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Sitzungsübersicht
Sitzung
C3: „Garbage in – garbage out“. Was macht der Gender Data Gap in Evaluationen?
Zeit:
Freitag, 16.09.2022:
9:00 - 10:30

Leitung der Sitzung: Dr. Anke Lipinsky, GESIS-Leibniz Institute for the Social Sciences
Leitung der Sitzung: Dr. Karin Grasenick, convelop cooperative knowledge design gmbh

Session des AK Gender Mainstreaming


Zusammenfassung der Sitzung

Daten und damit zusammenhängende Datenlücken stellen in vielen Evaluationsvorhaben eine Schwierigkeit dar. Häufig gilt die Devise: Es zählt nur das, was schon einmal gezählt wurde. Daten differenziert zu erheben, Datenbestände zu hinterfragen und auf Bedarfe hinzuweisen, die für eine zielgruppendifferenzierte Bewertung von Interventionen sinnhaft wären, wird zum Teil seitens der Auftraggebenden von Evaluationen aus konzeptionellen oder praktischen Gründen abgelehnt.

Data Gaps haben als Ausdruck von Machtverhältnissen gravierende Auswirkungen auf Evaluierungen. Sie verdeutlichen, welche Informationen und welche Zielgruppen als relevant angesehen werden. Mit dem Ankerpunkt „Gender Data Gap“ greift die Session ein aktuelles Thema des Arbeitskreises auf und stellt dazu folgende Fragen:

  • Wo und in welcher Form zeigen sich Gender Data Gaps?
  • Welche Aushandlungsstrategien führen zu einer angemessenen Berücksichtigung von Geschlechteraspekten? Wie wird verhandelt, ob und wie eine Geschlechterperspektive ein unverzichtbarer Bestandteil von Evaluierung ist? Wer ist an diesem Prozess beteiligt?
  • Wie nehmen Evaluator*innen in diesem Kontext ihre Rolle und ihr Selbstverständnis wahr?
  • Welche Methoden ermöglichen es, Machtverhältnisse zu erkennen und welche Chancen bieten Evaluationen diese zu hinterfragen?

Geschlechterabhängige Ursachen, Risiken, Wirkungen bzw. Auswirkungen von Interventionen sind nicht darstellbar, wenn Daten nicht nach Geschlechtern (und ggf. weiteren Kategorien) aufgeschlüsselt sind. Beispiele hierfür sind aus unterschiedlichen Forschungsfelder bekannt. Doch wird die Thematik auch ausreichend in der Evaluationscommunity aufgegriffen?

Die Session des AK Gender Mainstreaming ist als offenes Format konzipiert, Es stehen also nicht einzelne Vorträge im Vordergrund, sondern ein offener Dialog mit den Teilnehmenden, angeregt durch kurze Impulse der Vortragenden, die den Rahmen aus unterschiedlichen Perspektiven setzen und Fragen, die sowohl an die Vortragenden als auch an die Teilnehmenden gerichtet werden. Die Moderation erfolgt durch Anke Lipinsky, die die Session gemeinsam mit den beiden weiteren Sprecherinnen des Arbeitskreises Regina Frey, Karin Grasenick sowie Kirstin Eckstein konzipiert hat. Die Session wird dokumentiert.

Kirstin Eckstein wird einleitend einen Überblick über das Phänomen “Gender Data Gap” geben und verschiedene Gründe dafür beleuchten. Anknüpfungspunkte bieten dabei ihre langjährige Erfahrung mit Gleichstellungsindikatoren sowie die bisherigen Arbeiten des AK Gender Mainstreaming. Besonders wichtig ist dabei, nicht nur auf der Ebene der Datenerhebung zu bleiben, sondern von Auftragsformulierung über die Analyse bis zur Veröffentlichung den Zusammenhang von Transparenz und Machtverhältnissen zu gleichstellungsrelevanten Aspekten deutlich zu machen.

Ursula Mollay (Österreichisches Institut für Raumplanung) bringt dazu Erfahrungen mit der Verfügbarkeit von Gender-Daten aus Beratungsprojekten im Bereich der Programmierung und Evaluierung von EU Regionalpolitik ein. Die ausgewählten Beispiele stammen aus der Mitarbeit an Projekten im Auftrag des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen - EIGE (Gender Budgeting: closing the gaps between gender equality commitments and resources in the EU, 2019), des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus - BMNT (Gleichstellung von Männern und Frauen im Österreichischen Programm für ländliche Entwicklung 2014-2020?, 2019) und der Österreichischen Raumordnungskonferenz - ÖROK (Begleitende Evaluierung IWB/EFRE AT 2014-20, laufend).

Irene Pimminger (defacto – sozialwissenschaftliche Forschung & Beratung) beleuchtet die Fragestellung vor dem Hintergrund ihrer Evaluations- und Beratungserfahrungen hauptsächlich im Bereich des Europäischen Sozialfonds. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Evaluation von Querschnittszielen, insbesondere Gleichstellung von Frauen und Männern. In den letzten Jahren hat sie Querschnittsziele sowohl auf Bundesebene (im Rahmen der Dachevaluation des Bundes-ESF sowie der EHAP-Programmevaluation) wie auch auf Bundesländerebene evaluiert. Aktuell führt sie u.a. eine ex ante Analyse der Gleichstellungswirkungen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans durch.


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Präsentationen

„Garbage in – garbage out“. Was macht der Gender Data Gap in Evaluationen?

Anke Lipinsky2, Karin Grasenick1, Regina Frey3, Kirstin Eckstein4

1convelop cooperative knowledge design gmbh, Österreich; 2GESIS - Leibniz Institute for the Social Sciences Department Data and Research on Society Center of Excellence Women and Science (CEWS); 3GIG – Gender-Institut für Gleichstellungsforschung; 4Expertin für Gender Indikatoren und Statistiken



 
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