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Sitzungsübersicht
Session
Senior Lecture: Theorie-Praxis: Dilemma oder Entwicklungspotential der Sportpsychologie
Zeit:
Freitag, 26.05.2017:
16:45 - 17:45

Chair der Sitzung: Bernd Strauss, Universität Münster
Ort: Hörsaal 001
400 Plätze, Fabrikstrasse 6

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Präsentationen

Theorie-Praxis: Dilemma oder Entwicklungspotential der Sportpsychologie

Dieter Hackfort

Universität der Bundeswehr München

Debatten um das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis werden immer wieder entfacht – nicht nur, weil sich die Praxis ändert, sondern auch Theorien und das Verständnis der Beziehung zwischen Theorie und Praxis. Erfahrungen mit und aus der Praxis der Sportpsychologie sowie deren Reflexion sollen vorgestellt und in die Debatte eingebracht werden. Zum einen gründen die Reflexionen auf Erfahrungen im Wissenschaftsbetrieb der Sportpsychologie und beziehen sich auf wissenschaftspolitische sowie wissenschaftstheoretische Aspekte. Zum anderen beruhen sie auf Erfahrungen aus der Anwendung von Sportpsychologie und beziehen sich auf strategische, technologische und Aspekte der Relevanz. Dilemmata treten in der Sportpsychologie auf unterschiedlichen Ebenen insbesondere dann auf, wenn verschiedene aber gleichbedeutende Anforderungen gleichzeitig, gleich gut bewältigt werden sollen, dies aber so, ohne Zugeständnisse, nicht möglich ist. Entwicklungspotentiale ließen sich aus solchen Konstellationen dann kreieren, wenn Lösungen durch Zugeständnisse ermöglicht werden, die mit einem Nutzen verbunden sind. Unter besonderer Berücksichtigung von Anliegen und Anforderungen der Sportpraxis wird auf Konstellationen hingewiesen, wie sie sich exemplarisch bei der Konzeption und Evaluation von mentalen Test- und Trainingsverfahren ergeben, die – je nachdem, ob Kriterien der Problemlösung (äußere, technische Relevanz) oder der Methodik (Gütestandards, Exaktheit) herangezogen werden – ein Dilemma konstituieren oder Entwicklungspotentiale eröffnen. Im Hinblick auf den modernen Wissenschaftsbetrieb soll an markanten Beispielen verdeutlicht werden, inwiefern die Sportpsychologie in fachliche Dilemmata gerät. In diesem Zusammenhang wird auf die gängige Auslegung und Bedeutung(szuschreibung) der empirischen Forschung, empirischer Studien, deren Veröffentlichung und der Quantifizierung von Publikationen eingegangen. U. a. wird der Frage nachgegangen, ob die Publikationspolitik eher ein Entwicklungspotential von und für individuelle SportpsychologInnen, die scientific community in der Sportpsychologie sowie für das Fach darstellt, oder ein Dilemma in der Karriere von ExpertInnen und der Ausbildung von Expertise in der Sportpsychologie und für das Fach induziert. Es stellt sich im Anschluss daran die Frage nach den Möglichkeiten eines gelingenden Verhältnisses zwischen Theorie und Praxis. Dazu erscheint es zunächst angezeigt darauf hinzuweisen, dass Theorie und Praxis wechselseitig aufeinander verweisen. Mit Bezug auf Fragen, die sich dann ergeben, ist u. a. zu klären, inwiefern sich wissenschaftliche Theorien im Vergleich zu naiven Theorien als praktisch(er), d. h. nützlich(er), effektiv(er), effizient(er) etc. erweisen oder ob die Beurteilung des Gelingens der Theorie-Praxis Beziehung vom jeweiligen Bezugssystem des Handelns und den relevanten Kriterien abhängig ist. In verschiedenen Handlungssituationen können durchaus unterschiedliche Kriterien oder in ähnlichen Handlungssituationen unterschiedliche Grade der gleichen Kriterien relevant sein – so ist z. B. Exaktheit nicht ausschließlich absolut, sondern auch relativ zu sehen.



 
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