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Sitzungsübersicht
Session
Andreas Kruse: Plastizität, Resilienz und Vulnerabilität im mittleren und hohen Erwachsenenalter – Gestaltungsmöglichkeiten im Entwicklungsprozess
Zeit:
Samstag, 27.05.2017:
12:25 - 13:25

Chair der Sitzung: Gorden Sudeck, Universität Tübingen
Ort: Hörsaal 001
400 Plätze, Fabrikstrasse 6

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Präsentationen

Plastizität, Resilienz und Vulnerabilität im mittleren und hohen Erwachsenenalter – Gestaltungsmöglichkeiten im Entwicklungsprozess

Andreas Kruse

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Der Vortrag deutet das Altern im Sinne einer Biomorphose, eines sich über die gesamte Lebensspanne erstreckenden Prozesses gradueller physiologischer und psychologischer Veränderung. Dieses Verständnis macht deutlich, dass entwicklungsförderliche Lebensbedingungen und Aktivitätsformen in allen Lebensabschnitten dazu beitragen, dass wir bis in das hohe Lebensalter hinein leistungsfähig sind und über körperliche, kognitive, emotionale und soziale Ressourcen zur Meisterung von Entwicklungsaufgaben verfügen. Der Vortrag hebt die hohe neuronale und organische Plastizität hervor, die wir auch im höheren und hohen Alter beobachten können und die ihrerseits Grundlage für erfolgreiches körperliches und kognitives Training bildet. Die präventive und rehabilitative Bedeutung von Bewegung und Sport kann nicht hoch genug bewertet werden. Dies zeigen Studien zur Förderung und Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Fitness und Mobilität ebenso wie Studien zur Vermeidung von Stürzen. Zudem kann die Kombination von körperlichem und kognitivem Training als eine Methode zur Förderung und Erhaltung von kognitiver Leistungsfähigkeit gedeutet werden. Auf diese Studien wird zusammenfassend eingegangen; diese werden vor dem Hintergrund von Plastizität und Kompetenz-Performanz-Relationen gedeutet. Zudem werden Ergebnisse aus der Rehabilitationsforschung (speziell mit Blick auf neurodegenerative und zerebrovaskuläre Erkrankungen) herangezogen, um deutlich zu machen, dass Bewegung und Sport ein erkennbares präventives und rehabilitatives Potenzial enthalten. Bewegung und Sport werden in dem Vortrag als Komponenten eines umfassend definierten Bildungsbegriffs (und entsprechend der Bildungsangebote) interpretiert. Hier soll auf Befunde eingegangen werden, die die signifikanten Sozialschichtunterschiede im Hinblick auf die Nutzung von Bildungs- und Präventionsangebote durch ältere Menschen in das Zentrum rücken: ein Befund, der auf die besondere Verantwortung von Gesellschaft und Politik für den Abbau von sozialer Ungleichheit deutet. Schließlich werden Altern und Alter aus einer Verletzlichkeits- und Reifeperspektive gedeutet: speziell im hohen Alter nimmt die körperliche, aber auch die kognitive, zum Teil auch die emotionale Verletzlichkeit erkennbar zu. Zugleich können in der Auseinandersetzung mit dieser Verletzlichkeit kognitiv-emotionale Reifungsprozesse stattfinden – dies unter der Bedingung, dass Menschen in Sorgestrukturen eingebunden sind, in denen sie nicht nur Sorge (Unterstützung) empfangen, sondern in denen sie auch anderen Menschen Sorge schenken (hier können Gruppenangebote einen wichtigen Beitrag leisten). Es wird schließlich die Annahme aufgestellt und anhand empirischer Befunde gestützt, dass Bewegung und Sport zur Vermittlung der Erfahrung beitragen, dass man das eigene Leben gestalten (Selbstgestaltung), dass man aber auch die Welt – die räumliche und soziale Umwelt – mitgestalten kann (Weltgestaltung). Diese Aussagen werden auf die Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt übertragen.



 
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