Veranstaltungsprogramm

Sitzung
C4: Evaluation in transnationalen/interkulturellen Kontexten
Zeit:
Freitag, 17.09.2021:
10:30 - 12:00

Leitung der Sitzung: Thomas Heskia, Leuphana Universität Lüneburg

Zusammenfassung der Sitzung

Migrationsfragen werden zumeist stark emotionsgetrieben behandelt. Auf der einen Seite stehen Angst, Traumata und Erwartungen von Migranten und Geflüchteten, auf der anderen eine oftmals aufgeladene politische Diskussion in den Zielländern. Dazwischen steht der gute Wille zu helfen, aber oft genug wissen Politik und NGOs nicht, wie. In diesem emotionsgeladenen Terrain versucht Evaluation eine Hilfestellung zu leisten, die aber auf die besonderen Umstände Rücksicht nehmen muss.

Zusammenfassungen der Einzelbeiträge

Probleme beginnen schon bei Definitionsfragen, die in unterschiedlichen Länderkontexten unterschiedlich ausfallen können. Ina Dupret von der HTW Saar untersucht, wie dies bereits in der naheliegenden Grenzregion zwischen Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien aussieht, wo es schon lange Zuzug von außen wie auch Grenzgängertum in der Region gibt. Anhand des Sprachgebrauchs seigt sie, wie ein und derselbe Indikator im Evaluationskontext unterschiedliche Schlüsse in Bezug auf die Integration zulässt.

Während es in den westlichen Grenzregionen Deutschlands das Umfeld stabil ist, hat man es bei Evaluationen in Post-Konflikt-Kontexten mit besonders vulnerablen und traumatisierten Zielgruppen zu tun. In einem solchen Zusammenhang hat das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit evaluiert, inwiefern Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit geeignet sind, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern. In Ihrem Beitrag stellen Verena Gantner, Angela Heucher, Sabine Brüntrup-Seidemann und Ida Wiborg von der DEval die Most-Significant-Change Methode als qualitativen Ansatz vor, bei der die Befragten im Rahmen von Storytelling von wahrgenommenen Veränderungen berichten.

Mit der Wirkungsevaluation von Maßnahmen direkt im Krisengebiet beschäftigen sich Helge Roxin, Alexander Kocks, Ruben Wedel und Thomas Wencker, ebenefalls von der DEval. Inwiefern hat die Beschäftigungsoffensive Nahost dazu beigetragen einen Beitrag zur Perspektivbildung von Geflüchteten in den Anrainerstaaten Syriens zu leisten. In einem Mixed-Method-Design kombibieren sie rigorose Wirkungsmessung mit quasi experimentellen Merthoden.  Dabei können sie nachweisen, dass die Beschäftigungswirkungen überschaubar bleiben, während der Beitrag zur Stärkung der sozialen Kohäsion durchaus signikfikant ist.

Schlag- und Stichworte: Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (AK), Stadt- und Regionalentwicklung (AK), Methoden in der Evaluation (AK), Mixed Methods, Quantitative Methoden, Qualitative Methoden, Programmtheorie und Wirkmodelle, Sonstige theoretische und methodische Aspekte der Evaluation Forschung über Evaluation (Evaluation als Forschungsgegenstand), Standards der Evaluation und ethische Fragen, Migration und Flucht, Evaluation von Integrationspolitik, Most-Significant-Change, Storytelling, Quasiexperimentelle Ansätze


Präsentationen

Wandel durch Migration – Lernen aus den kommunalen Integrationsstrategien unserer europäischen Nachbarn

Ina Dupret1,2

1HTW Saar; 2Universität des Saarlandes



Was hat sich aus Sicht der Zielgruppe geändert? Ein Anwendungsbeispiel des Most-Significant-Change- und Storytelling-Ansatzes

Verena Gantner, Angela Heucher, Sabine Brüntrup-Seidemann, Ida Wiborg

DEval Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit, Deutschland



Die Wirksamkeit deutscher Entwicklungszusammenarbeit bei konfliktbedingten Fluchtkrisen. Die Beschäftigungsoffensive Nahost

Helge Roxin, Alexander Kocks, Ruben Wedel, Nico Herforth, Thomas Wencker

DEval, Deutschland