Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Ort: Virtueller Raum 2
Datum: Dienstag, 17.03.2020
10:45 - 12:15Preconference - Meta-Analyse

Methoden-Block II
PD Dr. Klaus Derfuß (Technische Universität Dortmund)

Virtueller Raum 2 
14:15 - 15:45Preconference - Open Science in der Betriebswirtschaftslehre

Methoden-Block II
Prof. Dr. Joachim Gassen (Humboldt-Universität zu Berlin)

Virtueller Raum 2 
Datum: Mittwoch, 18.03.2020
9:00 - 10:30Digital Day: Digitale Transformation und Produktivitätsparadoxon
Chair der Sitzung: Anna Rohlfing-Bastian, Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Robert Obermaier (Universität Passau, Center for Digital Business Transformation)
Prof. Dr. Ulrike Baumöl (Rektorin der Universität Liechtenstein)
Dr. Markus Forschner (CFO, Bosch Rexroth AG)

Virtueller Raum 2 
10:45 - 12:15Digital Day: Digitale Transformation im Gesundheitswesen

Prof. Dr. Jörg Sydow / Prof. Dr. Martin Gersch (Freie Universität Berlin): Begrüßung - Digitale Transformation im Gesundheitswesen
Prof. Dr. Fabian Praßer (Charité – Universitätsmedizin Berlin): Impuls - Digital Health – Notwendige Interdisziplinarität
Kurz-Impulse der WKs TIE, WI, ORG, DLM und ÖBWL mit anschließender Panel-Diskussion

Virtueller Raum 2 
12:30 - 14:00Digital Day: Forschungsdateninfrastrukturen in BWL und Finance
Chair der Sitzung: Georg Licht, ZEW Mannheim

Timo Borst (ZBW (Kiel)): Services und Workflows einer metadatenbasierten Forschungsdateninfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften – ein Werkstattbericht aus der ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Georg Licht (ZEW (Mannheim)): BERD@NFDI for Business, Economic and Related Data
Dennis Gram (SAFE und Goethe Universität (Frankfurt)): Die Forschungsdateninfrastruktur für Finanzdaten (FiF) am LIF-SAFE

Virtueller Raum 2 
14:15 - 15:45Digital Day: Digitalisierung personennaher Dienstleistungen

Carsten Schultz, Manuela Ferdinand (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel): Vertrauensbasierte Organisationen als Grundlage von erfolgreichen Daten-Governance Modellen innovativer personennaher Dienstleistungen
Michael Prilla, Oliver Blunk (Technische Universität Clausthal): Digitalisierung analoger Beratungsprozesse von hochvariablen und hochkonfigurierbaren Produkten am Beispiel der Möbelbranche
Christoph Lattemann, Simon Fischer (Jacobs University Bremen gGmbH, Deutschland): Anforderungen an digitale Plattformen zur Ermöglichung von neuen personennahen Dienstleistungen

Virtueller Raum 2 
 

Digitalisierung personennaher Dienstleistungen

Chair(s): Christoph Lattemann (Jacobs University Bremen gGmbH, Deutschland), Susanne Robra-Bissantz (Technische Universität Braunschweig), Simon Fischer (Jacobs University Bremen gGmbH, Deutschland)

Personennahe Dienstleistungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie sind Ausdruck veränderter Lebensmuster, Konsumstile und Arbeitsprozesse, aus denen neue oder erweiterte Bedürfnisse für die Unterstützung im beruflichen und privaten Umfeld entstehen. Personennahe Dienstleistungen gelten auch als Beschäftigungsmotor. Sie schaffen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, zukunftssichere Arbeitsplätze, hohe Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit. Durch den demografischen Wandel und die Individualisierung der Gesellschaft steigt die Nachfrage nach bedarfs- und nutzergerecht erbrachten personennahen Dienstleistungen. Um diese Dienstleistungen zur Zufriedenheit auszuführen, müssen Dienstleistungsgeber und -nehmer zukünftig in einem interaktiven Prozess kooperieren. Besondere Bedeutung kommt dabei der Verknüpfung mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Entwicklung geeigneter Geschäfts-, Betreiber- und Finanzierungsmodelle zu.

Das Erschließen dieser Potenziale erfordert einen hohen interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Im Symposium „Digitalisierung personennaher Dienstleistungen“ erläutern Referenten aus drei aktuellen Forschungsprojekten die verschiedenen Herausforderungen und Chancen, die für personennahe Dienstleistungen in verschiedenen Branchen durch die Digitalisierung entstehen. In Beitrag I werden organisationale Faktoren zur Erstellung vertrauensfördernder Daten-Governance-Modelle für innovative personennahe Dienstleistungen in Wohnquartieren diskutiert, während Beitrag II Herausforderungen und Potenziale bei der Digitalisierung von beratungsintensiven Dienstleistungen im Zusammenhang mit hochvarianten Gütern am Beispiel der Möbelbranche darstellt. Abschließend wird ein empirisch und theoretisch fundierter Bezugsrahmen vorgestellt, der Implikationen für die Gestaltung von innovativen, digitalisierten personennahen Dienstleistungen aufzeigt. Das Symposium “Digitalisierung personennaher Dienstleistungen” bietet so aktuelle betriebswirtschaftliche und informationstechnische Erkenntnisse für einen wirtschaftlich und sozial hoch relevanten Kontext, dessen erfolgreiche Digitalisierung weitreichendes Potenzial für entwickelte Volkswirtschaften bietet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Vertrauensbasierte Organisationen als Grundlage von erfolgreichen Daten-Governance Modellen innovativer personennaher Dienstleistungen

Carsten Schultz, Manuela Ferdinand
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

In vielen gesellschaftlichen Bereichen verfolgen Unternehmen das Ziel, den Lebensstil breiter Bevölkerungsteile auf Basis von digitalen Daten umfassend zu bewerten. So ist z. B. eine unmittelbare Kontrolle und Transparenz von Gesundheitsdaten durch die Bürger*innen ein zentraler Schritt, um die Gesundheitskompetenz zu stärken. Auf Grundlage von verknüpften Daten mehrerer Lebensbereiche sind umfassende Klassifizierungen und zielgruppenspezifische Dienstleistungen möglich, die auf individuelle Unterschiede eingehen. Durch neueste informationstechnische Ansätze können riesige Mengen hochqualitativer individueller Daten in immer kürzerer Zeit erhoben werden. Sensoren können eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie umfassend die Überwachung von spezifischen Merkmalen zusätzlich zu den regelmäßig erhobenen Onlinedaten ermöglichen. Liegt eine ausreichende Anzahl an Personendaten vor, ist deren Analyse durch lernende Systeme möglich. Dadurch kann jedoch ein Zielkonflikt zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Wirtschaftsunternehmen und denen der Gesellschaft und der einzelnen Menschen entstehen. Diese Zielkonflikte sind besonders stark im Rahmen von Plattform-Strategien von großen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ausgeprägt, da hier Datenbestände der direkten Kontrolle der Bürger*innen entzogen werden. Es besteht ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch der Bürger*innen von auf personenbezogenen Daten beruhenden personalisierten Dienstleistungen zu profitieren und der Gefahr des Missbrauchs dieser Daten. Diese Sorgen äußern 61% der EU-Bürger*innen (82% in Deutschland)[i]. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO)[ii] ist jedoch nur eine Teillösung und weltweit wird die Entwicklung neuer Daten Governance-Modelle gefordert. So veröffentlichte die OECD 2017 einen Bericht [iii], in dem sie die Einführung neuer Modelle für die Verwaltung von Gesundheitsdaten empfiehlt, die sicherstellen, dass „the public interest (…) is consistent with societal values and the reasonable expectations of individuals for both the protection (…) and the use of their data”. Daher ist es dringend geboten, einen Teil dieses Datenmarktes im Interesse der Bevölkerung zu nutzen und damit die Qualität und Effizienz zu erhöhen, Innovationsaktivitäten an den Bedürfnissen der Bürger*innen auszurichten und die Finanzierung gemeinwohlorientierter Dienstleistungen sicherzustellen.

Es besteht die Hypothese, dass derartige gemeinwohlorientierte Ansätze mit einer größeren Akzeptanz, Nutzungsintensität und Datenqualität einhergehen. Theoretische Unterstützung findet diese Hypothese in der Relevanz des Vertrauens in Organisationen insbesondere bei intangiblen und risikoreichen Dienstleistungen. Bei einem hohen Vertrauen reduzieren sich Datenschutzvorbehalte und Personen sind toleranter gegenüber Defiziten in der Usability. Grundlage ist der Glaube an das Ausbleiben eines potenziell möglichen opportunistischen Verhaltens des Betreibers der Plattform. Derartige Vertrauensorganisationen sind oft gemeinnützig und unterliegen strengen selbst aufgestellten Regeln, oft unter enger Einbindung der Nutzer selbst. Potenzielle Nutzer identifizieren sich daher mit den Zielen „ihrer“ Organisationen und bringen ihnen ein hohes affektives Vertrauen entgegen. Allerdings besteht bei diesen gemeinnützigen Organisationen die Herausforderung ausreichend Ressourcen für eine leistungsfähige technische Infrastruktur und personelle Basis bereitzustellen. Daher verbinden potenzielle Nutzer von datengestützten Dienstleistungen gemeinnütziger Organisationen diese mit einer geringeren technischen Kompetenz, oder haben, in anderen Worten, ein geringeres kognitives Vertrauen in diese Organisationen. Daraus entsteht ein theoretisch bisher wenig beachteter und bis dato noch nicht empirisch untersuchter Widerspruch hinsichtlich der Frage eines auf Nutzersicht optimalen Governance Models für personennahe datenbasierte Dienstleistungen. Wir leisten einen Beitrag zum Auflösen dieses Widerspruchs und leiten ein empirisch abgesichertes Daten Governance Modell ab, das die Interessen der Nutzer personennaher Dienstleistungen widerspiegelt und die Nachhaltigkeit der Organisation sichert.

Aufbauend auf der Literatur zu vertrauensbasierten Organisationen, Community-basierten Innovationen sowie zur Akzeptanz und Adoption von innovativen Dienstleistungen kombinieren wir qualitative Interviews mit einer quantitativen Befragung potenzieller Nutzer digitaler personennaher Dienstleistungen in Wohnquartieren und sichern die Kausalität der Befunde durch Experimentaldesigns ab. Dabei steht die Untersuchung potenzieller Unterschiede zwischen gemeinnützigen, privatwirtschaftlichen und gemeinwohlorientierten Organisationen im Fokus. Letztere stellen eine Mischform der ersten beiden Organisationsformen dar. Darüber hinaus berücksichtigen wir, wie bewusst gesetzte Qualitätssignale die oben angesprochenen Defizite der Organisationsformen kompensieren können. Individuelle Eigenschaften der Nutzer moderieren die Zusammenhänge. Den empirischen Kontext stellen auf einer Plattform integrierte digitale Dienstleistungen in Wohnquartieren dar, welche u.a. die Bereiche Mobilität, Nachbarschaftshilfe, Gesundheit, Einkaufen und Handwerk umfassen. Im Rahmen des Symposiums werden erste Ergebnisse vorgestellt und Implikationen für die Forschung abgeleitet.

[i] Eurostat,Digital economy and society statistics - households and individuals, June 2018

[ii] https://ec.europa.eu/commission/priorities/justice-and-fundamental-rights/data-protection/2018-reform-eu-data-protection-rules_en

[iii] Recommendations from OECD Council on Health data Governance, January 2017, http://www.oecd.org/health/health-systems/Recommendation-of-OECD-Council-on-Health-Data-Governance-Booklet.pdf

 

Digitalisierung analoger Beratungsprozesse von hochvariablen und hochkonfigurierbaren Produkten am Beispiel der Möbelbranche

Michael Prilla, Oliver Blunk
Technische Universität Clausthal

Internet-Marktplätze wie Amazon oder eBay dominieren als „digitale Kontrollpunkte“ immer mehr Bereiche des Einzelhandels. Eine Ausnahme bildet bislang der Handel mit langlebigen, hochvarianten und individualisierbaren Konsumgütern, die entweder einer umfangreichen persönlichen Beratung bedürfen oder die der Kunde wegen ihrer Konfigurationsmöglichkeiten in Augenschein nehmen will. Bestenfalls ist es möglich, diese online oder beim Händler in einer nachgestellten Umgebung virtuell zu planen. Wie das Produkt dann in den eigenen vier Wänden wirkt, kann erst nach Lieferung überprüft werden. Daher sind Hersteller und Verkäufer solcher Güter kaum im Online-Handel aktiv und benötigen große (und daher teure) Verkaufsflächen, um Kunden ihre Produkte näherbringen zu können. Durch neue Technologien bringen allerdings insbesondere ausländische Konkurrenten erste Online-Lösungen für solche Güter auf den Markt und deutsche Unternehmen geraten durch diese Konkurrenz unter Druck. Hersteller und Anbieter solcher Waren müssen sich daher digitalisieren und ein Online-Angebot unter Beibehaltung ihrer Vorteile erarbeiten, um rentabel zu bleiben und im Konkurrenzkampf mit neuen Mitbewerbern zu bestehen. Dies ist jedoch vor dem Hintergrund der genannten Herausforderungen für einzelne Unternehmen ein kaum zu lösendes Problem.

In Beitrag I wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, das die Beratung und Konfiguration von individualisierten Gütern ins heimatliche Wohnzimmer ermöglicht. Das Projekt baut auf Virtual- und Augmented-Reality-Technologien und automatisierten Chat-Bots auf, die neue digitale Vertriebswege für hochvariante Güter schaffen. Im Projekt wird eine Verkaufsplattform entwickelt, mit der das Prinzip bekannter Verkaufsplattformen um die notwendigen Dienste für den Verkauf dieser Güter erweitert wird und so eine virtuelle, personenbezogene Kundenberatung auch im Rahmen neuartiger Geschäftsprozesse erlaubt. Die digitale Plattform soll als Pilotanwendung für die Möbelbranche mit ihren Verkaufsgütern umgesetzt werden. Das Lösungskonzept wird jedoch so entwickelt werden, dass es mit entsprechenden technischen Anpassungen auch für andere Verkaufsgüter genutzt werden kann.

Der Vortrag diskutiert Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung von bisher analogen Beratungs- und Verkaufsprozessen und zeigt mögliche Lösungen auf. Um aktuelle Prozesse der Beratung und des Verkaufs von hochkonfigurierbaren und hochvariablen Gütern zu identifizieren, haben Forscher Möbelberater über mehrere Tage begleitet und Beobachtungen und Interviews durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse werden unterschiedliche Möglichkeiten der Digitalisierung skizziert. Eine Digitalisierung der aktuellen Prozesse kann an entscheidenden Stellen Mehrwerte schaffen, trifft aber an anderen Stellen auf Herausforderungen. In der Beratung ist es für Kunden oftmals schwierig sich eine Konfiguration (wie beispielsweise andere Farben und Formen) von einem Produkt, welches nicht im Möbelhaus vorhanden ist, vorzustellen. Skizzen und Beschreibungen helfen hier nur bedingt weiter, da diese oftmals den heimischen Kontext nicht beachten. Aktuelle Technologie auf Basis von Augmented Reality, wie beispielsweise mit Hilfe der Microsoft HoloLens, erlaubt es dem Kunden, im heimischen Wohnzimmer unterschiedliche Konfigurationsalternativen eines Möbelstücks anzuschauen und miteinander zu vergleichen. Die Betrachtung der virtuell konfigurierten Produkte unterstützt dabei die Vorstellungskraft des Kunden. Berater können sich bei Bedarf bzw. auf Wunsch aus der Ferne auf eine Augmented-Reality-Brille dazu schalten und den Kunden im heimischen Wohnzimmer beraten und somit passende Vorschläge in die Beratung einbringen. Hier bietet heutige Technologie auf Basis von Augmented Reality deutliche Mehrwerte. Aber nicht alle Aspekte der Beratungsprozesse lassen sich einfach digitalisieren: Berater beobachten die Mimik und Gestik der Kunden in Verkaufsräumen. Innerhalb einer digitalisierten Beratungsumgebung kann ein Berater den Kunden nicht immer sehen, was die Notwendigkeit der Anpassung der Beratungsprozesse impliziert.

 

Anforderungen an digitale Plattformen zur Ermöglichung von neuen personennahen Dienstleistungen

Christoph Lattemann, Simon Fischer
Jacobs University Bremen gGmbH, Deutschland

Neue technologische Entwicklungen verändern im rasanten Tempo die gesellschaftliche, private und berufliche Realität. Der Einsatz einzelner technologischer Produkte zur Generierung eines Wertes für Nutzende weicht in diesem Kontext zunehmend kooperativen Ansätzen der gegenseitigen Dienstleistungserbringung von stark vernetzten, heterogenen Akteuren in Dienstleistungsökosystemen. Um die Interaktion der Akteure zu ermöglichen und zu erleichtern, entwickeln sich oftmals digitalisierte Plattformen. Diese digitalen Plattformen verfügen über technologische Komponenten, die gemeinsame Wertgenerierung auf vielfältige Weise unterstützen, wodurch Wettbewerbsvorteile entstehen. Digitale Plattformen wie Facebook, Uber oder Paypal sind weithin bekannt und stehen für die Disruption lange Zeit erfolgreicher Geschäftsmodelle. Entsprechend werden aktuell unzählige digitale Plattformen in diversen Branchen entwickelt, welche entweder einen ähnlichen Erfolg anstreben oder sich des Risikos bewusst sind, in diesem Kontext hinter der Konkurrenz zurückzubleiben.

Digitale Plattformen sind insbesondere im B2C-Kontext erfolgreich. Die plattformgestützte Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen unterliegt jedoch mannigfaltigen und höchst diversen Herausforderungen. Während Plattformen wie Netflix und Spotify zuvor physisch verfügbare Produkte relativ einfach digital zur Verfügung stellen konnten (Stichwort liquification), stellt die Übertragung von personennahen Dienstleistungen in digitale Räume eine schwierige Aufgabe dar; nicht zuletzt, da Dienstleistungsgeber und -nehmer zukünftig zunehmend in einem interaktiven Prozess kooperieren müssen, denn durch den demografischen Wandel und die Individualisierung der Gesellschaft steigt die Nachfrage nach bedarfs- und nutzergerecht erbrachten personennahen Dienstleistungen. Digitale Plattformen ermöglichen in diesem Kontext technologische sowie soziale Innovationen, die jedoch einen hohen interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsbedarf erfordern.

Im Rahmen des dritten Beitrags sollen daher sowohl die Herausforderungen und Potenziale aus Beitrag I und II als auch weitere Erkenntnisse zur Digitalisierung von personennahen Dienstleistungen dargestellt werden. Diese Erkenntnisse stammen sowohl aus der Analyse nationaler sowie internationaler Beiträge aus der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik, als auch aus empirischen Erhebungen aus acht einzigartigen, deutschen Forschungsprojekten, die durch die Entwicklung von digitalen Plattformen digitalisierte personennahe Dienstleistungen anbieten. Differenzierte Erkenntnisse zu den entwickelten Dienstleistungen werden auf Basis eines Analyserasters vorgestellt, welches sowohl Entwicklungslinien als auch Gestaltungsbereiche von personennahen Dienstleistungen beschreibt. Die Analyse fokussiert die identifizierten Gestaltungsbereiche der personennahen Dienstleistung (value in use, relationships, service ecosystem) und die besonderen Entwicklungslinien der Gestaltung innovativer Dienstleistungen (individualisation, integration, collaboration sowie digitization).

Die Betrachtung dieser sieben Aspekte dient der Entwicklung von personennahen Dienstleistungen und der wertorientierten Gestaltung von digitalen Plattformen, welche die Erbringung digitalisierter personennaher Dienstleistungen ermöglichen oder verbessern. Da Erfolgsfaktoren, wie in den vorangegangenen Beiträgen zu erkennen, stark vom Geschäftsmodell abhängen, sind nicht alle Entwicklungs- und Gestaltungsrichtlinien gleichbedeutend für Dienstleister, die in ihren Dienstleistungsökosystemen teils hoch spezialisierte Rollen haben. Entsprechend herausfordernd aber auch relevant ist die differenzierte Auseinandersetzung mit den heterogenen Aspekten der Digitalisierung von personennahen Dienstleistungen in diesem Beitrag.

 
17:45 - 19:45Digital Day: From Big Data to Smart Data

Dr. Jörg Dallmeyer (CID GmbH)
Prof. Dr. Martin Nienhaus (Goethe-Universität Frankfurt)
Prof. Dr. Sara Bormann (Goethe-Universität Frankfurt)

Virtueller Raum 2 
Datum: Donnerstag, 19.03.2020
9:00 - 10:30PROD1
Virtueller Raum 2 
 

Losgrößen- und Reihenfolgeplanung mit Energieaspekten – Was bewirken elektrische Energiespeicher?

Thomas Spengler1, Matthias Wichmann2, Christoph Johannes1

1Technische Universität Braunschweig, Deutschland; 2Technische Universität Bergakademie Freiberg

In Zeiten der Energiewende verändert sich das Energiemanagement in produzierenden Unternehmen. Im Strombereich zeigen sich dabei zwei wesentliche Treibertechnologien. Zum einen wird elektrische Energie dezentral durch Technologien wie Photovoltaik erzeugt. Zum anderen wird es möglich, elektrische Energie beispielsweise in Li-Ionen-Batterien zu speichern. Darüber hinaus ändert sich auch der Energiehandel durch zeitabhängige Energiepreise sowie der Möglichkeit der Partizipation. In der Folge wird nicht nur der Wert, sondern auch die Menge der gehandelten Energie durch beide Technologien beeinflusst. Energiespeicher bieten hierbei die Möglichkeit, geschickt mit der Preisvariabilität innerhalb eines Tages umzugehen. Der tatsächliche Energiebedarf eines Unternehmens ergibt sich aus der zur Produktion notwendigen Energie. Um das kurzfristige ökonomische Potential von Energiespeichern bewerten zu können, müssen Planungsansätze der Produktion Energiemengen, zeitabhängige Energiepreise und die Charakteristika von Energiespeichern berücksichtigen. Bislang werden zeitabhängige Energiepreise nur von wenigen Ansätzen, beispielsweise dem Energy-Oriented Lot-Sizing and Scheduling Problem (EOGLSP), berücksichtigt. Die Berücksichtigung von Energiespeichern fehlt nahezu vollständig. In diesem Vortrag wird ein Modellierungsansatz vorgestellt, der das EOGLSP um die Berücksichtigung eines Energiemanagements mit Energiespeichern erweitert. Auf Basis einer illustrativen Fallstudie wird das Einsparpotential von Kosten und Energiemengen aufgezeigt. Dabei zeigt sich, dass die integrierte Energie- und Produktionsplanung stets bessere Ergebnisse liefert als gängige Ansätze der Losgrößenplanung oder die Sukzessivplanung von Produktion und Energiemanagement.



A self-adapting production control system with an external signal for sustainable energy

Frank Meisel, Sebastian Scholz

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland

In the context of production management and control, automation and sustainability are two out of many issues of recent research. In this talk, we investigate a self-adapting production control system from the perspective of productivity and energy consumption. We consider the production system of an involved industry partner, which is characterized by a set of heterogeneous machines. Internal load management is required to avoid peaks in the overall electricity consumption of the machines that would otherwise overload the company’s electricity infrastructure. We investigate a control system for the load management, where machines decide autonomously about their production schedule. A cloud-based information infrastructure is used for coordinating the machines’ activities. As we strive for an eco-oriented operation of the production system, the proposed approach adapts the electricity consumption of the production system to the dynamically changing availability of sustainable wind energy. In our case study, the signal whether or not such energy is available is taken from the so-called ENKO-Netzampel, which depicts for Schleswig-Holsteins at the community level the availability of wind energy. The implementation of the control system is realized in the form of a multi-criteria modelling approach that is embedded in a framework for the information exchange. In our talk, we present simulation results and discuss the potentials of exploiting such external signals for achieving a more sustainable production.

 
12:30 - 14:00LOG
Virtueller Raum 2 
 

Vergleichende Bewertung der Paketdistribution mit Drohnen und Lieferwagen

Thomas Kirschstein

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Drohnen gelten als eine der technologischen Innovationen, die das Potential haben, zukünftige Logistikprozesse zu revolutionieren. Dies begründen viele mit, dass die avisierten Leistungseigenschaften von Drohnen den aktuellen Herausforderungen der Logistikdienstleister, insbesondere in den Bereichen City-Logistik und Last-Mile-Logistik, entsprechen. Drohnen gelten als

schnell, flexible und kostengünstig. Darüber hinaus gelten Drohnen auch als umweltfreundlich, da sie E-Fahrzeuge darstellen. Kritisch werden dagegen insbesondere organisatorische (Übergabeproblematik), sicherheitsspezifische (Unfälle) und versichersicherungsspezifische (Haftung) Aspekte gesehen.

Weiterhin ist bis dato unklar, inwieweit sich die versprochenen Potentiale tatsächlich realisieren lassen, wenn ganze Distributionssysteme auf Drohnen umgerüstet werden. In diesem Vortrag wird daher untersucht, wie hoch der Energiebedarf für die stationäre Paketdistribution bei Nutzung von Drohnen sowie konventionellen und elektrischen Lieferwagen ist. Dabei zeigt sich, dass

Umwelteinflüsse wie Windbedingungen und die Schwebflugdauer einen bedeutenden Einfluss auf den Energiebedarf von Drohnen haben. Die Ergebnisse von Simulationsrechnungen deuten darauf hin, dass ein rein drohnen-basiertes Paketdistributionssystem deutlich mehr Energie benötigt als die Distribution mit Lieferwagen. Insbesondere E-Lieferwagen zeigen sowohl einen geringeren Energieverbrauch als auch geringere Emissionen in den meisten Szenarien.



Non-monetary coordination mechanisms for time slot allocation in warehouse delivery

Paul Karänke, Martin Bichler, Soeren Merting, Stefan Minner

TU München, Deutschland

Recent empirical evidence suggests that retail logistics suffers from a lack of coordination. While carriers try to optimize their routes, they often experience very long waiting times at loading docks, which renders their individual planning useless. To reduce such inefficiencies, carriers need to coordinate.

This problem has received considerable attention in practice, but the design of coordination mechanisms is challenging for several reasons: First, the underlying package assignment problem is an NP-hard optimization problem.

Second, efficiency, incentive-compatibility, and fairness are important design desiderata for coordination mechanisms, but in most economic environments they are conflicting.

Third, logistics is competitive and price-based mechanisms where carriers might have to pay for time slots suffer from low adoption.

We draw on recent advances in market design, more specifically randomized matching mechanisms, which set incentives for carriers to share information truthfully such that a central entity can coordinate their plans in a fair and approximately efficient way. This yields a new and powerful approach for coordination in logistics.

We report numerical experiments based on field data from a real-world logistics network to analyze the average reduction in waiting times and the computation times required. Our results show that randomized matching mechanisms provide an effective means to reduce waiting times at warehouses without requiring monetary transfers by the carriers. They are computationally efficient and provide a practical solution to wide-spread coordination problems.



Choice-Modelle für die Angebots-Optimierung im öffentlichen Personenverkehr

Jörn Schönberger

Technische Universität Dresden

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Gestaltung zukünftiger Mobilitätskonzepte wird die Stärkung öffentlicher Verkehrssysteme als wesentlicher Baustein gesehen. Neben der Schaffung zusätzlicher Beförderungskapazitäten durch Streckenaus und –neubau müssen auch die durch Nutzer erwerbbaren Leistungen (“Mobilitätsprodukte”) angepasst bzw. spezifiziert werden. Hierbei ist insbesondere auch die Integration neuer Angebotsformen aus dem “Shared Mobility”-Bereich zu berücksichtigen. Dadurch entstehen komplexe Gestaltungsspielräume für zukünftige Mobilitätsprodukte. Anbieter dieser Produkte müssen genau überlegen, welche Produkte tatsächlich als Angebots-Portfolio realisiert werden. Hierbei sind tendenziell widersprüchliche Zielsetzungen wie Einfachheit, Klarheit, Wirtschaftlichkeit und Individualität gegeneinander abzuwägen.

Im Rahmen dieses Vortrags soll ein erster Einblick in Entscheidungsunterstützungskonzepte für die Portfolio-Optimierung im Zusammenhang mit öffentlichen Mobilitätsprodukten der Zukunft gegeben werden. Als methodische Basis wird die Integration von (diskreten) Choice-Modellen und mathematischen Optimierungsmodellen vorgeschlagen, um gleichzeitig das individuelle Nachfrageverhalten verschiedener Nutzer(gruppen) und die abgestimmte Portfolio-Zusammenstellung zu realisieren.

 
14:15 - 15:45ORG4
Chair der Sitzung: Friederike Redlbacher, Universität Hamburg, AB Organisation & Unternehmensführung
Virtueller Raum 2 
 

Placing the displaced: The valuation of forced migrants on the labor market

Bernadette Bullinger1, Anna Schneider2, Jean-Pascal Gond3

1IE University Madrid, Spanien; 2Universität Innsbruck; 3City University of London

This paper addresses the question how organizations, which organize placement for refugees and migrants or provide information about employment opportunities, engage in the multimodal valuation – i.e. the construction of value through the use of verbal text and of visuals, such as photos, symbols etc. – of forced migrants on host countries’ labor markets. Value is not inherent in candidates but a result of market actors engaging in practices of valuation that define the characteristics of job seekers as well as the benefits that hiring them might entail for the employer. Labor market intermediaries as influential valuators use, on their websites and in brochures, messages that combine visual and verbal text when addressing forced migrants, employers and the public. Focusing on this powerful means of valuation, we study the valuation practices of online matchmakers, information providers and temporary work agencies, which aim at forced migrants’ labor market integration. We develop a multimodal analysis technique that allows us to complement in-depth social semiotic analysis of visual and accompanying verbal text – to capture content, style and composition of messages – with a value-based analysis of the presented situation, the storyline and test for determining worth. We identify three distinct valuation practices in the context of the labor market integration of discriminated groups and enhance knowledge on visualization as valuation practice.



Organizational Agility – A Structured Review of the Literature

Sylvia Gaiser1, Christian A. Mahringer1, Martin Rost1, Steffen Wütz2, Birgit Renzl1

1University of Stuttgart; 2Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Diskutant: Kurt Rachlitz (ISF München)

Even though organizational agility is a phenomenon of extensive managerial interest, there seems to be widespread confusion about what organizational agility actually is. This confusion concerns managerial practice as well as research. This paper addresses this issue by asking and answering the question “what is organizational agility?”. We have conducted a structured review of the literature on organizational agility and analyzed this body of literature to identify the dimensions of the organizational agility concept. The findings show that organizational agility can be decomposed in a sensing and transforming dimension. Transforming can further be decomposed into proactive and reactive transforming. Customer orientation, temporality and scope further specify sensing and transforming dimensions. Based on these findings we define organizational agility as a continuous process of sensing, proactive as well as reactive transforming, given appropriate timing, scope and customer orientation. Contributions to managerial practice as well as research are discussed.



Organizing nimbus for collaborative creativity: A comparison of physical and virtual songwriting spaces

Tobias Theel1, Elke Schuessler2, Benjamin Schiemer2

1Freie Universität Berlin; 2Johannes Kepler Universität

This paper addresses the question of which practices of organizing collaborative spaces can enable and foster serendipitous interactions. It is based on a comparative analysis of two ethnographies in temporary spaces designed for creative collaboration in the music industry. One is a place-based songwriting camp of professional popular music songwriters, and the other an online platform for collaborative songwriting, the February Album Writing Month (FAWM). The paper makes two contribution.: First, it shifts attention away from a focus on spatial properties and physical proximity towards the micro-practices of how a sense of mutual awareness is created through practices of social organizing within different spatial settings. Second, it provides a conceptual bridge between studies of physical spaces for creative collaboration and virtual ones. Instead of seeing the virtual and the physical realm as highly distinct settings for creative collaboration, this paper argues that the proximity-distance dichotomy can be overcome through the notion of ‘organizing nimbus’, which matters in both settings.

 
16:00 - 17:30ORG5
Chair der Sitzung: Monica Nadegger, Universität Innsbruck; Management Center Innsbruck
Virtueller Raum 2 
 

TERRITORY BELIEFS AND THE GENERAL DETERRENCE OF TRANSNATIONAL MISCONDUCT: SWISS BANKS’ RESPONSES TO U.S. LAW ENFORCEMENT AGAINST SOME PEERS

Emmanuelle Reuter1, Florian Ueberbacher2, Andreas Scherer3

1Universität Neuchâtel, Schweiz; 2Universität Zürich, Schweiz; 3Universität Zürich, Schweiz

For decades, Swiss banks’ private wealth management business (PWMB) had systemically engaged in what we refer to as transnational misconduct, in that they transgressed United States (U.S.) law by helping clients evade U.S. tax liabilities. We conduct a qualitative case study to explore, whether, and if so, under which conditions the application of U.S. national law against some law-breaking Swiss banks leads to the general deterrence of transnational misconduct, in that it deters not only the targeted offenders from violating U.S. law (specific deterrence) but also their non-targeted peers (general deterrence). Our constructivist, non-target-centered theory uncovers non-targets’ territory beliefs, i.e. the believed spatial area over which a legal authority’s control is considered legitimate in the sense that the norms underlying the authority relationship are accepted as valid and the rules as binding, as critical factor for explaining whether national law enforcement has a general deterrent effect in the transnational space (or not). In contrast to the widely-held Westphalian assumption, our theory conceptualizes the legal authority’s scope of territory not as ontologically fixed and geographically defined but rather as an outcome of social construction. We argue that, depending on their perceived scope of own conduct, non-targets’ territory beliefs shape their (re)assessment of the perceived certainty of punishment and the resulting (non-)compliance. These beliefs largely depend on the characteristics of the challenging and incumbent authority claims. Our study makes significant contributions to institutional, regulatory and territoriality scholarship.



“I Thought It Was Just About Technology.” – A Discourse-Analytical Reconstruction Of The Images Of Big Data & Analytics In Business Magazines

Thomas Wrona, Pauline Reinecke, Jonas Fuchs

Technische Universität Hamburg, Deutschland

One of the most significant social and economic debates of our time concerns the importance of Big Data and respective Analytics methods (BDA). Applying a sociology of knowledge analysis of public BDA discourses, we illustrate how BDA is socially interpreted. Public discourses play a pivotal role in defining how such phenomena come into being. We reveal how these typified interpretations may direct corporate action and exercise power in this way. Our results contribute to organizational discourse research on the multi-layered relationships between interpretive schemes on BDA and organizational behavior. We also contribute to IS research on socio-technical systems and the social construction of importance in relation to technology.



The role of non-human actors in the constitution of the #wirsindmehr collective in Germany

Monica Nadegger1,2

1Universität Innsbruck, Institut für Organisation & Lernen (PhD Student); 2Management Center Innsbruck, Department Tourismus & Freizeitwirtschaft

The aim of this paper is to show how non-human actors afford and restrict the constitution of organizationality in neo-tribal collectives in the digital. Emerging in the digital, temporal, ephemeral social collectives bound by a need for belonging or togetherness challenge the notion of organization and collective action. However, it is unclear how these loose neo-tribal collectives can transform their weak bonds into coordinated action and embody organizational characteristics like collective identity or inter-connected decision-making. By grounding the origin of organization in communicative interaction between human and non-human actors, I want to show how non-human actors can simultaneously achieve and restrict organizationality and, therefore, enable neo-tribal collectives to act collectively. This paper uncovers this transformation by exploring the discourse surrounding the hashtag #wirsindmehr as a non-human actor on Twitter and YouTube. The mixed-method approach combining social network analysis and critical technocultural discourse analysis reveals how the hashtag serves as a surrogate for formal structures in social collectives, how it facilitates the emergence of various conflicting collective identities in the digital. In addition, it illustrates how the hashtag sabotages the initial boundaries of the neo-tribe. This manifold possibilities of interaction of non-human actors in the formation of organizationality can explain the transformation of fluids social formations towards collective action.

 
17:45 - 19:45ORG7
Chair der Sitzung: Christian A. Mahringer, Universität Stuttgart
Virtueller Raum 2 
 

Framing a Contest in Terms of Ego Competition Increases Cheating via Ego State Competitiveness

Simon Piest

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

Diskutant: Hendrik Wilhelm (Uni Witten/Herdecke)

Contests are widely used in organizations to motivate employees and promote performance. However, an undesired side effect of contests is that employee cheat more. I argue that they cheat when their primary focus during a contest is on winning. This focus is reflected by a concept called ego state competitiveness. Ego state competitiveness in turn can be manipulated by means of framing. In that way, contest framing can be used to reduce cheating in contests. To test this, I conduct an online experiment. Participants read a text which emphasizes either the opportunity to beat the opponent and demonstrate superiority (ego framing) or the opportunity to develop one’s skills and enjoy the task (task framing). Participants are then set up in dyads and compete on a problem-solving task. It is possible for participants to cheat (overstate their performance). Results suggest that ego framing indeed increases ego state competitiveness, which in turn predicts cheating. At the same time, framing does not affect task performance. Taken together, the results imply that contest organizers may frame their contests in terms of task competition to reduce ego state competitiveness and cheating without compromising employee performance.



Problematizing the ‘Transparency-fix’ in the Fight Against Corruption: the Example of Transparency International

Richard Weiskopf, Paul Zimmermann

Universität Innsbruck, Österreich

Increasingly, ‘transparency’ is seen as a universal panacea in the fight against the ‘cancer of corruption’ and as a solution that ‘fixes’ problems associated with all sorts of organizational misbehaviour. In this paper, we turn the given into a question and study this approach not as a ‘solution’ to the problem of corruption, but rather as a historically contingent form of ‘problematisation’ that links specific problem constructions with specific technologies for governing behaviour. Drawing on the Foucauldian concept of ‘problematisation’ we analyse the NGO Transparency International as a critical case with strategic importance for a more general problem of disentangling the ‘transparency-power nexus’ and of understanding effects of regulation in the name of transparency.



The Google Memo Gate: Negotiating organizational exclusion under the banner of inclusion

Milena Leybold1, Laura Dobusch2, Leonhard Dobusch3

1Universität Innsbruck, Österreich; 2Radboud University, Niederlanden; 3Universität Innsbruck, Österreich

While many large and well-known companies publicly advertise their commitment to values of diversity and inclusion, their sheer number of applicants forces them to continuously negotiate both premises for and actual exclusion decisions. By looking at a particularly public membership negotiation process at the company Google, we thus investigate the question how organizational exclusion is negotiated in the context of ideals of inclusion. Applying a ‘communicative constitution of organizations’ perspective, we find that de-/legitimization struggles of exclusion revolve around references to different inclusion ideals that are part of an overarching ‘inclusion paradigm’. At the same time, our study highlights the relevance of inclusion ideals constituted outside and with only marginal contribution by individual organizations publicly committing to ideals of diversity and inclusion for their membership-related decision-making.

 
19:50 - 21:20PROD2
Virtueller Raum 2 
 

Aktivitätsanalytische Modellierung und Nachhaltigkeitsbewertung globaler Wertschöpfungsnetzwerke

Thomas Spengler1, Karsten Kieckhäfer2, Christian Thies1

1Technische Universität Braunschweig, Deutschland; 2FernUniversität in Hagen, Deutschland

Die Bewertung der Nachhaltigkeit vieler moderner Produkte ist eine komplexe Aufgabe, die ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Wertschöpfungsnetzwerke erfordert. Herausforderungen bestehen insbesondere in der Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte der Nachhaltigkeit sowie der Berücksichtigung räumlicher Heterogenität in Bezug auf Technologie, Umwelt, Märkte und Gesellschaft. In diesem Beitrag wird ein neuartiger aktivitätsanalytischer Modellierungsansatz vorgestellt, um eine räumlich differenzierte Nachhaltigkeitsbewertungen globaler Wertschöpfungsnetzwerken zu ermöglichen. Die Produktions- und Transportaktivitäten im Wertschöpfungsnetzwerk und die Austauschbeziehungen zwischen den Aktivitäten und ihrem natürlichen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld werden durch Aktivitätsvektoren formalisiert. Die Verknüpfung der Aktivitäten und der Austauschbeziehungen mit spezifischen Standorten ermöglicht die Berechnung regionalisierter Nachhaltigkeitsindikatoren. Der Ansatz wird zur Analyse der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Der Vergleich alternativer Netzwerkkonfigurationen mithilfe des entwickelten Ansatzes zeigt, dass die Bewertungsergebnisse deutlich voneinander abweichen. Dies gilt insbesondere auch, wenn das Netzwerk auf Basis globaler Durchschnittswerte modelliert wird, was der üblichen Praxis entspricht. Der vorgestellte Modellierungsansatz kann damit einen wichtigen Beitrag leisten, um die Gestaltung nachhaltiger globaler Wertschöpfungsnetzwerke zu unterstützen.



Does holistic thinking reduce the bullwhip effect? Preleminary insights from a correlation study in behavioral operations management

Andreas Größler, Manuel Brauch

Universität Stuttgart, Deutschland

The ability to think holistically has been named a major characteristic of decision-makers in supply chain management to reduce the upstream amplification of orders (i.e. the so-called bullwhip effect). We explore the effect of a holistic thinking style on performance in a simulated supply chain setting. Statistical analyses indicate that a holistic thinking style is significantly correlated with the bullwhip effect; however, on the sub-dimensional level of the construct, only one factor is significant.



Digital Logistics: Relevant Changes to Transaction Cost Positions and Workforce Perception of Autonomy and Control

Matthias Klumpp1, Caroline Ruiner2

1Universität Göttingen; 2Universität Hohenheim

Logistics is currently experiencing fundamental digitalization developments, for example through new business models based on online platforms like Flexport, Uber Freight or Lieferando. Digital development encompasses changes in process and transaction costs as well as for the individual workplaces of employees. The paper examines the effects of these technologically driven changes on the employment relationships of logistics workers with colleagues and their supervisors using the example of two interview case studies in the field of urban food distribution. It becomes obvious that an ambivalent dichotomy between autonomy on the one hand and control on the other hand is reinforced by digitalization, especially in the self-perception of the workforce. Novel concepts such as "gamification" play a just as important role as traditional factors in logistics such as flexibility, speed and customer satisfaction. For a structured consideration and classification of this interrelation in digital business models for transport services, a connection to transaction cost theory as well as a classification are presented allowing to estimate the resulting effects for workers and firms.

 

 
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