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Sitzungsübersicht
Sitzung
E2: Der Beitrag von Implementierungsforschung und Prozessevaluationen zur Gewinnung von Evidenz im Bildungs- und Gesundheitsbereich
Zeit:
Freitag, 16.09.2022:
12:45 - 14:15

Leitung der Sitzung: Dr. Marlene Kollmayer, Universität Wien

Zusammenfassung der Sitzung

Übergreifende Problemstellung:

Im Bildungs- und Gesundheitssystem werden - häufig auch von Seiten der Politik initiiert - laufend neue Maßnahmen und Programme implementiert, die zur Verbesserung von Praktiken in diesen Bereichen beitragen sollen. Diese Maßnahmen und Programme sollten evidenzbasiert sein und sowohl wissenschaftlichen Anforderungen als auch praktischen Ansprüchen der spezifischen Kontexte genügen. In der Praxis kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Implementierungs- und Evaluationsmodelle zum Einsatz, die einerseits berücksichtigen müssen, wie evidenzbasiert die jeweiligen Maßnahmen sind, andererseits aber auch, welche Vorerfahrungen und Erwartungen die diversen Stakeholdergruppen mit in die Prozesse bringen.

In den vier Beiträgen dieser Session werden unterschiedliche Projekte aus dem Bildungs- und Gesundheitsbereich vorgestellt, die die Implementierung von Maßnahmen theoriegeleitet konzipieren, begleiten und/oder evaluieren. Ein verbindendes Element der Beiträge ist dabei, dass stets die Frage nach dem Spannungsfeld zwischen Ansprüchen der Wissenschaft und der Praxis diskutiert wird und Lösungsansätze für daraus entstehende Herausforderungen adressiert werden.

Einzelbeiträge:

Hybride Evaluationsdesigns in der klinischen Gesundheitsforschung

Studien zur Überprüfung der Effektivität klinischer Interventionen inkludieren zunehmend auch Prozess- bzw. Implementierungsevaluationen. Die gleichzeitige Evaluation von Implementierungsprozessen im Rahmen hybrider Designs trägt dazu bei, effektive Interventionen nach Beendigung klinischer Studien schneller und systematischer in der Praxis implementieren zu können. Besonderheiten hybrider Evaluationsdesigns in der klinischen Gesundheitsforschung werden am Beispiel des Horizon 2020 Projekts «NeoIPC» vorgestellt. Das Projekt verbindet die Wirksamkeitsprüfung einer Intervention zur Infektionskontrolle auf neonatologischen Intensivstationen mit der Evaluation begleitender Implementierungsprozesse in unterschiedlichen Krankenhaussettings in europäischen Ländern und Südafrika.

Spannungsfelder bei Prozess- und Ergebnisevaluationen in der Gesundheitsförderung

Bei der Evaluation von Gesundheitsförderungsprojekten haben die Auftraggeber:innen einer Evaluation häufig primär Interesse an einer Prozessevaluation der Implementierung oder Implementierbarkeit einer Intervention in bestimmten Settings, wobei die Lernfunktion im Vordergrund steht. Im Falle einer öffentlichen Finanzierung werden aus Legitimationsgründen zumeist gleichzeitig Ergebnisevaluationen des Nutzens gewünscht. Welche Spannungsfelder sich bei derartigen „hybriden Designs“ an der Schnittstelle zwischen Evaluation und Implementierungsforschung ergeben können, werden am Beispiel eines Evaluationsprojekts dargestellt. Insbesondere die Anwendung von qualitativen Forschungsdesigns im vorgegebenen Projektrahmen und deren - im Vergleich zu quantitativen Ergebnissen von summativen Evaluationen – schwerer zu kommunizierenden Ergebnisse stellen für Evaluator:innen in der Praxis oft große Herausforderungen dar.

Prozessevaluation und Entwicklung eines Implementierungskonzepts im Rahmen der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und dem Schulsystem

Das Ziel der Kooperation war zur Lösung einer großen gesellschaftlichen Herausforderung beizutragen: dem sicheren Offenhalten der Schulen in Zeiten der COVID-19-Pandemie. Am Beginn stand die interdisziplinäre Entwicklung eines PCR-Testkonzepts, das aus der Sicht der Biologie, Virologie, Epidemiologie und Psychologie einen „COVID-19-Schutzschirm“ bilden sollte. Nach der Beauftragung durch politische Entscheidungsträger:innen wurde die Umsetzbarkeit des PCR-Testkonzepts von Wissenschaftler:innen gemeinsam mit 17 Schulen pilotiert, formativ evaluiert und weiterentwickelt. Das Produkt war ein evidenzbasiertes Implementierungskonzept zur großflächigen Ausrollung des PCR-Testkonzepts. Das Vorgehen, die Herausforderungen, Hürden und lessons learned mit Blick auf die Umsetzung von evidence oriented policy werden vorgestellt und diskutiert.

Implementierung von Open Schooling Projekten: Herausforderung für alle

Das Horizon 2020 Projekt PHERECLOS zielt darauf ab, lokale Bildungscluster (LECs) für Open Schooling in 6 verschiedenen Bildungssystemen zu etablieren. Die LECs wurden von Kinderuniversitäten initiiert, die Wissenschaft für Kinder erlebbar machen wollen und vielfältige Erfahrung mit der Gestaltung von Programmen für Schulen haben. Um die Etablierung der LECs zu unterstützen, wurden im Rahmen einer systematischen Implementierungsbegleitung Workshops und individuelle Beratungen angeboten, um den Stakeholdern Wissen und Tools aus der Implementierungs- und Evaluationsforschung zu vermitteln. Zur Prozessevaluation kam ein Monitoring-Instrument zum Einsatz, das auf unterschiedliche Aspekte erfolgreicher Implementierungen fokussierte. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse und Herausforderungen dieser Implementierungsbegleitung vorgestellt.


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Präsentationen

Der Beitrag von Implementierungsforschung und Prozessevaluationen zur Gewinnung von Evidenz im Bildungs- und Gesundheitsbereich

Marlene Kollmayer1, Marie-Therese Schultes2, Karin Waldherr3, Michaela Fasching1, Monika Finsterwald1

1Universität Wien, Österreich; 2Universität Zürich, Schweiz; 3Ferdinand Porsche FernFH, Österreich



 
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