jahrestagung einsehen.
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Hinweis: Blau eingefärbte Sitzungen beziehen sich inhaltlich auf das Tagungsthema "Evaluation und Zeit".
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Tagesübersicht |
Don24Sept.
Kein Ort / Ort noch unbekannt
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A1: Vorstellung des Entwurfs der neuen DeGEval-Empfehlungen für Auftraggebende
9:00 - 10:30
Christelle Nowack
Leitung der Sitzung: Christelle Nowack, DLR Projektträger
A2: 25 Jahre Zeitschrift für Evaluation: Rückschau auf den wissenschaftlichen Diskurs um Evaluation in Deutschland und darüber hinaus
9:00 - 10:30
Stephan Grohs, Paul Reimers
Leitung der Sitzung: Stephan Grohs, Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer
Leitung der Sitzung: Paul Reimers, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
A3: Evaluation und Zukunft: Foresight und prospektive Perspektiven in der Evaluationspraxis
9:00 - 10:30
Jan Tobias Polak
Leitung der Sitzung: Jan Tobias Polak, Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval)
Sehr oft orientieren sich Evaluationen an der Vergangenheit – sie bewerten Zielerreichung und Wirkungen abgeschlossener oder laufender Maßnahmen auf Basis retrospektiver Evidenz. Doch zunehmend komplexer werdende Evaluationsgegenstände und ihre Kontexte stellen diese retrospektive Logik vor Grenzen: Wirkungshypothesen verlieren ihre Gültigkeit, Rahmenbedingungen verändern sich, und Planungsunsicherheiten wachsen. Die drei Beiträge dieser Session fragen daher gemeinsam, wie Evaluationen um prospektive Perspektiven erweitert werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Foresight-Methoden – von Trendanalysen über Szenarienentwicklung bis hin zu explorativen Zukunftsreflexionen – als Instrumente, die Evaluationen handlungsrelevanter, lernorientierter und zukunftsrobuster machen können.
A4: Das Nützlichkeits-Trilemma in Evaluationen: Rechtzeitig, gründlich, lernfördernd – geht das zusammen?
9:00 - 10:30
Kirsten Vorwerk
Leitung der Sitzung: Kirsten Vorwerk, Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval)
A5: Zeit in der Evaluationspraxis in der Sozialen Arbeit
9:00 - 10:30
Edith Halves
Leitung der Sitzung: Edith Halves, AK SDL
A6: Die Nutzung von Evaluationen im Spannungsverhältnis zu Evaluationsdesign und dem Faktor Zeit
9:00 - 10:30
Stefan Dofel
Leitung der Sitzung: Stefan Dofel, Independent Consultant
Die Nutzung von Evaluationen gilt als zentrales Kriterium für deren Relevanz. Aufbauend auf der klassischen Unterscheidung von findings use und process use fokussiert Session A6 gezielt auf die Nutzung von Evaluationsergebnissen (findings use) vor dem Hintergrund zeitlicher Dynamiken in unterschiedlichen Evaluationskontexten.\nWelchen Herausforderungen begegnen die Politikfelder Umwelt, Verkehr, Entwicklung und Lehre in diesem Zusammenhang? Welche Erkenntnisse werden gewonnen bei der Konzeption von Evaluationsdesigns und der Auswahl geeigneter Instrumente? Und wie kann dem Faktor ‚Zeit‘ Rechnung getragen werden, sei es im Rahmen von Verlaufsstudien, fehlenden Datensätzen, oder einem Trend hin zu immer komplexeren, global angelegten Vorhaben mit langen Laufzeiten, wie es zunehmend in der Entwicklungspolitik der Fall ist?\nInsbesondere die zunehmenden zeitlichen Dynamiken und möglichen Zielkonflikte (Rechenschaftslegung, Steuerungsbedarfe, programmatische Flexibilität und organisationalem Lernen) stellen besondere Anforderungen an Evaluationsdesigns samt des Einsatzes unterschiedlicher, zeitlich gestaffelte Evaluationsinstrumente.
A7: Knappe Zeit, hohe Ansprüche – Evaluation unter Zeitdruck
9:00 - 10:30
Ingo Dungs
Leitung der Sitzung: Ingo Dungs, LKA NRW
Zentrale Finanzhilfen der Europäischen Union zur Verbesserung von Arbeit und Ausbildung, Interventionsprogramme der Polizei NRW sowie Maßnahmen der Welthungerhilfe – unterschiedlicher könnten die Perspektiven dieser Session nicht sein. Und doch eint alle Vortragenden, dass sie die Balance zwischen Qualitätsansprüchen von Evaluationen und zeitlichen Druckverhältnissen halten sowie Antworten auf immer knapper werdende zeitliche Ressourcen finden müssen.\nWährend der Schwerpunkt im ersten Beitrag auf Ansätzen liegt, Evaluationsqualität auf Planung- und Umsetzungsebene bei ESF geförderten Programmen unter knappen Zeit- und Personalressourcen zu sichern, erfahren wir im Anschluss anhand anschaulicher Beispiele, in welchen drei Dimensionen die Zeit Evaluationsentscheidungen im polizeilichen Kontext herausfordert. Der dritte Vortrag beleuchtet die Perspektive der Auftraggebenden und stellt zentrale Hebel vor, mit denen die Welthungerhilfe Zeit im Evaluationsmanagement aktiv gestaltet, um Evaluationsqualität und die Nutzung zu stärken.\nDie praxisfeldübergreifende Session lädt dazu ein, unterschiedliche Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren, wie Evaluationsqualität auch unter wachsendem Zeit- und Ressourcendruck gesichert werden kann.
A8: Dynamische Entwicklung mit longitudinalen und prozessorientierten Evaluationsansätzen
9:00 - 10:30
Thomas Widmer
Leitung der Sitzung: Thomas Widmer, Universität Zürich
Die Session widmet sich längsschnittlichen und prozessorientierten Evaluationsansätzen, die Veränderungen und Wirkungen von Programmen, Organisationen und Bildungsangeboten über einen längeren Zeitraum hinweg untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Evaluationen gestaltet werden können, um nicht nur Ergebnisse zu erfassen, sondern auch Entwicklungs- und Veränderungsprozesse sichtbar zu machen.\nÜbergreifend verdeutlicht die Session das Potenzial longitudinaler Evaluationen, zeitliche Dynamiken in Lern-, Innovations- und Organisationsprozessen sichtbar zu machen. Die Beiträge zeigen, wie unterschiedliche methodische Ansätze – von multimethodischen Designs bis hin zu Strukturgleichungsmodellen – eingesetzt werden können, um komplexe Wirkungszusammenhänge zu analysieren.\nEin weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung wissenschaftlicher Methoden mit praktischen Steuerungs- und Entwicklungsprozessen. Evaluation wird dabei als kontinuierliches Instrument zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von Programmen, Organisationen und Bildungsangeboten verstanden.\nInsgesamt bietet die Session einen Einblick in aktuelle Entwicklungen einer longitudinal ausgerichteten Evaluation zeigt anhand unterschiedlicher Anwendungsfelder – Innovationsförderung, Organisationsentwicklung und Hochschullehre –, wie zeitlich angelegte Evaluationsdesigns sowohl wissenschaftliche Befunde als auch praxisrelevante Handlungsgrundlagen liefern können.
Pause
10:30 - 11:00
Tagungseröffnung
11:00 - 11:15
Keynote: Zeit als Ordnungsparameter: Philosophische Perspektiven auf Wiederholung, Ermüdung und die Polyrhythmik des Alltags
11:15 - 12:00
Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka
Mittagspause / AK-Treffen
12:15 - 13:00
Mittagspause
13:00 - 13:45
Mittagspause / AK-Treffen
13:45 - 14:30
B1: Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement an Hochschulen
14:30 - 16:00
Nicolas Haverkamp
Leitung der Sitzung: Nicolas Haverkamp, Medizinische Fakultät Bonn
Qualitätsmanagement an Hochschulen entwickelt sich zunehmend von einem Evaluationsinstrument zu einem Motor organisationaler und didaktischer Entwicklung.\nDie Beiträge dieser Session beleuchten innovative Ansätze zur Qualitätsentwicklung: Sie thematisieren Evaluation als historisch eingebetteten Entwicklungsprozess, stellen rekonstruktions- und artefaktbasierte Verfahren für eine agile Lehrentwicklung vor und untersuchen, wie die Motivation Studierender zur Mitwirkung im Qualitätsmanagement gestärkt werden kann.\nGemeinsam zeigen die Beiträge, wie Qualitätsentwicklung partizipativ, reflexiv und nachhaltig gestaltet werden kann.
B2: Zeit und Kausalität: Wirkmodelle konzipieren und kritisch reflektieren
14:30 - 16:00
Michaela C. Willig
Leitung der Sitzung: Michaela C. Willig, Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen
Aus drei verschiedenen Perspektiven nimmt die Session die Bedeutung der zeitlichen Dimension bei der Entwicklung und Nutzung von Wirkungsmodellen in den Blick.\nVernachlässigung von zeitlichen Kausalitätsketten oder fehlende Anpassung von Wirkungsmodellen an Veränderungen im Programmverlauf sind nur zwei von zahlreichen Faktoren, die zu irreführenden, unplausiblen und/oder wenig nützlichen Wirkungsmodellen führen können. Der erste Beitrag zeigt die Probleme auf, die bei der Wirkungsmodellierung in und für Evaluationen entstehen, und entwirft erste Lösungsansätze, um diesen Problemen zu begegnen.\nAm Beispiel der Wirkungskonzeption der Welthungerhilfe stellt der zweite Beitrag dar, dass Evaluationen, welche die zeitliche Dimension von Wirkung systematisch ausblenden, Gefahr laufen, kurzfristige Resultate mit tatsächlicher Wirkung zu verwechseln - und damit ihrem Anspruch nicht gerecht werden, gesellschaftliche Veränderungen belastbar zu erfassen.\nDurch die Beantwortung der Frage, wie eine zeitlich-kausale Outcome-Struktur entwickelt werden kann, welche explizite kausale Mechanismen zwischen Outcome-Ebenen abbildet und die Grundlage für eine spätere Wirkungsevaluation schafft, bietet der letzte Beitrag am Beispiel einer qualitativen Fallstudie aus der Gesundheitsförderung Evaluierenden Orientierung, welche Outcomes wann messbar sein sollten.
B3: Dynamiken, Transformationswirkungen und Programmlernen
14:30 - 16:00
Brigitte Ecker
Leitung der Sitzung: Brigitte Ecker, WPZ Research
Evaluationen bewegen sich immer im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf fundierte Analyse und dem Druck, zeitnah steuerungsrelevante Erkenntnisse zu liefern. Doch was passiert, wenn der Gegenstand selbst – ein transformationsorientiertes Programm – ganz eigenen zeitlichen Logiken folgt? Und wie lassen sich Wirkungen sichtbar machen, die sich über Jahre oder Jahrzehnte entfalten?\nDiese Session beleuchtet Zeit als zentrale, aber oft unterschätzte Dimension der Evaluationspraxis – anhand zweier Fälle, die unterschiedliche Zeitskalen und methodische Zugänge in den Blick nehmen.\nDer erste Beitrag umfasst die Begleitevaluation des 7. Energieforschungsprogramms und zeigt, wie Zeit auf mehreren Ebenen zur zentralen Herausforderung wird: als Dimension soziotechnischer Transformation, als Taktgeber politischer Entscheidungsfenster und als Gestaltungselement im Evaluationsdesign selbst.\nDer zweite Beitrag wechselt die Perspektive – von der begleitenden zur retrospektiven Evaluation, von der Transformationsdynamik zur langfristigen Wirkungsentfaltung. Am Beispiel der FFG-Basisprogramme wird gezeigt, wie eine Evaluation den Zeitraum von über einem Jahrzehnt methodisch erschließen kann.\nGemeinsam werfen beide Beiträge eine Frage auf, die für die Evaluationspraxis zunehmend drängend wird: Wie gestalten wir Evaluationen, die der Komplexität und Dynamik von Innovations- und Transformationsprozessen gerecht werden – mit dem Anspruch, methodisch und analytisch am aktuellen Stand des Wissens zu sein?
B4: Evaluation im Entscheidungsfenster: Zeitkritische Evidenz für Regelungsvorhaben – von der Gesetzesidee bis zur ex-post-Evaluation
14:30 - 16:00
Catharina Lewerenz
Leitung der Sitzung: Catharina Lewerenz, Statistisches Bundesamt
B5: Evaluationen im Spannungsfeld der Zeit – Zeitdruck, Evidenz und Wirkung
14:30 - 16:00
Eike-Christian Koring
Leitung der Sitzung: Eike-Christian Koring, Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Die drei Vorträge beleuchten Evaluationen unter Zeitdruck und fragen, wann Wirkungen bereits belastbar messbar sind – und wann Aussagen noch plausibilisiert, modellbasiert oder vorläufig bleiben müssen. Anhand von Pilotprojekten, gesundheitsförderlichen Bewegungsangeboten und einer steuerlichen FuE-Förderung diskutiert die Session, wie Evaluationen trotz kurzer Laufzeiten, begrenzter Datenlage und hoher Entscheidungsanforderungen nützliche Erkenntnisse für Weiterführung, Regelfinanzierung und Folgeevaluationen bereitstellen können. Im Fokus stehen adaptive Evaluationsdesigns, frühe Wirkmechanismen, vorläufige Empfehlungen sowie das Spannungsfeld zwischen Evaluationsfristen und methodisch gebotenen Beobachtungshorizonten.
B6: Evaluierungsstandards: Zu viele, zu wenig Zeit? Session des AK Methoden
14:30 - 16:00
Alexander Kocks, Franziska Heinze
Leitung der Sitzung: Alexander Kocks, DEval
Leitung der Sitzung: Franziska Heinze, BTU Cottbus-Senftenberg
Session des AK Methoden
B7: KI-gestützte Workflows in der Evaluation: Ein Hands-on Lab zu Zeitersparnis, Qualität und praktischer Umsetzung
14:30 - 16:00
Thomas Renz, Christian Steinau
Leitung der Sitzung: Thomas Renz, Stiftung für kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung | Institut für Kulturelle Teilhabeforschung
Leitung der Sitzung: Christian Steinau, Cultural Policy Lab
Session des AK Kultur
B8: Blitzvorträge
14:30 - 16:00
Ansgar Cordier
Leitung der Sitzung: Ansgar Cordier, FAKT Consult
Die Blitzvortragssession vereint Beiträge, die deutlich machen, dass Zeit in Evaluationen nicht nur als Frist oder äußerer Rahmen relevant ist, sondern methodische Entscheidungen, Bewertungslogiken und die Nutzbarkeit von Evaluationsergebnissen wesentlich beeinflusst. Ausgehend von Zeit als Machtfaktor in der Konstellation von Auftraggebenden und Auftragnehmenden werden implizite Zeitwirkungen in der Konstruktion von Fragebögen sowie als „Mental Load“, als häufig unsichtbare Form zeitlicher Belastung diskutiert. Weitere Beiträge befassen sich mit der Rolle von Zeit bzw. zeitlichen Umbrüchen im Kontext von Evaluationen in fragilen Kontexten, mit der rechtzeitigen Nutzung von Evaluationsergebnissen sowie mit der Frage, wie hochfrequente und niedrigfrequente Monitoringdaten für prospektive Projektsteuerung genutzt werden können. Am Beispiel von KI-Kompetenzen in der Hochschulbildung wird betrachtet, wie Evaluationen mit dynamischen technologischen und regulatorischen Entwicklungen umgehen können.
Pause
16:00 - 16:30
C1: Die Zukunft des Gender Mainstreaming in Evaluationen: Qualität sichern in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen
16:30 - 18:00
Karin Grasenick, Angela Wroblewski
Leitung der Sitzung: Karin Grasenick, CONVELOP cooperative knowledge design gmbh
Leitung der Sitzung: Angela Wroblewski, Institut für Höhere Studien (IHS)
C2: Zeitaspekte in (quasi-) experimentellen und Mixed-Methods Designs
16:30 - 18:00
René Krempkow
Leitung der Sitzung: René Krempkow, BTU Cottbus - Senftenberg
In dieser Session versammeln sich drei Beiträge mit Erhebungen und Auswertungen im Mixed Methods Design, von denen zwei auch (quasi-)experimentell arbeiten. Inhaltlich reicht das Spektrum von (der Evaluation der) Rehabilitationsmaßnahmen bei Hirnschädigungen, über Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung des technologischen Wandels durch das Handwerk, bis hin zur Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Um Zeit geht es als Ressource für Evaluationen, wie auch als deren Erfolgskriterium.
C3: Zeitlichkeit als Gestaltungsfaktor von Evaluationen: Herausforderungen für Evaluationsdesign und Wirkungsanalyse
16:30 - 18:00
Oliver Bieri
Leitung der Sitzung: Oliver Bieri, Interface Politikstudien Forschung Beratung AG
Die Session beleuchtet, wie zeitliche Rahmenbedingungen die Planung, Durchführung und Aussagekraft von Evaluationen beeinflussen. Dabei wird Zeit nicht nur als organisatorischer Rahmen verstanden, sondern als prägender Faktor für Evaluationsgegenstände, Wirkungsmodelle und methodische Entscheidungen.\nDer erste Beitrag widmet sich den methodischen Herausforderungen zeitlicher Aspekte in Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen der Sozialen Arbeit. Im Fokus steht, wie die Zeitperspektive bereits zu Beginn von Wirkungsanalysen und im Prozess der Entwicklung von Wirkmodellen systematisch berücksichtigt werden kann. Darüber hinaus wird diskutiert, welche Konsequenzen begrenzte Laufzeiten von Evaluationsprojekten für die empirische Erfassung von Wirkungen haben und wie mit den Spannungsfeldern zwischen kurzen Projektzeiträumen und den Anforderungen an belastbare, insbesondere längsschnittliche Wirkungsanalysen, umgegangen werden kann.\nDer zweite Beitrag richtet den Blick auf die Evaluation eines Förderprogramms im Bereich Betriebliches Mobilitätsmanagement. Im Mittelpunkt steht der grundsätzliche Zielkonflikt, dass sich langfristige Wirkungen (Impact) von Förderprogrammen häufig erst nach Abschluss des Evaluationsauftrags belastbar erfassen lassen. Der Beitrag zeigt, wie diesem Spannungsfeld methodisch begegnet werden kann, und gibt praxisnahe Einblicke in die Implementierung eines Wirkmodells sowie in das empirische Vorgehen zur Abschätzung und Ermittlung von Wirkungen. Damit veranschaulicht er, wie zeitliche Herausforderungen im konkreten Evaluationsprozess bewältigt werden können.\nGemeinsam verdeutlichen die Beiträge, dass Zeitlichkeit sowohl die Konzeption von Wirkungsanalysen als auch die praktische Umsetzung von Evaluationen prägt. Die Session lädt dazu ein, unterschiedliche Strategien im Umgang mit zeitlichen Anforderungen zu diskutieren und deren Konsequenzen für Evaluationsdesign, Wirkungsanalyse und Interpretation von Evaluationsergebnissen zu reflektieren.
C4: Herausforderungen der Indikatorenentwicklung
16:30 - 18:00
Frank König
Leitung der Sitzung: Frank König, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Die drei Beiträge der Session nehmen verschiedene Aspekte der Entwicklung und Anwendung von Indikatoren in den Blick. Dabei geht es auch um Fragen ihrer Begründung und Gegenstandsangemessenheit. Ein Beitrag demonstriert am Beispiel der Evaluation von Innovationsprojekten der Extremismusprävention im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, wie Indikatoren konzipiert werden können, die eine Abschätzung von Wirksamkeit auf Programmebene erlauben, zugleich aber auch der Heterogenität und Kontextgebundenheit einzelner Projekte gerecht werden. Ziel ist eine integrative Wirkungsbewertung, die der Emergenz von Programmergebnissen ebenso Rechnung trägt wie den projektbezogenen Wirkungslogiken. In einem zweiten Beitrag wird mit TIME (Transformatives Innovationsmonitoring- und Evaluierungsframework) ein Framework vorgestellt, das die Entwicklung kontextspezifischer Transformationsindikatoren Bottom-up ermöglicht. Das TIME-Framework geht über etablierte Kennzahlen- und Indikatorensysteme hinaus, um nicht nur zu erfassen was sich verändert und wohin, sondern auch, in welcher Qualität und Dynamik. Das Vorgehen wird anhand der Evaluierung eines FTI-Programms illustriert. Im Zentrum des dritten Beitrags steht die Frage, wie sich in der Evaluation von Netzwerken unterschiedliche Netzwerkverständnisse auf die Bewertung ihrer Wirksamkeit auswirken. Das geschieht anhand von Beispielen aus der Evaluation der Demokratie- und Kulturförderung, der Antidiskriminierungsarbeit sowie der Fachkräftesicherung.
C5: Mut in der Evaluation – Zeitdruck, Evidenz und professionelle Integrität
16:30 - 18:00
Reinhard Zweidler, Evelyn Funk
Leitung der Sitzung: Reinhard Zweidler, EBP Schweiz AG, Zurich; Research Institute IFAAR, Bern
Leitung der Sitzung: Evelyn Funk, PME-Campus
Gemeinsame Session des AK Umwelt mit dem AK Professionalisierung
C6: Qualität und Kompetenz messbar machen: Instrumentenentwicklung und Kontextsensibilität für ESF-geförderte Maßnahmen
16:30 - 18:00
Ralf Schattschneider
Leitung der Sitzung: Ralf Schattschneider, Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung Hamburg (IfBQ)
Die Session diskutiert Herausforderungen, adäquate Messinstrumente in Evaluationskontexten zu entwickeln, in denen Qualitätsstandards nur begrenzt vorliegen oder aus übergeordneten Kriterienkatalogen auf den konkreten Gegenstandsbereich übertragen werden müssen. Anhand der Evaluation zweier ESF-geförderter Maßnahmen werden unterschiedliche methodische Zugänge (u. a. beobachtungsbasierte Verfahren und Selbsteinschätzungen) sowie deren Potenziale und Grenzen reflektiert. Im Fokus stehen Fragen der Kontextsensibilität, der Operationalisierung sowie der Rolle von Evaluation zwischen wissenschaftlichem Anspruch und programmpraktischen Rahmenbedingungen.
C7: Selbstevaluation im Spannungsfeld von Reflexion, Steuerung, Legitimation und zeitlichen Regimen
16:30 - 18:00
Stefanie Reiter
Leitung der Sitzung: Stefanie Reiter, Fachhochschule Erfurt
C8: Zeitliche Perspektiven auf Steuerungs- und Entwicklungsprozesse
16:30 - 18:00
Sebastian Schuster
Leitung der Sitzung: Sebastian Schuster, Welthungerhilfe
Die Session nimmt die Bedeutung von Zeit für Evaluationen in demokratiebezogenen Handlungsfeldern in den Blick – und fragt dabei insbesondere, wie unterschiedliche zeitliche Perspektiven von Akteuren und Evaluationsgegenständen Evaluation prägen. Staatliche Strukturen, zivilgesellschaftliche Projekte, Förderperioden, Projektlaufzeiten, Reportingzyklen, politische Entscheidungsfenster und Beteiligungsprozesse folgen jeweils eigenen Zeitlogiken und beeinflussen, was wann beobachtet, bewertet und genutzt werden kann.\nDie Beiträge entfalten diese Fragen schrittweise: zunächst mit Blick auf strukturell erzeugte Zeitlichkeit durch Förderlogiken und Organisationstypen, anschließend mit Blick auf deren demokratische und machtbezogene Implikationen.\nIm Handlungsfeld Demokratieförderung und Extremismusprävention wird deutlich, dass Evaluationen nicht nach einheitlichen Schablonen funktionieren können. Am Beispiel des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zeigt der Beitrag, wie sich verstetigte Strukturen wie Landesdemokratiezentren von zeitlich begrenzten Innovationsprojekten unterscheiden und welche Konsequenzen dies für Wirkmessung, Zusammenarbeit mit Akteur, Kontextanalyse und Evaluationsdesign hat.\nDer Beitrag zu kommunalen Smart-City-Prozessen erweitert diese Perspektive um Fragen von Partizipation, Macht und Technokratisierung. Zeitliche Taktungen durch Förderlogiken, Meilensteine und Berichtspflichten strukturieren Beteiligungsräume und beeinflussen, ob Evaluation als Lern- und Deliberationsraum oder als Instrument administrativer Verdichtung wirkt.\nGemeinsam fragen die Beiträge, wie Evaluationen unter Zeitdruck methodisch angemessen, nutzungsorientiert und demokratisch anschlussfähig gestaltet werden können.
Abendessen Donnerstag
19:00