Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
Sitzungsübersicht
Sitzung
A4: Die Nutzung von digitalen Tools zur Erhöhung der Nachhaltigkeit von Evaluierungen
Zeit:
Donnerstag, 12.09.2019:
14:30 - 16:00

Leitung der Sitzung: Robert Heine, energypedia consult
Leitung der Sitzung: Dr. Steve Powell
Leitung der Sitzung: Claudia Schwegmann, FAKT
Ort: HS X
Sitze: 600 Ausstattung: Hörsaal (fest bestuhlt), HDMI und VGA; Beamer, Visualizer, Mikro; WLan

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Die Nutzung von digitaler Tools zur Erhöhung der Nachhaltigkeit von Evaluierungen

Claudia Schwegmann2, Robert Heine1, Steve Powell3

1energypedia consult, Deutschland; 22030 Watch - SDG Monitoring in Deutschland; 3Freiberufler

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip nach dem eine Ressource nicht einmalig verbraucht wird, sondern langfristigen Nutzung schafft und sich selbst regeneriert. Dieses Handlungsprinzip ist für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit ein Kriterium nach denen Projekte bewertet werden. Ein Projekt, das nur kurzfristige Wirkung erzeugt ist nicht nachhaltig.

Das Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit sollte jedoch nicht nur ein inhaltliches Bewertungskriterium von Evaluierungen sein. Da Evaluierungen oft einen hohen Ressourcenaufwand erfordern, sollte auch der Prozess einer Evaluierung nachhaltig sein. Das heißt, eine Evaluierung sollte nicht eine isolierte Maßnahme sein, die punktuelle Informationen zur Rechenschaftslegung liefert, sondern eine Intervention, die das Projekt selber weiterentwickelt. Dieser Gedanke ist keineswegs neu und liegt unter anderem vielen partizipativen Ansätzen und Konzepten der Selbstevaluierung zugrunde. Die Nachhaltigkeit der Evaluierungsprozesse ist um so wichtiger, je mehr finanzielle und personelle Resourcen in Evaluierungen investiert werden.

Die Hypothese dieses Proposals ist es, dass neue Technologien dazu beitragen die Erhebung, Aufbereitung und Nutzung von Daten im Rahmen einer Evaluierung nachhaltiger zu gestalten. Einerseits erlauben sie vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und den immer höheren Anforderungen an Evaluierungen gerechter zu werden. Andererseits können sie aber auch dazu genutzt werden, interne Prozesse der Datenerhebung zu etablieren, die nach einer Evaluierung für das fortlaufende Monitoring genutzt werden. Schließlich können neue Technologien auch dazu eingesetzt werden, um relativ kostengünstig Daten nach dem Abschluss eines Projektes zu erheben und so Aussagen zur inhaltlichen Nachhaltigkeit eines Projektes zu machen.

Die Nutzung digitaler Technologien immer noch die Ausnahme in Evaluierungen. Vor diesem Hintergrund sollen in diesem Workshop Tools vorgestellt werden, wie einzelne digitale Tools in der Praxis genutzt werden können, um die Nachhaltigkeit des Evaluierungsprozesses zu fördern. Konkret ist folgender Ablauf für den Workshop geplant.

  1. Einführung: In der Einführung wird zunächst der Zusammenhang von digitalen Tools und Nachhaltigkeit aufgezeigt und ein Überblick darüber geboten, welche digitalen Tools in einem Evaluierungsprozess von der Auftragsvergabe bis hin zur Nutzung von Evaluierungsergebnissen eingesetzt werden können, um die Nachhaltigkeit der Evaluierung zu erhöhen
  2. Praxisteil: Damit der Workshop einen praktischen Mehrwert für die Teilnehmenden hat, werden drei konkrete Tools im Detail vorgestellt. Ziel dieser Vorstellung und der damit verbundenen Praxisbeispiele ist es, dass Gutachter und Gutachterinnen in die Lage versetzt werden, die vorgestellen Tools selber in Evaluierungen anzuwenden. Die geplanten Tools sind Telerivet, Power IB und Causal Map App.
    Telerivet ist ein Tool um eine Umfrage per SMS durchzuführen. Das Tool wird online und per Smartphone verwaltet, kann jedoch auch Umfragen durchführen, wenn die Zielgruppe nur einfache Telefone besitzt. Die Umfrage kann mit über 1000 Personen durchgeführt werden, unabhängig von ihrem Wohnort und zu sehr moderaten Kosten. Das Tool ist sehr gut einsetzbar für schwierige Kontexte mit schlechter Internetverbindung und weit verstreuten Zielgruppen und für die regelmäßige Abfrage von indikatorbezogenen Daten.
    Power BI ist eine kostenfreie Software von Microsoft, die zur Analyse und Auswertung von Daten benutzt werden kann. So könnten Evaluierungsergebnisse bzw. die erhobenen Daten visualisiert werden. Zudem sind die erstellten Grafiken und Kartenanwendungen interaktiv. Nutzer können z.B. Diagramme anklicken und sich nur Ergebnisse anzeigen lassen, bei denen bestimmte Kriterien zutreffen (drill down).
    Causal Map Appist eine kostenfreie Open Source Software, die es erlaubt im Evaluierungsprozess viele verschiedene Informationen zu kodieren und in eine Synthese integrieren, um kausale Verbindungen zu überprüfen und beispielsweise eine Theorie des Wandels aufzustellen.
  3. Diskussion: In einem dritten Workshopteil wird es Raum geben, um mit den Teilnehmenden über die Relevanz und Praxisnähe digitaler Tools zu diskutieren. Fokus der Diskussion sind die Kosten der Datenerhebung, die Qualität der Datenauswertung und die Etablierung langfristiger Monitoringstrukturen.


 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: 22. DeGEval Jahrestagung
Conference Software - ConfTool Pro 2.6.128
© 2001 - 2019 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany